Die Zeitschrift der deutschen Apotheker

 

Pharmazeutische Zeitung

 

PTA-Forum

 

PZ-Akademie

 

DAC/NRF

 

 

 

Fallberichte: Zelltherapie bei Leukämie erfolgreich

MEDIZIN

 
Fallberichte

Zelltherapie bei Leukämie erfolgreich


Von Annette Mende / US-Forscher haben drei Leukämiepatienten erfolgreich mit deren eigenen gentechnisch veränderten Immunzellen behandelt. Bei zwei Patienten führte die Therapie zur kompletten Remission, beim dritten zu einer teilweisen.

ANZEIGE


Zellen der körpereigenen Abwehr auf das Abtöten von Krebszellen »umzuprogrammieren« ist ein faszinierender Therapieansatz. In der Praxis ist das aber nicht nur schwierig, sondern kann auch sehr gefährlich werden. So starben im vergangenen Jahr zwei Patienten, denen in klinischen Studien sogenannte CAR-T-Zellen, also T-Lymphozyten mit chimären Antigenrezeptoren infundiert worden waren, an Überempfindlichkeitsreaktionen.




Durch gentechnische Manipulation können Mediziner Immunzellen gegen Krebszellen richten.

Foto: Fotolia/Michelangelus


Vertrugen die Patienten die Behandlung, gelangen mit der Methode bislang nur vorübergehende Therapieerfolge, da die gentechnisch veränderten T-Zellen sich im Körper des Patienten nicht vermehrten. Erstmals haben nun Wissenschaftler um Carl H. June aus Philadelphia CAR-T-Zellen konzipiert, die bei den drei Probanden nicht nur heftige Immunreaktionen gegen die Tumorzellen auslösten, sondern auch noch sechs Monate nach Therapiestart in hohen Dosen im Blut und im Knochenmark vorhanden waren. Die chimären T-Zellen waren gegen CD19 gerichtet, ein Oberflächenprotein von B-Lymphozyten, die bei chronischer lymphatischer Leukämie (CLL) entarten. Das schreiben die Forscher in zwei Publikationen im »New England Journal of Medicine« (doi: 10.1056/NEJMoa1103849) und in »Science Translational Medicine« (doi: 10.1126/scitranslmed.3002842).

 

Die CAR-T-Zellen vermehrten sich in vivo um mehr als das 1000-Fache und jede einzelne von ihnen tötete durchschnittlich 1000 CLL-Zellen ab, was einer Tumormasse von etwa einem Kilogramm entspricht. Bei den Patienten führte das ein bis drei Wochen nach der ersten Infusion zu einem reversiblen Tumorlyse-Syndrom mit hohem Fieber, Erbrechen und Durchfällen. Ein Teil der genmanipulierten T-Zellen überdauerte als Gedächtniszellen, was den anhaltenden Therapieerfolg erklärt, aber auch dazu führte, dass gesunde B-Zellen aus dem Blut der Patienten verschwanden. Ob der Nutzen der Behandlung die möglichen Risiken langfristig überwiegt, muss sich in weiteren Studien mit größeren Patientenzahlen zeigen. /


Zur Übersicht Medizin...

Außerdem in dieser Ausgabe...

Beitrag erschienen in Ausgabe 33/2011

 

Das könnte Sie auch interessieren

 



PHARMAZEUTISCHE ZEITUNG ONLINE IST EINE MARKE DER

 




ARCHIV DER HEFT-PDF

 
PDF der Druckausgabe zum Download
 







DIREKT ZU