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Retigabin: IQWiG sieht keinen Zusatznutzen

Thema verfehlt: Das neuartige Antiepileptikum Retigabin (Trobalt®) hat keinen Zusatznutzen gegenüber der bisherigen Standardtherapie, urteilt das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Das Institut bemängelt, dass sich Hersteller Glaxo-Smith-Kline (GSK) nicht an die Vorgaben des Gemeinsamen Bundesausschusses gehalten haben. Der hatte gefordert, Retigabin mit Lamotrigin oder Topiramat zu vergleichen. GSK hatte jedoch seine Studien versus Lacosamid durchgeführt.

 

Retigabin ist seit März 2011 als Zusatztherapie für fokale Krampfanfälle mit oder ohne sekundäre Generalisierung bei Erwachsenen zugelassen. Es greift an bestimmten Kaliumkanälen im Zentralen Nervensystem an. Stellt Lamotrigin die Basistherapie dar, sollte Retigabin mit Topiramat als Zusatztherapie verglichen werden. Bei anderer Basistherapie sollte Lamotrigin als Add-on die Messlatte darstellen. Die Abweichung von der festgelegten Vergleichstherapie habe GSK nicht ausreichend begründet, so das IQWiG. Zudem habe GSK auf eine Beratung des Gemeinsamen Bundesausschusses bei der Studienplanung verzichtet. (db)

 

Wirkstoffprofil Retigabin (Trobalt® / 2011) in unserer Datenbank Neue Arzneistoffe

 

15.02.2012 l PZ

Foto: Fotolia/PictureP.