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Männer-Leben

MAGAZIN

 
Männer-Leben

Von Ulrike Abel-Wanek

 

Männer leben anders als Frauen, sind anders krank und fühlen sich unter anderen Bedingungen gesund. Eine geschlechtsspezifische Gesundheitsförderung tut not. Jahrelang wurde die Männergesundheit in Deutschland vernachlässigt. Der Kongress »MännerLeben« versucht, das Thema populärer und gesellschaftsfähiger zu machen.

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Seit 2003 haben Männer ein jährliches Forum, sich in Gesundheits- und Lebensfragen fortzubilden. Die Einsicht, dass für Männer ein spezieller Bildungsbedarf besteht, setzt sich - entgegen tiefsitzender Widerstände aus überkommenen Rollenverständnissen - allmählich durch.

 

Beziehungsstress, Burn-out-Syndrom, Konflikte am Arbeitsplatz: Die Selbstwahrnehmung fällt vielen Männern immer noch schwer. Körperliche Alarmsignale werden ignoriert - bei dauerhafter Missachtung steht die Gesundheit auf dem Spiel.

 

 »Männer, die sich zur Teilnahme durchringen, verstehen durch den Kongress offenbar etwas Grundlegendes. Es wird ihnen bewusst, dass viele Probleme von Männern keine Einzelprobleme, sondern von geschlechtsspezifischer Natur sind. Dies hat häufig eine enorm entlastende Wirkung. Die Erfahrung, dass man von anderen Männern lernen kann, indem man sich offen und gezielt zum Beispiel über Fragen der Partnerschaft, Familie, Arbeit und Sexualität austauscht, schafft oft unerwartet neue Perspektiven«, sagt Joachim E. Keding, Leiter des Esslinger Gesundheitspflege-Büros, das den Kongress organisiert. Wenn sich Männer in der Vergangenheit um sich und die eigene Gesundheit kümmerten, galten sie schnell mal als »Weicheier«. Das hat sich geändert. Männer haben zwar nach wie vor weniger Neigung, pfleglich mit Körper und Seele umzugehen. Aber sie können - und wollen - es lernen, und werden mit einer höheren Lebensqualität belohnt, so Keding weiter.

 

Der unabhängige Non-Profit-Kongress bietet verschiedene Veranstaltungen zur freien Auswahl an. Renommierte Experten aus dem In- und Ausland geben einen Überblick über neueste Forschungsergebnisse der Medizin und werfen einen Blick auf Herz, Nieren und Prostata. Neben der Schulmedizin stehen auch Themenkomplexe aus der alternativen Medizin, beispielsweise die jahrtausendealte Heilkunst der Chinesen oder Yoga, auf dem Programm. Ergänzt wird der Kongress durch medizinische Früherkennungsangebote und Wellness-Anwendungen. Workshops bieten Übungsräume, Themen zu vertiefen und die soziale Kompetenz weiter zu entwickeln. Eine Ausstellung informiert über gesundheitsrelevante Produkte und Dienstleistungen. Getreu der Erkenntnis, dass sich ein gutes Leben aus vielen einzelnen Bausteinen zusammensetzt, lernen Männer hier - auch interaktiv - immer neue Möglichkeiten bewusster und gesunder Lebensweise kennen.

 

Vertreter aus Politik und Wirtschaft unterstützen die Kongressidee und sehen in dem Konzept eine bundesweite Vorreiterrolle. Nicht nur die Teilnehmer und deren Familien würden von den vielfältigen Impulsen profitieren - auch das Gesundheitswesen und die Volkswirtschaft gehörten zu den Gewinnern. In der oft einseitigen Leistungs- und Arbeitsorientierung von Männern lauere auch eine Gefahr für die Unternehmen. Gestresste Arbeitnehmer machten mehr Fehler, leisteten weniger, seien öfter krank und weniger motiviert und belastbar.

 

Die Kongresse werden zweimal jährlich jeweils in Baden-Württemberg beziehungsweise Niedersachsen veranstaltet. Der nächste findet am 24. November 2007 in Hannover statt.

 

Nähere Informationen, kostenlose Programmanforderung und Anmeldung: unter  www.maennerleben.com oder direkt im Gesundheitspflege-Büro Esslingen, Paracelsusstraße 33, 73730 Esslingen, Telefon (07 11) 3 16 81 81, Fax: 9 31 97 70, E-Mail: info(at)gesundheitspflege.de oder bei der VHS Stuttgart.


Neue Wege für Jungs

»Neue Wege für Jungs« startete 2005 als bundesweites Pilotprojekt. Es bündelt und unterstützt regionale Angebote, die sich speziell an Jungen der Klassen 5 bis 10 richten, und Fragen zur männlichen Berufs- und Lebensplanung aufgreifen. Ziel ist es, hier vielfältige Perspektiven aufzuzeigen - jenseits von Geschlechterstereotypen, die bei den Jungen selber, aber auch bei Eltern und pädagogischen Fachkräften nach wie vor ausgeprägt sind. Das Projekt wird mit Mitteln des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und des Europäischen Sozialfonds gefördert. Service-Büro und Website dienen als Plattform für Dialog und Vernetzung und unterstützen Schulen, Jugendarbeit und Berufsberatung bei der Umsetzung ihrer Angebote. Information: www.neue-wege-fuer-jungs.de


Außerdem in dieser Ausgabe...

Beitrag erschienen in Ausgabe 12/2007

 

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