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Firmen verweigern PKV Zwangsrabatt

PZ / Sieben größere Pharmaunternehmen, da­runter der Weltkonzern Novartis, verweigern der Privaten Krankenversicherung seit zwei Jahren den sogenannten Zwangsrabatt. Wie das Handelsblatt berichtete, bereitet die zentrale Stelle zur Abrechnung von Arzneimittelrabatten (Zesar), Inkassofirma der PKV und der Beihilfestellen, nun Klagen vor, um nach eigenen Angaben »die gesetzliche Verzinsung der Ansprüche sicherzustellen und Verjährung zu verhindern«. Im Gegensatz zur Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) erhalten die privaten Versicherungsunternehmen von besagten Pharmakonzernen nicht die gesetzlich geregelte Vergünstigung von 16 Prozent auf jedes verkaufte patentgeschützte Medikament. Die Verweigerer argumentieren, das Gesetz sei verfassungswidrig. Vor 2011 galt der Rabatt nur für die GKV. Laut Handelsblatt beläuft sich der finanzielle Schaden für die Privaten auf fast 100 Millionen Euro. Damit steht laut Zesar über ein Fünftel der Forderungen aus. Von dem Zahlungsausfall sind auch die Beihilfestellen bei Bund und Ländern betroffen.

 

 

 

Erstattungsbetrag für Fampyra

PZ / Für das Multiple-Sklerose-Therapeutikum Fampyra® (Fampidrin) des Unternehmens Biogen Idec sind die Preisverhandlungen abgeschlossen. Der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) und der Hersteller haben sich nach eigenen Angaben auf einen Erstattungsbetrag geeinigt. Erstmals wurde damit im Rahmen der frühen Nutzenbewertung ein neues Arzneimittel mit einer nicht-medikamentösen Behandlungsmethode verglichen. Fampyra ist zugelassen, um die Gehfähigkeit bei Patienten mit Multi­pler Sklerose (MS) der Schweregrade EDSS 4-7 zu verbessern. Als Vergleichstherapie hat der Gemeinsame Bundesausschuss Krankengymnastik definiert, entsprechend der Heilmittelrichtlinie unter der Voraussetzung einer optimierten MS-Standardtherapie. Für Fampidrin lagen nach Angaben der beiden Verhandlungspartner nur begrenzt Daten aus Zulassungsstudien zur Kombination mit Krankengymnastik vor, weshalb im Bewertungsverfahren ein Zusatznutzen nicht belegt werden konnte. Der Erstattungsbetrag wirkt rückwirkend zum 1. September 2012. Der Ausgleich wird direkt zwischen den Krankenkassen und Biogen Idec abgewickelt.

 

BAV übergibt Patienten-Unterschriften

PZ / Mehr als 3300 Unterschriften von Apothekenkunden hat der Bayerische Apothekerverband (BAV) der Staatssekretärin im Bayerischen Gesundheitsministerium, Melanie Huml (CSU), am Dienstag überreicht. Das gab der Verband in einer Pressemitteilung bekannt. Die Unterschriften seien bei einer Protestaktion im vergangenen November zusammengekommen, erklärte der BAV-Vorsitzende Hans-Peter Hubmann. Nach dem Scheitern der Verhandlungen zum Apothekenabschlag hatten damals bundesweit Apotheker gegen die Haltung der Krankenkassen protestiert. In Oberfranken warben die Apotheker mit der Unterschriften­aktion um das Verständnis ihrer Patienten – in dieser Region ging die Anzahl der Apotheken dem BAV zufolge in den vergangenen Jahren besonders stark zurück. »Die große Zahl der Unterschriften zeigt uns, welchen Rückhalt die Apotheken bei ihren Kunden haben«, sagte Hubmann. »Das sollten auch die Krankenkassen zur Kenntnis nehmen und den Willen der Versicherten nicht ignorieren.« Auch Staatssekretärin Huml erklärte, Apotheken vor Ort seien »unverzichtbar für eine qualitativ hochwertige Versorgung«. Bayern setze sich deshalb dafür ein, Apotheken insbesondere in ländlichen Regionen zu stärken.

 

Koalition plant Gesetz gegen Beitragsschulden

PZ/dpa / Angesichts Hunderttausender Versicherter mit oft hohen Schulden bei ihrer Krankenkasse will die Koalition die drastischen Zinsen senken. Der derzeit geltende Säumniszuschlag von fünf Prozent im Monat habe das Problem der Beitragsrückstände verschärft, heißt es in einem der »Deutschen Presse-Agentur« (dpa) vorliegenden Referentenentwurf, über den die »Frankfurter Allgemeine Zeitung« (FAZ) zuerst berichtet hatte. Die Zinsen sollen für säumige gesetzlich Versicherte künftig nur noch ein Prozent pro Monat betragen. Der gesundheitspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Jens Spahn (CDU), sagte der dpa: »60 Prozent Zinsen im Jahr, das ist Wucher.« Das Gesetz müsse schnell geändert werden. Wegen des nahenden Wahltermins im Herbst müsste der Entwurf bald das Kabinett passieren. Noch ist er in der Abstimmung zwischen den Ministerien. Auch für Privatversicherte sieht die Koalition eine Änderung vor. Säumige Zahler sollen in einen Notlagentarif mit geringen Leistungen überführt werden. Er soll laut FAZ unter Berufung auf Branchenschätzungen nicht mehr als 100 Euro im Monat kosten.

 

Umfrage: 18 Notdienste im Jahr

PZ / 18-mal pro Jahr arbeiten deutsche Apotheker im Durchschnitt nachts oder an Sonn- und Feiertagen. Das ergab eine Erhebung des Instituts für Handelsforschung Köln (IFH). In ländlichen Gebieten und Kleinstädten sind es sogar durchschnittlich 25-mal. Dabei schwankt die Kundenfrequenz jedoch je nach Lage der Apotheken stark. Im Durchschnitt sind es zehn Patienten, die ein Apotheker während eines Notdienstes versorgt. Allerdings sinkt deren Zahl mit abnehmender Bevölkerungsdichte. »Ländlich gelegene Apotheken sind also gleich doppelt betroffen«, erklärt IFH-Experte Markus Preißner. Durch das weniger dichte Apothekennetz müssen sie häufiger Notdienste leisten, obwohl sie seltener frequentiert werden und entsprechend weniger Geld einnehmen. /



Beitrag erschienen in Ausgabe 10/2013

 

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