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In einem Boot

EDITORIAL

 

In einem Boot


Das AMNOG hat nach nur drei Wochen in unseren Apotheken deutliche Spuren hinterlassen. Überdies hat der pharmazeutische Großhandel nicht nur seine Ankündigung der Durchreichung seines finanziellen AMNOG-Beitrags an die Apotheken wahrgemacht, sondern darüber hinaus die Bezugskonditionen bundesweit nach unten korrigiert. Dadurch geraten die Betriebsergebnisse der Apotheken noch weiter unter Druck. Das weckt den Eindruck gemeinsamer Absprache. Damit hat der Großhandel das von ihm so oft beschworene gemeinsame Boot mit den Apotheken verlassen.

 

Unter solchen Voraussetzungen war es nicht einfach, Gehaltstarifverhandlungen zu führen, zumal es verständlicherweise an der Basis Stimmen gab, die Gehälter der Angestellten einfach einzufrieren. Dennoch haben sich die Mitgliedsorganisationen des ADA einvernehmlich entschieden, den Angestellten mindestens einen Inflationsausgleich zukommen zu lassen. Im Gegensatz zu den oben beschriebenen finanziellen Belastungen ist dieses Geld gut angelegt, denn wenn jemand mit uns in einem Boot sitzt, dann sind es unsere Angestellten. Sie sind es, die das Chaos der neuen Packungsgrößenverordnung und der neuen Aut-idem-Kriterien zu bewältigen haben, um die Versicherten kompetent und schnell zu versorgen und um gleichzeitig auch kostenträchtige Retaxationen der Krankenkassen zu vermeiden. Die pharmazeutischen Mitarbeiter sind es, die weiterhin mit aufgebrachten Patienten über neue Rabattverträge diskutieren müssen. Sie müssen gleichzeitig dem Versicherten eine angemessene Arzneimittelberatung angedeihen lassen. Ihnen obliegt es, eine sinnvolle Selbstmedikation mit anzusprechen und gute Gesundheitstipps mit auf den Weg zu geben. Die PKA sind es, die jetzt dafür Sorge tragen müssen, dass AMNOG-induzierte Lagerwertverluste minimiert werden, damit nicht noch mehr Geld den Bach runter geht.

 

Bei all diesen Belastungen müssen neben dem Chef alle Mitarbeiter äußerst motiviert und freundlich bleiben, sonst gerät das Apothekenboot in seichte Gewässer oder ins falsche Fahrwasser. Geld ist, wie wir wissen, nur eines von vielen Motivationsinstrumenten, aber ein wesentliches, für das die Tarifparteien verantwortlich sind. Beide Seiten haben in den Tarifverhandlungen Augenmaß und Verantwortungsbewusstsein bewiesen und in schwierigen Zeiten ohne großes Getöse einen angemessenen Beitrag geleistet.

 

Neu im Tarifgeschehen ist ein mit der Apothekengewerkschaft Adexa geschlossener Tarifvertrag zur betrieblichen Altersvorsorge, im Rahmen dessen Arbeitgeber ab 2012 Beiträge in eine Direktversicherung zur Alterssicherung einzahlen werden. Wir hoffen, hiermit ein wichtiges Signal für die Zukunft und die Altersbezüge der Angestellten gesetzt zu haben.

 

Ich wünsche allen Kolleginnen und Kollegen, dass sie trotz schwieriger Zeiten mit motivierten Angestellten im gemeinsamen Boot im richtigen Fahrwasser bleiben.

 

Theo Hasse

Vorsitzender des Arbeitgeberverbandes Deutscher Apotheken (ADA)


Außerdem in dieser Ausgabe...

Beitrag erschienen in Ausgabe 03/2011

 

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