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Varizella-Zoster-Infektionen: TNF-α-Hemmer erhöhen das Risiko für Gürtelrose und Windpocken

PHARMAZIE

 
Varizella-Zoster-Infektionen

TNF-α-Hemmer erhöhen das Risiko für Gürtelrose und Windpocken


Von Susanne Heinzl, Atlanta / Die Behandlung mit TNF-α-Blockern erhöht das Risiko für eine Erkrankung durch Varizella-Zoster-Viren (VZV). Dies zeigte eine Analyse britischer Daten, die Anfang November beim Wissenschaftlichen Kongress des American College of Rheumatology in Atlanta (USA) vorgestellt wurde.

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Im Biologika-Register der britischen rheumatologischen Gesellschaft sind alle Patienten mit schwerer rheumatoider Arthritis erfasst, die mit einem Biologikum behandelt werden. Mithilfe dieser Registerdaten untersuchten James Galloway und Mitarbeiter von der Universität von Manchester, ob zwischen der Behandlung mit TNF-α-Hemmern und dem Auftreten einer Gürtelrose ein Zusammenhang besteht. Sie analysierten die mit Fragebögen erfassten Daten von 11 864 Rheumapatienten unter TNF-α-Hemmer-Therapie und von 3666 Rheumapatienten, die mit einem Krankheits-modifizierenden Antirheumatikum (DMARD) behandelt wurden. Eine VZV-Erkrankung wurde als therapieassoziiert eingeordnet, wenn sie unter der jeweiligen laufenden Behandlung auftrat.




Herpes Zoster

Foto: DGK


In der TNF-α-Hemmer-Gruppe wurden 322 Herpes-Zoster-Erkrankungen festgestellt. Dies entspricht einer Inzidenzrate von 7,8 pro 1000 Patientenjahre. In der DMARD-Gruppe waren es 46 Manifestationen, was einer Inzidenzrate von 4,0 pro 1000 Patientenjahre entspricht. Damit waren VZV-Erkrankungen in der TNF-α-Hemmer-Gruppe mit einer Hazard-Ratio von 2,2 deutlich häufiger.

 

Die Erkrankungen in der TNF-α-Hemmer-Gruppe verliefen darüber hinaus schwerer als in der DMARD-Gruppe: 6,0 Prozent der mit TNF-α-Hemmern behandelten Patienten mussten hospitalisiert werden und benötigten eine intravenöse Behandlung mit Virustatika. In der DMARD-Gruppe waren es nur 0,02 Prozent. In der TNF-α-Hemmer-Gruppe wurden zudem zwölf Fälle von Windpocken beobachtet, in der Vergleichsgruppe erkrankte hieran kein Patient. Zwischen den drei TNF-α-Hemmern Infliximab, Adalimumab und Etanercept bestand kein Unterschied in den Inzidenzraten.

 

Galloway riet, bei Patienten unter TNF-α-Hemmer-Therapie vermehrt auf Gürtelrose zu achten. Ferner sollte der Frage nachgegangen werden, ob durch eine Impfung solche Infektionen vermieden werden können. / 


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Beitrag erschienen in Ausgabe 48/2010

 

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