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Pirfenidon: BPI kritisiert IQWiG-Urteil

Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) kritisiert die negative Nutzenbewertung des Orphan Drugs Pirfenidon (Esbriet®) durch das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Er fordert den Gemeinsamen Bundesausschuss (GBA) auf, der Einschätzung des IQWiG nicht zu folgen.

 

Pirfenidon ist seit Februar 2011 zugelassen zur Behandlung der leichten bis mittelschweren idiopathischen Lungenfibrose. Es hemmt die Entwicklung von Vernarbungen und Entzündungen im Lungengewebe. Der Wirkstoff ist das erste Orphan Drug, den das IQWiG anhand einer frühen Nutzenbewertung beurteilt hat. Im Dezember 2011 schloss das Institut das Gutachten über Pirfenidon mit dem Urteil «kein Zusatznutzen belegt» ab.

 

Das vorliegende Pirfenidon-Gutachten würdige weder den besonderen therapeutischen Bedarf seltener Erkrankungen anerkennen noch folge es den gesetzlichen Vorgaben. Es dürfe daher kein Präzedenzfall für Orphan Drugs werden, heißt es in einer Pressemitteilung des BPI. Zudem habe der Wirkstoff, wie alle Orphan Drugs, bereits durch die europäische Zulassung einen Zusatznutzen nachgewiesen, da bei seltenen und schwerwiegenden Erkrankungen in der entsprechenden Indikation zumeist keine zugelassene Therapiealternative existiert. (va)

 

Wirkstoffprofil Pirfenidon (Esbriet® / 2011) in unserer Datenbank Neue Arzneistoffe

 

04.01.2012 l PZ

Foto: Fotolia/Robert Kneschke