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Alleine gelassen

EDITORIAL

 

Alleine gelassen


Am letzten Donnerstag wurde in Deutschland der Rare Disease Day, der Tag der seltenen Erkrankungen, begangen. Ganz wichtig, wie ich finde, denn oft werden die Patientinnen und Patienten, die von solchen Krankheiten betroffen sind, und deren Angehörigen alleine gelassen. Nicht selten dauert es Jahre, bis ihr Problem erkannt wird. Und wenn dann schließlich die Ursache für die Krankheit geklärt ist, fehlen oft auch noch geeignete medikamentöse Therapieoptionen, um wenigstens die Symptome zu behandeln. Für viele global aufgestellte Pharmaunternehmen sind diese Indikationen jedoch uninteressant. Deren Anteilseigner rufen nach Blockbustern. Wer investiert da schon Millionen in Medikamente für sehr seltene Krankheiten?

 

Man hat dieses Problem allerdings erkannt und hat mit der Verordnung über Arzneimittel für seltene Leiden in Europa und dem Orphan Drug Act in den USA Regelwerke in Kraft gesetzt, die es für die pharmazeutische Industrie mittlerweile durchaus attraktiv machen, in diesen Feldern aktiv zu werden.

 

Hierüber mehr zu erfahren, war der Wunsch einer Teilnehmerin oder eines Teilnehmers des letztjährigen Pharmacon-Kongresses in Meran. In einem Evaluationsbogen hatten sie dieses Thema vorgeschlagen. Der wissen­schaftliche Beirat der Bundesapothekerkammer hat diesen Wunsch aufgegriffen, sodass sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in diesem Jahr über die Hintergründe und Besonderheiten von Orphan Drugs, die alles andere als »Waisenknaben« sind, und über die Krankheiten, bei denen diese Medikamente eingesetzt werden, informieren können.

 

Die Hauptthemen des 51. Internationale Fortbildungskurses für prak­tische und wissenschaftliche Pharmazie der Bundesapothekerkammer in Meran, der vom 26. bis 31. Mai stattfindet, sind zudem Atemwegserkrankungen sowie Leber- und Stoffwechselerkrankungen. Der letzten Druckaus­gabe der Pharmazeutischen Zeitung war das Programm beigelegt. Ich meine, ein Besuch würde sich lohnen, und ich freue mich, Sie zusammen mit Professor Dr. Schubert-Zsilavecz durch dieses interessante Programm führen zu dürfen.


Professor Dr. Theo Dingermann
Mitglied der PZ-Chefredaktion



Beitrag erschienen in Ausgabe 10/2013

 

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