Die Zeitschrift der deutschen Apotheker

 

Pharmazeutische Zeitung

 

PTA-Forum

 

PZ-Akademie

 

DAC/NRF

 

 

 

Nachrichten

NACHRICHTEN

 

Zur PZ-Homepage WHO-Strategie für Naturheilkunde
17.05. dpa. DieWeltgesundheitsorganisation (WHO) hat erstmals eine weltweite Strategie fürNaturheilkunde und alternative Medizin vorgelegt. Damit solle die Lückezwischen unkritischen Enthusiasten und nicht informierten Skeptikern geschlossenwerden, sagte WHO-Direktor Jonathan Quick in Genf. Ziel des Programms ist esunter anderem, stärkere Nachweise für die Sicherheit, Effektivität undQualität von Mitteln und Therapien aus der Naturheilkunde zu sammeln. Außerdemsoll den Mitgliedsländern geholfen werden, alternative Praktiken in dienationalen Gesundheitssysteme einzubeziehen. Aus Sicht der WHO mussInteressierten und Kranken ein einfacher und bezahlbarer Zugang zu diesenHeilungsmethoden ermöglicht oder erhalten werden.

Impferfolg: WenigerHirnhautentzündungen bei Kindern
17.05. dpa. Die Zahl derbakteriellen Hirnhautentzündungen bei Kindern ist einer niedersächsischenStudie zufolge in den 90er-Jahren deutlich gesunken. Ursache dafür seienerfolgreiche Impfungen, vor allem gegen den Erreger Haemophilus influenzae b (Hib),erläuterte Studien-Autor Professor Adolf Windorfer vom LandesgesundheitsamtHannover. Auf Grund gleicher Impfbedingungen seien die Ergebnisse derUntersuchung für den betrachteten Zeitraum bundesweit repräsentativ. DieHib-Impfung wird von der Ständigen Impfkommission am Robert Koch-Institut fürKinder empfohlen. Windorfer sammelte die Daten niedersächsischer Klinikenzwischen 1981 und 1998, die etwa 70 Prozent der Kinderklinik-Betten desBundeslandes repräsentieren. Zwischen 1981 und 1990 pendelte dort die Zahl derKinder mit bakteriell ausgelöster Hirnhautentzündung (Meningitis) zwischen 145und 171. Innerhalb eines knappen Jahrzehnts sank diese Zahl dann um knapp dieHälfte auf 84 Fälle 1998 (1993: 117 Fälle). Vor allem dieHib-Hirnhautentzündungen gingen von jährlich knapp 50 Fällen in den80er-Jahren auf 2 im Jahr 1998 zurück.

ANZEIGE

Hungersnot in Angola
17.05. dpa. In Angola mehrensich nach dem Waffenstillstandsabkommen zwischen Regierung und UNITA-Rebellendie Berichte über eine akute Hungersnot im Lande. In der südangolanischenProvinz Huila ist die internationale Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF)nach eigenen Angaben auf 10.000 Menschen in katastrophalem gesundheitlichenZustand gestoßen. Frühere UNITA-Soldaten hätten sich mit ihren Familien inder Stadt Galangue eingefunden, um dort ihre Waffen abzugeben. Auch anderehumanitäre Organisationen hatten in der Vergangenheit wiederholt auf die akuteUnterernährung Zehntausender Menschen in den erstmals seit langem wiederzugänglichen Gebieten aufmerksam gemacht. Einer schnellen MSF-Untersuchung von538 Kindern unter fünf Jahren zufolge sind in Galague 25 Prozent schwerunterernährt und 18 Prozent mäßig unterernährt. Die schlimmsten Fällewurden sofort ins 200 Kilometer entfernte Ernährungszentrum nach Caalagebracht, in dem bereits 850 stark unterernährte Kinder versorgt werden. In denvergangenen Wochen sind MSF-Teams in allen neu zugänglichen Gebieten aufTausende von Menschen in katastrophalem Gesundheitszustand gestoßen. AkuteNothilfeprogramme wurden gestartet.

Brustkrebsfrüherkennung: Neue Standardseinzigartig
16.05. dpa. Mit neuenQualitätsstandards für die Früherkennung von Brustkrebs wird Deutschland nachExpertenmeinung auf diesem Gebiet führend in der Welt. Die Leitlinien, die von2003 an gültig sein sollen, dürften alles übertreffen, "was es weltweitgibt", meinte am Donnerstag Klaus-Dieter Schulz von der DeutschenGesellschaft für Senologie auf dem "Hauptstadtkongress Medizin undGesundheit" in Berlin. Die Leitlinien werden derzeit von zwei DutzendFachgesellschaften auf Stichhaltigkeit hin überprüft. Die Leitlinien sollenexakt vorgeben, welche Untersuchungen und Therapien welcher Frau zuteil werdenkönnen. In Deutschland ist zurzeit die Frage heftig umstrittenen, welcheAltersgruppen der Frauen routinemäßig untersucht werden sollen. "DasMammographie-Screening ist nicht die einzige Möglichkeit", betonte Schulz,der die Konsensfindung koordiniert. Die Brustkrebs-Früherkennung beginnt nachden vorgeschlagenen Leitlinien mit einer Risikoberatung und sollte körperlicheTastuntersuchungen auf jeden Fall einschließen. Je nach Befund können sichweitere Maßnahmen wie die Mammographie, zusätzliche Diagnostik wie eineGewebebiopsie und Operationen anschließen. In den Leitlinien wird ferner"das unumstößliche Recht auf Selbstbestimmung" der Frauhervorgehoben.

DGB für Anhebung desHöchstbeitrags
16.05. dpa. Der DeutscheGewerkschaftsbund (DGB) hat gefordert, Gutverdienende bei der geplanten großenGesundheitsreform 2003 deutlich stärker zur Kasse zu bitten. So soll derHöchstbeitrag zur Krankenkasse für Arbeitnehmer mit einem Bruttoverdienst von3375 Euro und mehr um bis zu 33 Prozent steigen. Die stellvertretendeDGB-Vorsitzende Ursula Engelen-Kefer schlug am Donnerstag in Berlin vor, dieBeitragsbemessungsgrenze auf das Niveau der Rentenversicherung anzuheben. AlsFolge müssten ein Arbeitnehmer und sein Arbeitgeber monatlich bis zu rund 150Euro mehr Beitrag zahlen. Engelen-Kefer stellte sich im Grundsatz hinter dieReformkonzepte von SPD und Grünen für das Gesundheitswesen. Sie bemängelteaber, dass im SPD-Wahlprogramm klare Aussagen zur künftigen Finanzierung dergesetzlichen Krankenversicherung fehlten. Zwar plane die SPD, für neueVersicherte den Wechsel zu einer privaten Krankenkasse zu erschweren und so mehrGutverdienende bei den gesetzlichen Kassen zu halten. Dies werde aber nichtausreichen, um die Finanzlage der Krankenkassen dauerhaft zu stabilisieren,sagte Engelen-Kefer. Scharfe Kritik übte die DGB-Vize an den Konzepten vonUnion und FDP. Mit den geplanten Wahltarifen und Selbstbehalten öffne die Union"Tür und Tor für den Einstieg in Grund- und Wahlleistungen". Nachdem Konzept der Union sollen Versicherte künftig Leistungen ab- und zuwählenkönnen. Im Gegenzug erhalten sie einen Beitragsrabatt oder -aufschlag. Auchwollen CDU und CSU Selbstbehalte einführen: Dabei übernimmt der VersicherteKosten bis zu einer Höhe von zum Beispiel 500 Euro im Jahr selbst, zahlt abereinen niedrigeren Beitrag. Ähnlich Vorstellungen hegt die FDP.

Aids-Behandlung zeigterhebliche Nebenwirkungen
16.05. dpa. Die erzielbarenLangzeiterfolge bei der Aids-Behandlung haben nach Expertenangaben zum Teilschwerwiegende Nachteile. Nebenwirkungen wie Zucker- undFettstoffwechselstörungen erhöhten das Herzinfarktrisiko bei HIV-Patienten,körperliche Veränderungen würden die Motivation zur Behandlung verringern,sagte Professor Gerd Plewig, Direktor der Dermatologischen Klinik derLudwig-Maximilians-Universität-München, am Donnerstag in München bei einemAids-Symposium. Die am häufigsten belastende Nebenwirkung für Aids-Patientensei Fettverlust im Gesicht und an den Armen und Beinen sowie eineFettverschiebung im Brustkorb. Die Korrektur des Fettverlustes durchUnterspritzung mit einer Substanz werde von den Krankenkassen nicht bezahlt.Zwar könne Aids inzwischen wie eine chronische Erkrankung behandelt werden,vielen Patienten falle es aber schwer, die verordneten Medikamente in dervorgeschriebenen Form einzunehmen. Dadurch drohten Behandlungsabbrüche. Folgesei eine ständig drohende Resistenzentwicklung von HIV. Bei Aids-Patientenkomme es häufig zu gravierenden medizinischen, psychischen und sozialenProblemen wie Depressionen, Partnerschaftsproblemen und mehreren chronischenErkrankungen, zum Beispiel Hepatitis-C oder Lymphome, gleichzeitig.

Neue Substanz soll Alzheimer-Plaquesbekämpfen
15.05. dpa. Eine neue Substanzkönnte die krank machenden Eiweiß-Plaques im Gehirn von Alzheimer-Patientenreduzieren. Labor- und Tierversuche mit dem Stoff deuten auf einen neuen Ansatzzur Bekämpfung vieler derartiger Krankheiten hin, bei denen sich bestimmteEiweiß-Moleküle falsch falten und im Gehirn oder anderen Geweben anreichern.Das berichtet eine internationale Forschergruppe in der britischenFachzeitschrift "Nature" (Bd. 417, S. 254). Von einer Anwendung istder neue Wirkstoff allerdings noch weit entfernt. Erste klinische Tests mitAlzheimer-Patienten sollen in Kürze beginnen. Die Gruppe um Mark Pepys von derRoyal Free and University College Medical School in London konzentrierte sichauf das Serum-Amyloid P (SAP), das im ganzen Körper vorhanden ist. Von diesemStoff nehmen Forscher an, dass er an der Verklumpung des Amyloid-Beta-Peptidsbeteiligt ist und diese Klumpen vor dem Abbau durch den Organismus schützt.Diese Amyloid-Plaques führen unter anderem bei der Alzheimer-Krankheit zuirreparablen Schäden an Nervenzellen. Nach Tests mit vielen Substanzen fandendie Forscher ein kleines anderes Eiweiß, das das normalerweise inFünfergruppen zusammengelagerte SAP wiederum aneinander koppeln lässt. Indieser Form bindet SAP weit weniger an Amyloid-Plaques und kann leichterabgebaut werden. Pepys und seine Mitarbeiter stellten in Tierversuchen fest,dass die CPHPC getaufte Substanz zum einen die Menge an SAP im Körperverringerte. Darüber hinaus schrumpften auch vorhandene Plaques beiLabormäusen, die durch eine genetische Veränderung zur Bildung der Plaquesneigen. Erste Versuche mit 19 Patienten, die an einer seltenen, ähnlichenKrankheit leiden, zeigten, dass auch bei diesen das SAP verringert wurde.

Alkoholverzicht gegenReisethrombose
15.05. dpa. BeiLangstreckenflügen über fünf Stunden sollten Passagiere zur Vorbeugung einerReisethrombose viel Flüssigkeit zu sich nehmen, aber auf Alkohol verzichten.Alkohol führe zu Flüssigkeitsverlust, erläuterte der Reisemediziner JürgenRingwald (Erlangen) am Mittwoch in München. Einer Studie zufolge hättenUltraschalluntersuchungen ergeben, dass nach langen Flügen zehn Prozent derPassagiere Gefäßablagerungen in den Venen hatten. Besonders gefährdet seienRisikopatienten, die bereits eine Thrombose erlitten haben.

Ministerium weiterhin gegenWahlleistungen
15.05. dpa. Das SPD-geführteBundesgesundheitsministerium ist weiterhin strikt gegen eine Aufteilung desgesetzlich finanzierten Gesundheitssystems in Grund- und Wahlleistungen.Entsprechende Forderungen von Ärztegruppen wies Staatssekretär Theo Schröderam Mittwoch in Berlin auf dem Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit als"schleichende Privatisierung des Risikos Krankheit" zurück. ZumAuftakt des dreitägigen Kongresses forderte der Vorsitzende der KonzertiertenAktion im Gesundheitswesen, Friedrich Wilhelm Schwartz, weitere Reformschritte"ohne Denkverbote". Zum Hauptstadtkongresses werden bis zu 5000Teilnehmer erwartet. Er ist damit der größte gesundheitspolitische undmedizinische Kongress der Bundesrepublik.

Zuzahlungs-Befreiung für chronisch Kranke
14.05. dpa.Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) will chronisch Kranke vonZuzahlungen zu medizinischen Leistungen befreien, wenn diese an den neuenChronikerprogrammen teilnehmen. "Wer etwas dafür tut, seine Krankheit zuüberwinden, etwa durch Umstellung der Ernährung oder mehr Bewegung, sollbelohnt werden", sagte Schmidt der in Hannover erscheinenden "NeuenPresse". "Solche Patienten wollen wir langfristig generell vonZuzahlungen befreien." Schmidt wies darauf hin, dass bereits am 1. JuliProgramme zu Diabetes und Brustkrebs starten sollen. Diese Disease ManagementProgramme sollen die Behandlung und Prävention von chronischen Krankheiten wieAsthma und Krebs verbessern. Bisher ist die Befreiung von Zuzahlungen zuMedikamenten und Vorsorgeuntersuchungen nur für Versicherte mit geringemEinkommen möglich. Chronisch Kranke können darüber hinaus nur teilweisebefreit werden.

Neue Technik ersetztgefährliche Säuglings-OP
14.05. dpa. Ärzte derUniversitätsklinik Kiel und der Berliner Charité haben nach eigenen Angabenweltweit erstmalig einem Säugling über einen Katheter eine neuartigeGefäßstütze eingesetzt. Dem Baby wurde damit den Medizinern zufolge einekomplizierte Operation am offenen Herzen erspart. Das neue Verfahren, bei demsich die Gefäßstütze mit dem Wachstum der Ader vergrößern lässt, könne inZukunft auch bei angeborenen Herzfehlern oder Verengungen von Arterien und Venenbei Neugeborenen lebensrettend eingesetzt werden, sagte der Berliner OberarztMartin Schneider. Der langfristige Erfolg der Technik lasse sich allerdings erstüberprüfen, wenn das Kind herangewachsen sei. Die neue, 4 Millimeter dickeGefäßstütze, ein so genannter Stent, könne bis auf 23 Millimeter Durchmesserausgedehnt werden, erläuterte Schneider, Oberarzt für interventionelleKinderkardiologie an der Charité. Das entspreche dem Durchmesser desbetroffenen Gefäßes im Erwachsenenalter. "In der Nachsorge werden deshalblediglich weitere Herzkatheter-Untersuchungen notwendig sein, um den Stent demKörperwachstum anzupassen", sagte der Mediziner.

Beiersdorf mit wenigerGewinn
14.05. dpa. Beim KosmetikkonzernBeiersdorf ist der Gewinn im 1. Quartal 2002 um rund ein Fünftel auf 79Millionen Euro zurückgegangen. Nach Angaben des Hamburger Unternehmens stiegder Konzernumsatz verglichen mit der Vorjahresperiode um 3,6 Prozent auf 1,19Milliarden Euro. Er sei damit höher als geplant ausgefallen. Für dasGesamtjahr erwartet Beiersdorf ein Umsatzwachstum von 5 Prozent. DerHauptumsatzträger von Beiersdorf, die cosmed-sparte mit Marken wie Nivea,Juvena, Labello und 8x4, bekam in Deutschland die Konsumzurückhaltung derVerbraucher zu spüren. In den ersten drei Monaten des Jahres ging hier derUmsatz um 4,7 Prozent zurück. Weltweit legte die Sparte aber um 7,2 Prozent auf786 Millionen Euro zu. Umstrukturierungen im medical-Bereich, der Pflaster undmedizinische Hautpflege umfasst, führten zu einem Umsatzrückgang von 6,2Prozent auf 229 Millionen Euro. Die Erlöse der tesa-Sparte erhöhten sichleicht um 1,8 Prozent auf 175 Millionen Euro.

Zur PZ-Homepage

© 2002 GOVI-Verlag
E-Mail: redaktion@govi.de


Beitrag erschienen in Ausgabe 21/2002

 

Das könnte Sie auch interessieren

 




PHARMAZEUTISCHE ZEITUNG ONLINE IST EINE MARKE DER

 




ARCHIV DER HEFT-PDF

 
PDF der Druckausgabe zum Download
 







DIREKT ZU