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Nutzenbewertung: Hautkrebsmedikament punktet

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) attestiert dem Vemurafenib-haltigen Präparat Zelboraf einen beträchtlichen Zusatznutzen. Als zweckmäßige Vergleichstherapie hat der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) Dacarbazin bestimmt. Zur Nutzenbewertung stand eine Studie zur Verfügung, die Vemurafenib direkt mit dem Alkylans verglich. Dem IQWiG zufolge lassen sich daraus erhebliche Vorteile in Bezug auf das Gesamtüberleben ableiten, aber auch ein erhebliches Schadenspotenzial in Form von Nebenwirkungen. So war die Hälfte der Patienten, die Dacarbazin erhielten, nach weniger als zehn Monaten verstorben. Unter Vemurafenib war das erst nach mehr als 13 Monaten der Fall. Allerdings traten unter dem neuen Medikament schwere und schwerwiegende unerwünschte Ereignisse häufiger auf. Deshalb stufte das IQWiG den Zusatznutzen von Vemurafenib gegenüber der Vergleichstherapie mit Dacarbazin von erheblich auf beträchtlich herab.

 

Seit März 2012 ist Zelboraf® auf dem deutschen Markt verfügbar. Zugelassen ist der sogenannte BRAF-Inhibitor als Monotherapie zur Behandlung Erwachsener mit einem nicht-resezierbaren oder metastasierenden Melanom, das eine BRAF-V600-Mutation aufweist. Vor der Therapie müssen die Patienten positiv auf diese Mutation getestet worden sein. (ss)

 

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Hautkrebs: Hoffnung beim malignen Melanom, PZ 09/2012

 

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18.06.2012 l PZ

Foto: Fotolia/Babimu