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Telefonische Überwachung

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Telefonische Überwachung

dpa/PZ  Infarkt-Patienten können ihr Herz künftig umfassend per Telefon überwachen lassen. Bei Beschwerden können Herzströme mit Hilfe eines tragbaren EKG-Geräts im Brieftaschenformat gemessen werden. Übertragen werden sie per Handy oder über das Festnetz an eine zentrale Überwachungsstelle in Düsseldorf. In dieser Art sei das am 23. Januar eröffnete "Monitor Center" einmalig in Deutschland, sagte der Herzspezialist Professor Dr. Harold Korb, medizinischer Chef der Einrichtung.

Nach Angaben von Philips Telemedizin, die das neue Call Center betreibt und die benötigten Geräte herstellt, ist es nun erstmals möglich, ein vollständiges 12-Kanal-EKG innerhalb von 20 Sekunden per Telefon an die zentrale Überwachungsstelle zu übermitteln.

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Im Urlaub oder auf Geschäftsreise können die Kunden des Paxiva®-Services jetzt bei Bedarf ein EKG mit Hilfe des Übertragungsgerätes Outpac® an das Monitor-Center übermitteln. Outpac sei ein besonders kompaktes EKG-Gerät, das in eine Lederbrieftasche integriert ist, sagt Philips. Der Patient ruft das Service-Center von Philips Telemedizin an, hält die EKG-Brieftasche an seine Brust und überträgt über ein normales Telefon oder ein Handy in Echtzeit ein EKG. Im Center werde dieses EKG sofort ausgewertet, so Philips. Auf diese Weise können Herzrhythmusstörungen schnell festgestellt werden.

Mit einem zweiten Gerät, dem Viapac®, kann der Patient ein aufwändigeres 12-Kanal-EKG übermitteln. Das Gerät wird um die Brust gelegt, ein Elektrodengurt angeschnallt und per Tastendruck das 12-Kanal-EKG gestartet. Die Ableitung wird wiederum per Handy oder Telefon an das Monitor-Center übermittelt. Anhand dieses EKG können die Mitarbeiter in Düsseldorf Herzrhythmusstörungen, einen Myokardinfarkt oder eine Ischämie feststellen. Nach Angaben von Philips-Telemedizin hat das EKG die Qualität einer im Krankenhaus erstellten Ableitung.

Bislang seien von anderen Anbietern lediglich Rhythmusstörungen des Herzens auf weniger umfassende Weise mobil erfasst worden, so Philips. Das medizinische Fachpersonal könne gegebenenfalls auch einen Notarzt alarmieren. "Durchschnittlich kann dem Patienten bereits nach knapp 40 Minuten, rund zwei Stunden schneller als üblich, geholfen werden", sagte Korb.

Beide EKG-Geräte seien CE-zertifiziert und in den USA von der Gesundheitsbehörde FDA zugelassen. Nach Herstellerangaben kostet Outpac 195 Euro und Viapac 895 Euro. Zusätzlich fallen für den unter dem Namen Paxiva angebotenen Service 39 bis 49 Euro an.

© 2002 GOVI-Verlag
E-Mail: redaktion@govi.de


Beitrag erschienen in Ausgabe 05/2002

 

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