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Bundesgesundheitsministerium beschäftigt sich mit DrEd

POLITIK & WIRTSCHAFT

 
Bundesgesundheitsministerium beschäftigt sich mit DrEd


Von Anna Hohle / Können deutsche Apotheker es ablehnen, ein Arzneimittel abzugeben, obwohl ein ausländischer Arzt das Rezept hierfür ordnungsgemäß erstellt hat? Mit dieser Frage beschäftigt sich zurzeit das Bundesgesundheitsministerium (BMG), wie ein Ministeriumssprecher der Pharmazeutischen Zeitung bestätigte. Man erörtere die Thematik gemeinsam mit dem Bundesjustizministerium, so der Sprecher.

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Hintergrund bildet die Vorgehensweise der britischen Online-Ärzteplattform DrEd, die Ärzten und Apothekern sauer aufstößt. Die Plattform bietet deutschen Patienten die Möglichkeit, Rezepte für verschreibungspflichtige Medikamente zu erhalten, ohne zuvor eine Arztpraxis besucht zu haben. Nur eine Internetberatung müssen sie dafür durchlaufen. Durch die Kooperation zwischen DrEd und der Versandapotheke apo-rot können Kunden zudem im Ausland rezeptfrei erhältliche Arzneimittel wie die Pille danach auch direkt bestellen. Sie sehen dann weder Arzt noch Apotheker.

 

Ein Vorgehen deutscher Behörden gegen das Konzept DrEd erscheint allerdings äußerst schwierig. Denn die Plattform stützt sich immerhin auf EU-Recht: Dieses besagt, dass europäische Patienten sich grundsätzlich in jedem EU-Staat ambulant ärztlich versorgen lassen können. Also auch in Großbritannien, wo Patienten Rezepte unter Umständen auch ohne Arztbesuch erhalten und die Pille danach rezeptfrei ist. Erst Ende 2012 wurde außerdem eine EU-Richtline erlassen, die das Einlösen von Rezepten aus anderen EU-Staaten noch weiter erleichtert. /



Beitrag erschienen in Ausgabe 10/2013

 

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