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05.05. WHO tagt in Genf
Die epidemieartige Ausbreitung von Krebs- und Herz-Kreislauferkrankungen ist Thema der 50. Jahrestagung der Weltgesundheitsorganisation (WHO), die heute in Genf beginnt. Die Delegierten der 191 Mitgliedstaaten beschäftigen sich mit dem neuen Weltgesundheitsbericht, der eine Verdopplung der Krebserkrankungen in den nächsten 25 Jahren voraussagt. Weitere Prognosen: In den Entwicklungsländern wird es vermehrt zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen kommen, weil auch dort ungesunde Lebensweise immer mehr Fuß faßt. Dagegen werden in Industrienationen verstärkt Infektionskrankheiten auftreten, die Resistenzen gegen Antibiotika nehmen vehement zu.

05.05. Vilmar: Kritik an Pflegeversicherung
Ärztepräsident Karsten Vilmar hat an der Kostenverlagerung von der Kranken- zur Pflegeversicherung scharfe Kritik geübt. Den von Kassen und Kassenärzten erarbeiteten "Abgrenzungskatalog" für die medizinische Behandlungspflege bezeichnete er in der Samstagsausgabe der Neuen Osnabrücker Zeitung als "höchst problematisch". Er äußerte die Befürchtung, daß einzelne Pflegebedürftige deswegen wieder auf Sozialhilfe angewiesen sein könnten oder sich ins weitgehend kostenlose, aber teure Krankenhaus einweisen ließen. Nach der Vereinbarung sollen medizinische Behandlungen wie Insulin-Injektionen oder Blutdruckmessen künftig statt von den Krankenkassen von der Pflegeversicherung als Grundpflege erstattet werden.

05.05. Spargel braucht keine Butter und Bernaise
Von fetten Saucen zum Spargel hat die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) abgeraten. Das betrifft traditionelle Hollandaise-, Bernaise und üppige Buttersaucen. Gesünder sei es, das kalorienarme Saisongemüse nur leicht in etwas Butter zu schwenken oder es mit Zitronensaucen zu servieren. Auch andere Gemüse und Kräuter könnten die klassischen fetthaltigen Saucen ersetzen.

02.05. Hypertonie läßt Herzmuskelzellen wachsen
Amerikanische Forscher haben herausgefunden, wie Hypertonie die Zellen des Herzmuskels schädigt. Nach einem Bericht im Wissenschaftsmagazin "Science" reduziert Bluthochdruck die Pumpfähigkeit des Herzens und führt damit zu Herzversagen. Das Team um Jonathan Lederer von der Universität Maryland in Baltimore entdeckte, daß sich die Zellen des Herzmuskels durch Hypertonie langsam vergrößern. Mit der Ausdehnung verlängert sich der Weg zwischen zwei Zellstrukturen, die für das Startsignal zu einem Herzschlag verantwortlich sind. Unter der größeren Distanz leidet die Kommunikation. Das Signal zwischen Calciumkanälen der Zellmembran und den Zellorganellen wird ungenauer und der Herzschlag schwächer.

01.05. Schering will eigene Aktien zurückkaufen
Der Berliner Pharmakonzern Schering will sich mit dem Rückkauf eigener Aktien vor "feindlicher Übernahme" schützen. Finanzvorstand Klaus Pohle kündigte an, für 500 Millionen DM eigene Aktien zurückkaufen zu wollen. Derzeit ist in Deutschland aber ein Rückkauf eigener Aktien noch nicht möglich. Eine Änderung wird vom 3. Finanzmarktfördergesetz erwartet. Pohle hält eine Übernahme für absolut unwahrscheinlich. Doch müsse im Rahmen der Abwehrstrategie den Aktionären ein gutes Angebot gemacht werden, um sich gegen eine Übernahme zu entscheiden. Schering wird seit Jahren immer wieder als Übernahmekandidat gehandelt.

01.05. Weltapotheke schickt Medikamente in 88 Länder
Die sogenannte Weltapotheke, die Arzneimittelhilfe (AMH) des Deutschen Instituts für Ärztliche Mission (DIFÄM) in Tübingen, hat 1996 Medikamente im Wert von 2,1 Millionen DM in 88 Länder mit mangelnder medizinischer Versorgung geschickt. Zwei Drittel davon waren "unentbehrliche Arzneimittel". Die Beratung und die Hilfe zur Eigenbeschaffung und -produktion wurden verstärkt. Hauptgeldgeber der Weltapotheke ist "Brot für die Welt". Zahllose Spenden von Privatpersonen und zu einem Fünftel von Ärzten, Apothekern und der Pharmaindustrie kommen dazu. Eine große Hilfe sind Sachspenden, etwa Instrumente, Geräte und Spritzen. Nicht mehr erwünscht sind Spenden überzähliger Arzneimittel oder Muster: Das Sortieren oder die Entsorgung als Sondermüll bringen nur Kosten. Daher hat das DIFÄM 1996 eine Broschüre "Leitlinien für Arzneimittelspenden" nach den WHO-Richtlinien erstellt.


01.05. Hoffnung auf Schlankheitspille
Das Protein Leptin wird übergewichtigen Menschen in einigen Jahren möglicherweise beim Abnehmen helfen. Wissenschaftler diskutierten beim ersten europäischen Leptin-Symposium in Rauischholzhausen die Möglichkeiten, mit Leptin neue Therapien zu entwickeln. Der US-Amerikaner Jeffrey Friedman aus New York entdeckte das Leptin. In Tierversuchen verloren übergewichtige Mäuse an Gewicht, wenn man sie mit Leptin behandelte. Friedman erklärte auf dem Symposium, daß diese Entdeckung prinzipiell auch auf den Menschen übertragbar sei.

30.04. Bayer: Umsatzplus und Stellenabbau
Mit einem deutlichen Umsatzpuls und leichten Gewinnsteigerungen ist die Bayer AG, Leverkusen, ins Geschäftsjahr 1997 gestartet. Das Ergebnis vor Ertragssteuern sei im ersten Quartal 1997 um fünf Prozent auf 1,2 Milliarden DM geklettert, teilte der Konzern am Mittwoch in einem Aktionärsbrief mit. Der Umsatz stieg sogar um 8,2 Prozent 13,2 Milliarden DM. Trotz der positiven Zahlen will Bayer bis zum Jahresende im Inland 1000 Stellen abbauen. Bayer-Beschäftigte haben anläßlich der Hauptversammlung zu einer Demonstration gegen den Stellenabbau aufgerufen.

30.04. Richtgrößen sind kein Freibrief
Das Bundesgesundheitsministerium hat erneut einer gesetzlichen Arzneimittelpositivliste eine Absage erteilt und zugleich die geplante Ablösung der Arznei- und Heilmittelbudgets durch arztgruppenspezifische Richtgrößen verteidigt. Anders als die Krankenkassen-Spitzenverbände und die SPD-Opposition im Bundestag behaupteten, könnten mit Hilfe einer Positivliste keine Einsparungen in Milliardenhöhe erzielt werden, heißt es in einem jetzt veröffentlichten Argumentationspapier zur Gesundheitsreform. Ausländische Erfahrungen zeigten, daß mit einer Positivliste nicht weniger Arzneien verordnet würden. Außerdem sei damit zu rechnen, daß die ausgegrenzten Medikamente in erheblichem Umfang durch andere, teurere Präparate ersetzt würden. Die von Union und FDP beschlossenen gesetzlichen Regelungen für Arzneimittel-Richtgrößen enthielten "keinen Freibrief für eine Ausgabenexpansion". Vielmehr komme es entscheidend darauf an, daß die gemeinsame Selbstverwaltung von Ärzteschaft und Krankenkassen die zusätzliche Verantwortung sinnvoll nutze.

29.94. SPD fordert Konsens in der Gentechnik
Die SPD sieht in der Gen- und Biotechnik ein unverzichtbares Instrument der biologischen und biomedizinischen Forschung. Der Erfolg der neuen Technologie in Deutschland werde von ihrer Akzeptanz in der Bevölkerung abhängen, sagte das SPD-Vorstandsmitglied Wolf-Michael Catenhusen auf einer Veranstaltung in Bonn. Während gentechnisch hergestellte Arzneimittel von den Menschen weitgehend akzeptiert würden, stießen gentechnisch veränderte Lebensmittel auf große Skepsis beim Verbraucher. Dies werde sich ändern, wenn gentechnische Lebensmittel einen direkten Nutzen für den Verbraucher hätten. So werde sich eine allergenfreie Reissorte sicherlich am Markt durchsetzen, während dies für gentechnisch verändertes Soja sicherlich nicht gelte. Da Vertrauen in der Bevölkerung nur durch Transparenz entstehen könne, sei eine grundsätzliche Kennzeichnungpflicht unabdingbar.

28.04. Bundesweiter Umsatzrückgang bei Arznei
Im ersten Quartal 1997 ist der Arzneimittelumsatz auf dem deutschen Apothekenmarkt gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres um 2,8 Prozent auf 6,2 Milliarden DM zu Herstellerabgabepreisen gesunken. Wie der Verband Forschender Arzneimittelhersteller (VFA) weiter mitteilt, ging die abgesetzte Menge sogar um 10,7 Prozent zurück. Die Preise seien unverändert geblieben und lägen weiterhin unter dem Niveau von 1992. "Diese Entwicklung entlarvt die Kassandrarufe der Kassen über angebliche Milliardengeschenke an die Pharmaindustrie als reine Polemik", kommentierte die VFA-Hauptgeschäftsführerin Cornelia Yzer die Zahlen. Ebensowenig gebe es die von den Krankenkassen prognostizierten Mehrausgaben in Milliardenhöhe durch die im vergangenen Herbst eingeführte Festbetragsfreiheit für neue patentgeschützte Präparate und die Streichung der Förderklausel für Importarzneimittel.

25.04. Nefazodon: Ein neues Antidepressivum
Ein neues Antidepressivum soll demnächst den deutschen Markt bereichern: Nefazodon wird als dual-serotonerges Antidepressivum beschrieben. Der Wirkstoff ist ein potenter und selektiver Antagonist an postsynaptischen 5HT2A-Rezeptoren und hemmt moderat die Wiederaufnahme des Neurotransmitters aus dem synaptischen Spalt über eine Hemmung des Serotonin-Transorters in der präsynaptischen Membran. Wie Professor Dr. Eckart Rüther, Göttingen, bei der Einführungspressekonferenz am 25. April in München ausführte wurde Nefazodon in Studien an über 3500 Patienten mit major-depression (nach ICD-10) erprobt. Es wirkte vergleichbar gut wie trizyklische Antidepressiva, zum Beispiel Imipramin, und SSRI hatte aber weniger Nebenwirkungen. Zudem hat es angstlösende und leicht sedierende Effekte und löst keine Agitiertheit aus. Es könnte daher Vorteile bieten für Patienten mit ängstlichagitierten Depressionen.

25.04. Bangemann: Auf Versandhandel einstellen
Bei ihren Versuchen, den Versandhandel mit Arzneimitteln europaweit zu unterbinden, dürfen die Apotheker nicht mit allzu großer Unterstützung der Europäischen Union rechnen. Auf dem DAV-Wirtschaftsforum in Baden-Baden machte EU-Kommissar Martin Bangemann deutlich, daß die Union nicht beabsichtigt eine einheitliche Regelung in allen Staaten der Gemeinschaft herbeizuführen. Die Fernabsatzrichtlinie der Europäischen Union läßt den Mitgliedstaaten ausdrücklich nationalen Spielraum bei der Regelung des Versandhandels mit Arzneimitteln. Bangemann erwartet, daß einige EU-Länder sich nicht der Position der Bundesregierung anschließen werden, die diesen Distributionsweg grundsätzlich ablehnt. Bangemann forderte die Apothekerschaft auf, Strategien zu entwickeln, wie sie auf Versandhandel reagieren will. Denn im Zeitalter der elektronischen Medien sei sicher, daß Versandhandelsfirmen in anderen Staaten ihre Dienste via Internet anbieten werden und Arzneimittel auch nach Deutschland liefern werden. Statt nur ihre Position zu verteidigen, sollten die Apotheker aktiv werden und selbst Versandhandelskonzepte entwickeln.

25.04. Nicht an Kuren sparen
Der Verband Deutscher Kneipp-Heilbäder und -Kurorte hat an die Bundesregierung appelliert, nicht weiter an der Kur zu sparen. Viehlmehr könnten erfolgreiche Kuren dazu beitragen, Aufwendungen für Ärzte, Arzneimittel und Krankenhausaufenthalte einzusparen. Auf ihrer Frühjahrsversammlung wiesen die Vertreter der bundesweit 60 Kneipp-Orte am Donnerstag in Bad Camberg auf eine neue Studie an 360 Patienten hin, wonach gerade die Physiotherapie nach Kneipp als präventive Maßnahme zur Gesundheitsförderung empfohlen werde.

25.04. Widerruf ß-Interferon-Patent von Rentschler
Die Einspruchstelle des Europäischen Patentamtes hat ein Patent über rekombinantes ß-Interferon widerrufen, das an die Dr. Rentschler GmbH erteilt und in Lizenz an die Schering AG vergeben war. Aufgrund eines Einspruchs von Biogen wurde das Patent, das sich auf eine bestimmte Zellinie, Produktionsmethode und Form von rekombinanten ß-Interferon bezieht, mit der Begründung widerrufen, daß seine Inhalte nicht neu seien. Rentschler kann nun Beschwerde einlegen. Biogen teilt mit, daß es Einspruch erhoben hatte, obwohl ihr Präparat Interferon beta-1a nicht von dem Patent berührt war. Unklarheiten wären aber so aus dem Weg geräumt worden.

25.04. Gentechnische Arzneimittel werden akzeptiert
Die Gentechnik findet bei den Deutschen nur wenige Fürsprecher, wenn es um Nahrungsmittel geht. Handelt es sich aber um die Entwicklung neuer Arzneistoffe, wird sie akzeptiert. Das hat eine Umfrage der Berliner Forsa Gesellschaft für Sozialforschung und statistische Analysen unter 1012 Bundesbürgern ergeben. Die Frage "Sollen Lebensmittel gentechnisch behandelt werden dürfen?" beantworteten nur 15 Prozent mit Ja. Bedeutend höher fiel die Akzeptanz von Gentechnik bei Arzneimitteln aus: Der Umfrage zufolge würden 59 Prozent Präparate nehmen, wenn dies der Linderung und Heilung einer Krankheit diene. 27 Prozent lehnten dies ab. 14 Prozent waren unentschieden.

23.04. Merck-Kooperation in China
Die Darmstädter Merck AG will ihr Engagement auf dem chinesischen Markt ausbauen. Zu diesem Zweck habe der Konzern ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem staatlichen Pharmaunternehmen China National Pharmaceutical Industry Cooperation gegründet, teilte Merck am Mittwoch mit. Merck Beijing Pharmaceuticals, an dem die Darmstädter 90 Prozent der Anteile halten, soll mit zunächst 400 Mitarbeitern Arzneimittel entwickeln, produzieren und vertreiben.

23.04. Boehringer Ingelheim baut massiv Stellen ab
Der Pharma- und Chemiekonzern Boehringer Ingelheim will sein Deutschlandgeschäft neu strukturieren und dabei 1100 der 8800 Stellen in Deutschland streichen. Wie Heribert Johann am Mittwoch in Frankfurt mitteilte, reagiert das Unternehmen damit auf die sinkende Bedeutung des deutschen Marktes. Der Deutschlandumsatz des Unternehmens liege heute auf dem Niveau von 1991. Weltweit setzte das Unternehmen knapp 7,1 Milliarden DM um, das waren 10,2 Prozent mehr als 1995. Mehr als ein Siebtel entfiel allein auf das Atemwegspräparat Atrovent.

22.04. Musik nützt bei Operationen
Ein von Medizinern und Psychotherapeuten entwickeltes Musikprogramm, soll bei Operationen eingesetzt werden. Dadurch kann der Bedarf an Analgetika reduziert werden. Der Einsatz von Musik ermögliche eine nicht unerhebliche Einsparung von Schmerz- und Beruhigungsmitteln während einer Operation, da deutlich weniger Streßhormone und mehr körpereigene Opiate ausgeschüttet werden, sagte Dr. Ralph Spingte, Lüdenscheid, am 21. April 1997 bei einer Veranstaltung der Polymedia in Hamburg. Polymedia führt Mitte Mai ein medizinisch-wissenschaftliches Musikprogramm ein, das speziell von Medizinern und Psychotherapeuten entwickelt wurde. CDs und Handbücher werden zunächst zur Vorbeugung und begleitenden Therapie von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Spannungsschmerz erhältlich sein.    

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Beitrag erschienen in Ausgabe 18/1997

 

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