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Ondansetron: Sicher für den Embryo

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Ondansetron

Sicher für den Embryo


Von Verena Arzbach / Die Einnahme von Ondansetron gegen Schwangerschaftsübelkeit und -erbrechen schadet dem ungeborenen Kind nicht. Fehlgeburten und Geburtsfehler traten unter Einnahme des Antiemetikums nicht häufiger auf, so das Ergebnis einer retrospektiven Datenauswertung dänischer Forscher.

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Der selektive Serotoninantagonist Ondansetron ist in Deutschland zugelassen zur Behandlung von Übelkeit, Brechreiz und Erbrechen bei einer Zytostatika- oder Strahlentherapie sowie zur Prophylaxe nach Operationen. Off-Label verschreiben Ärzte den Wirkstoff auch bei extremer Schwangerschaftsübelkeit mit starkem Erbrechen (Hyperemesis gravidarum), wenn andere Antiemetika versagen.




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Fotolia/ ingenium-design.de


Tierexperimentelle Studien haben bislang zwar keine Hinweise auf teratogene Wirkungen von Ondansetron ergeben, dennoch rät die Fachinforma­tion von einem Einsatz in der Schwangerschaft ab. Forscher um Björn Pasternak vom Statens Serum Institut in Kopenhagen werteten jetzt retrospektiv die Daten von mehr als 600 000 Schwangerschaften in Dänemark in der Zeit von 2004 bis 2011 aus. Insgesamt 1970 der werdenden Mütter waren in der Schwangerschaft mit Ondansetron behandelt worden.

 

Wie die Autoren der Studie im »New England Journal of Medicine« berichten (doi: 10.1056/NEJMoa1211035), war die Einnahme von Ondansetron nicht mit einem höheren Risiko einer Fehlgeburt assoziiert. Frauen, die das Antiemetikum zwischen der 7. und 12. Schwangerschaftswoche eingenommen hatten, erlitten mit 1,1 Prozent sogar seltener eine Fehlgeburt als diejenigen, die das Medikament nicht eingenommen hatten (3,7 Prozent).

 

Auch wenn die Frauen zwischen der 13. und 22. Schwangerschaftswoche mit Ondansetron behandelt worden waren, lag die Fehlgeburtenrate mit 1,0 Prozent im Vergleich zu 2,1 Prozent niedriger als bei den nicht-exponierten Schwangeren. Auch Totgeburten, schwere Fehlbildungen, Frühgeburten, geringes Geburtsgewicht oder Geburtsgröße traten in der Gruppe der mit Ondansetron behandelten Mütter nicht signifikant häufiger auf. /



Beitrag erschienen in Ausgabe 10/2013

 

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