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Antibiotika: Wie groß ist der Verbrauch in der Tiermedizin?

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Antibiotika: Wie groß ist der Verbrauch in der Tiermedizin?
 


Die EMA (European Medicines Agency) hat ihren ersten Report über den Einsatz von Antibiotika in der Veterinärmedizin veröffentlicht. Tetracycline, Penicilline und Sulfonamide sind die Top-Drei-Antibiotika bei der Vertriebsmenge in den neun erfassten EU-Mitgliedstaaten, so das Resultat. Diese drei Vertreter machten 80 Prozent des Absatzes aus. Im Auftrag der EU-Kommission hatte die EMA ein europaweites Projekt zur Erfassung der Antibiotikamengen ins Leben gerufen: das «European Surveillance of Veterinary Antimicrobial Consumption» (ESVAC).

 

Zur Harmonisierung der Daten setzte die Behörde die Antibiotika-Vertriebsmenge im jeweiligen Land in Bezug zum Lebend- und Schlachtgewicht des Viehs. Die Ergebnisse sind somit kein direkter Indikator für den Antibiotika-Verbrauch, sondern dienen vielmehr als Trenderfassung der Verkaufszahlen des jeweiligen Landes. Insgesamt sank die absolute Antibiotika-Vertriebsmenge zwischen 2005 und 2009 um 8,3 Prozent.

 

Als weiteres Ergebnis beobachtete die EMA wesentliche Unterschiede im Verschreibungsmuster der Tierärzte. Die Variationen innerhalb der Länder beruhen beispielsweise auf Marktverfügbarkeit und Preis der antimikrobiellen Pharmaka oder dem jeweiligen Risikomanagement des Staates. Teilgenommen haben die Tschechische Republik, Dänemark, Finnland, Frankreich, die Niederlande, Norwegen, Schweden, Schweiz und Großbritannien.

 

Der Einsatz von Antibiotika ist einer der Hauptrisikofaktoren  für die Entwicklung und Verbreitung von Resistenzen. Der Bericht soll helfen, das Risiko besser einzuschätzen. In der Mast werden Antibiotika prophylaktisch eingesetzt, um die Ansteckungsgefahr bei den Tieren zu minimieren oder auch, um eine höhere Effizienz in der tierischen Produktion zu erzielen. Doch der Antibiotikaeinsatz führt, besonders bei niedrigen Wirkspiegeln und Langzeitexposition, zur Selektion resistenter Bakterien. Diese können dann entweder durch direkten Tierkontakt oder durch kontaminierte Lebensmittel auf den Menschen übertragen werden und schränken damit das Behandlungsspektrum der infizierten Patienten ein. (ar)

 

21.09.2011 l PZ

Foto: Fotolia/Ljupco Smokovski

 

 

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