Die Zeitschrift der deutschen Apotheker

 

Pharmazeutische Zeitung

 

PTA-Forum

 

PZ-Akademie

 

DAC/NRF

 

 

 

Arzneimittelverpackung: Kindersicher und seniorenfreundlich

PHARMAZIE

 
Arzneimittelverpackung

Kindersicher und seniorenfreundlich

von Andreas Ziegler, Großhabersdorf

 

Neuartige Verpackungen für Medikamente sollen zum einen kindersicher, zum anderen für Erwachsene leicht zu öffnen sein. Aktuelle Entwicklungen wie Dial-Blister, Slide-Pack, Medi-Lock-Box und Blister mit kindersicherer Folie sollen diesem Anspruch gerecht werden.

ANZEIGE

 

Oftmals beweisen bereits die Kleinsten unerwartete Fertigkeiten und großes Geschick, um an den verführerisch anmutenden Inhalt von Arzneimittelverpackungen zu gelangen. Dieser kindliche Wissens- und Tatendrang kann schwerwiegende und gefährliche Folgen haben. Jährlich erleiden etwa 100.000 Kinder Vergiftungsunfälle. 10.000 davon müssen im Krankenhaus behandelt werden, in 500 Fällen ist der Verlauf lebensbedrohlich (1). Besonders gefährdet sind dabei Kleinkinder im Alter zwischen 10 und 54 Monaten, da diese ihre Umwelt durch Lutschen und Kauen erkunden und dabei vieles in den Mund stecken oder herunterschlucken (2, 3).




Abbildung 1: Dial-Blister. Erst wenn der Blister in die richtige Position gedreht wurde, stimmt die Kapselausrichtung mit der Perforation der Sollbruchstelle überein und die Kapsel kann herausgedrückt werden.

Foto: Colbert Packaging Corporation

Speziell die attraktive Aufmachung zahlreicher Arzneimittelverpackungen sowie die in ihrer äußeren Erscheinung Produkten der Süßwarenindustrie nicht unähnlichen festen oralen Darreichungsformen machen diese für Kinder besonders reizvoll. Auch die Tatsache, dass viele Medikamente zunächst süß schmecken und demzufolge nicht gleich wieder ausgespuckt werden, machen Arzneimittel in Kinderhänden außerordentlich gefährlich.

 

USA als Vorreiter

 

In den USA kamen bereits vor mehr als 50 Jahren infolge zahlreicher Vergiftungsunfälle von Kindern unter fünf Jahren mit Haushaltschemikalien und Medikamenten erste Forderungen von Kinderärzten hinsichtlich einer Verbesserung des Schutzes von Kindern auf. Ein erster Beschluss, die Anzahl der Tabletten pro Packung zu limitieren, reduzierte zwar die Schwere der Vergiftungen, nicht jedoch die Zahl der Unfälle. Daher sollte mithilfe der Verpackung dafür gesorgt werden, dass Kinder nicht an den gefährlichen Inhalt gelangen. Erste unabhängige Studien mit so genannten Drück-Dreh-Verschlüssen verringerten die Zahl der Vergiftungen deutlich. Ähnliche Studien außerhalb der USA zeigten vergleichbare Resultate (4). Die Ergebnisse führten 1970 in den USA zur Einführung des »Poisons Prevention Packaging Act« (PPPA), der weltweit ersten Vorschrift, die sich der Thematik der kindersicheren Verpackung von potenziell gesundheitsgefährdenden Substanzen widmet. Sie beinhaltet eine erste allgemeine, noch heute gültige Definition für kindergesicherte Verpackungen (siehe Kasten).


Auszug aus dem Poisons Prevention Packaging Act

Spezialverpackungen sind so herzustellen oder entwerfen, dass es Kindern unter fünf Jahren deutlich erschwert wird, diese innerhalb einer gewissen Zeit zu öffnen oder Zugang zu einer toxischen oder gesundheitsgefährdenden Menge der enthaltenen Substanz zu erlangen, gleichzeitig aber einem durchschnittlichen Erwachsenen den ordnungsgemäßen Gebrauch nicht erschwert. Dies bedeutet aber nicht, dass die Verpackung von Kindern nicht geöffnet werden könnte beziehungsweise sie nicht an deren Inhalt gelangen ließe.


In Europa gab es ähnliche Bestrebungen, gemessen an den USA allerdings bis heute mit zeitlicher Verzögerung. Im PPPA sind sowohl die Anforderungen an kindersichere Verpackungen definiert, als auch eine Liste der Substanzen enthalten, die kindersicher verpackt werden müssen. In Europa gibt es hingegen verschiedene Normen, die diese Sachverhalte regeln. So finden sich in den EU-Richtlinien 1999/45 (Zubereitungsrichtlinie) und 1967/548 Listen von Substanzen und Zubereitungen, für die kindersichere Verpackungen vorgeschrieben sind. In der Bundesrepublik wurden diese Richtlinien über die Gefahrstoffverordnung in nationales Recht überführt. Arzneimittel sind von den Vorschriften der genannten EU-Richtlinien jedoch explizit ausgenommen (5, 6). Allerdings finden sich im § 28 des Arzneimittelgesetzes (AMG) relevante Normen hinsichtlich der kindersicheren Verpackung von Arzneimitteln. Dieser Paragraph ermächtigt die zuständige Bundesoberbehörde, die Zulassung mit Auflagen zu verknüpfen, um sicherzustellen, dass das Arzneimittel in einem Behältnis mit bestimmter Form, bestimmtem Verschluss oder sonstiger Sicherheitsvorkehrung in den Verkehr gebracht wird, soweit es geboten ist, um die Einhaltung der Dosierungsanleitung zu gewährleisten oder um die Gefahr des Missbrauchs durch Kinder zu verhindern (7). Einen Auszug der in der entsprechenden Verordnung der Bundesoberbehörde genannten Arzneistoffe, die kindersicher verpackt werden müssen, ist in der Tabelle dargestellt (8).


Tabelle: Beispiele für Arzneistoffe, für die eine besondere Verpackung vorgeschrieben ist (8)

analgetische und antitussive Morphinabkömmlinge Dihydrocodein, Hydrocodon, Morphin, Noscapin 
Antidepressiva und Stoffe zur Veränderung des Antriebsniveaus Amitryptilin, Desipramin, Doxepin, Lithiumsalze, Maprotilin, Opipramol 
Sedativa beziehungsweise Hypnotika Alkalibromide, Erdalkalibromide, Primidon, Pyrithyldion 
Eisenpräparate Eisen in Form von Fe(II)- oder Fe (III)-Verbindungen 

Die Anforderungen, die in Europa an kindergesicherte Verpackungen gestellt werden (je nachdem, ob es sich um eine wieder oder nicht wieder verschließbare Verpackung handelt), finden sich in den Normen DIN EN ISO 8317 und DIN EN 862 (4). Da Letztere nicht für pharmazeutische Produkte zur Anwendung kommt, wird sie hier nicht näher betrachtet. Für nicht wieder verschließbare Verpackungen für Pharmazeutika gilt stattdessen die DIN EN 14375.

 

DIN EN ISO 8317

 

Gemäß der DIN EN ISO 8317 Vorschrift für wieder verschließbare Arzneimittelverpackungen erfolgt die Prüfung an zwei verschiedenen Personenkollektiven, um einerseits auf Kindersicherheit, anderseits auf Seniorenfreundlichkeit zu prüfen. Die Prüfung hat an mindestens drei unterschiedlichen Prüforten stattzufinden und muss von drei verschiedenen Prüfern durchgeführt werden. Die Prüfung auf Kindersicherheit erfolgt mit Kleinkindern im Alter von 42 bis 51 Monaten, von denen je die Hälfte weiblich beziehungsweise männlich sein soll. Die Prüfung findet in einer den Kinder vertrauten Umgebung wie im Kindergarten statt, erfolgt aber räumlich getrennt von anderen Kindern und in Abwesenheit der Eltern. Bei den Prüfpackungen handelt es sich um aus der laufenden Produktion entnommene Packungen, die mit einer ungefährlichen Ersatzsubstanz gefüllt werden. Diese Packungen werden vor der Prüfung durch entsprechend geschultes Personal einmal geöffnet und wieder richtig verschlossen. Um unerwünschte Lerneffekte zu vermeiden, dürfen die Kinder an nicht mehr als zwei Prüfungen pro Jahr mit unterschiedlichen Packungen teilnehmen. Die Kinder werden paarweise fünf Minuten lang wiederholt dazu aufgefordert, die Packung zu öffnen. Gelingt es den Kindern während dieser fünf Minuten nicht, die Packung zu öffnen, wird ihnen der Öffnungsvorgang vom Prüfpersonal demonstriert, allerdings ohne Hinweise oder gezielte Erklärungen (=verdeckte Demonstration).




Abbildung 2: Beim Slide-Pack befinden sich in der Plastikscheibe und Papprückwand vorgestanzte Öffnungen, durch die die Tabletten herausgedrückt werden. Dies ist jedoch nur möglich, wenn die Plastikscheibe mit dem Finger in Pfeilrichtung nach rechts bewegt und während des Herausdrückens in dieser Position gehalten wird, da nur in dieser Position der Tablettennapf, die Öffnung der Plastikscheibe und die des Pappkartons deckungsgleich zum Liegen kommen.

Foto: Cardinal Health

Danach haben die Kinder erneut 5 fünf Minuten Zeit, um die Verpackung zu öffnen. Die Packung gilt als kindersicher, wenn vor der Demonstration in den ersten fünf Minuten mindestens 85 Prozent der Kinder und nach Demonstration mindestens 80 Prozent Prozent der Kinder nicht in der Lage waren, die Verpackung zu öffnen. Dabei erfolgt die Auswertung nach dem Sequenzialverfahren, um die Anzahl der benötigten Kinder zu reduzieren. Bei diesem Verfahren wird das Ergebnis jeder einzelnen Prüfung unmittelbar nach der Prüfung in einem vorgegebenen Schemata eingetragen (9). Bei Öffnung der Verpackung durch das Kind wird das Kästchen im Sequentialtableau oberhalb vom vorherigen ausgefüllt, falls das Kind die Packung im vorgegebenen Zeitraum nicht öffnen konnte, wird das Kästchen rechts dem der vorherigen Prüfung gekennzeichnet. Der Korridor der möglichen Ergebnisse nimmt einen treppenförmigen Verlauf mit einer oberen und unteren Grenze. Wird die obere Grenze erreicht, gilt die Prüfung als »nicht bestanden«, wohingegen bei Erreichen der unteren Grenze die Prüfung als »bestanden« gilt.

 

Die Seniorenfreundlichkeit wird an Testpersonen im Alter zwischen 50 und 70 Jahren gestestet. Die früher geltende Norm zog noch Erwachsene im Alter zwischen 18 und 65 Jahren zur Prüfung heran, was zur Folge hatte, dass Verpackungen als erwachsenen- beziehungsweise seniorenfreundlich eingestuft wurden, die besonders von Personen in fortgeschrittenem Lebensalter trotzdem nur schwer zu öffnen waren. Die neue Festsetzung des Alters der Testpersonen trägt dem Rechnung. Den Probanden wird eine schriftliche Anleitung zum Öffnen der Verpackung vorgelegt, danach haben diese ebenfalls fünf Minuten Zeit, um die Packung zu öffnen. Sollte es eine Testperson in der vorgegebenen Zeit nicht schaffen, die Verpackung zu öffnen, wird der Test mit einer normalen, nicht kindergesicherten Verpackung wiederholt, um zu überprüfen, ob eventuell generelle Probleme beim Öffnen von Verpackungen bestehen. Falls die Testperson es nicht schaffen sollte, diese Vergleichspackung binnen einer Minute zu öffnen, wird sie aus dem Test ausgeschlossen, sollte sie es hingegen schaffen, die »ungesicherte« Verpackung zu öffnen, wird dies als negatives Ergebnis für die Seniorenfreundlichkeit der zu testenden Verpackung verbucht. Wurde die Packung erfolgreich geöffnet, wird der Proband aufgefordert, die Packung wieder ordnungsgemäß zu verschließen, um zu überprüfen, ob er erkennt, wann der sichere Wiederverschluss erreicht ist. Diese Seniorenfreundlichkeitsprüfung gilt als bestanden, wenn mindestens 90 Prozent der getesteten Personen die Verpackung binnen einer Minute erfolgreich öffnen und wieder korrekt verschließen können.

 

DIN EN 14375

 

Der Ablauf der Prüfung für nicht wieder verschließbare Arzneimittelverpackungen nach DIN EN 14375 sowie Anzahl und Alter der Testpersonen entsprechen der Prüfung gemäß DIN EN ISO 8317. Untersucht werden hierbei vor allem Blister. Zur Diskussion steht immer noch die Anzahl der Einheiten (Tabletten), derer sich die Kinder bei der Prüfung der Verpackung bemächtigen dürfen, damit die Prüfung als nicht bestanden gilt. In der derzeit gültigen Form der Norm gilt eine Grenze von acht Einheiten, unterhalb der der Blister als kindersicher eingestuft wird, unabhängig von der Dosis und der Toxizität des Medikamentes.


Arzneimittelverpackungen, die für besonders zu verpackende Arzneimittel nach entsprechender Verordnung zu verwenden sind (8)

Durchdrückpackungen (Blisterpackungen) oder Siegelstreifen-Packungen mit Einzeldosisabpackungen unter ausschließlicher Verwendung von undurchsichtigem oder dunkel eingefärbtem Material.
Behältnisse mit Sicherheitsverschlüssen (so genannten Trick- oder Patentverschlüssen), die das Öffnen durch Kinder erschweren.
Bei flüssigen Darreichungsformen reichen Behältnisse mit Tropfeinsätzen, die durch Kinder nicht ohne Zerstörung des Behältnisses entfernt werden können, aus. Nach Öffnen und einmaligem Schütteln, Drücken oder sonstigem Hantieren dürfen nicht mehr als 0,5 ml Flüssigkeit, soweit es sich um tropfenweise einzunehmende Arzneimittel handelt, im Übrigem nicht mehr als 2 ml Flüssigkeit ausfließen.
Bei Arzneimitteln in Form abgeteilter Pulver oder Granulate reichen Portionsbriefe oder Portionsbeutel aus.

Ganz anders sind die gesetzlichen Bestimmungen in den USA. Dort dürfen sich Kinder keinen Zugang zu einer Dosis verschaffen, die ernsthafte Schäden bewirken kann. Dies ist jedoch bereits bei wenigen Einheiten, im Extremfall bei nur einer Tablette möglich (10). Aus diesem Grund haben sich der Verbraucherrat, das BfArM sowie die Giftinformationszentralen der Bundesrepublik gegen die Annahme dieser Norm ausgesprochen und gefordert, die Anzahl der Tabletten, die ein Kind entnehmen darf, herabzusetzen (10). In diesem Zusammenhang ist jedoch darauf hinzuweisen, dass es ein Trugschluss ist, zu glauben, dass Arzneimittel deren Blisterstreifen weniger als acht Dosiseinheiten umfasst, nicht kindergesichert sein müssten oder sogar automatisch als kindersicher gelten. Denn auch für diese gilt, dass im Test mindestens zehn Dosiseinheiten vorgelegt werden müssen. Die Packung gilt als seniorenfreundlich, wenn im Einminutentest Zugang zu mindestens einer Dosiseinheit geschaffen werden kann.




Abbildung 3: Medi-Lock-Box. Hier wird zuerst der Druckknopf auf der Frontseite der Box betätigt und der Deckel dabei leicht angehoben, anschließend werden mit Daumen und Zeigefinger zwei weitere Druckpunkte auf den Schmalseiten der Box gedrückt gehalten und der Deckel komplett geöffnet.

Foto: Intini

Aktuelle Entwicklungen

 

Beim Dial-Blister ist jede Kapsel einzeln verblistert. Durch das Abreißen der Plastiklasche rechts von der Kapsel, wird der Blister aus seiner Verankerung freigegeben und frei drehbar (11). Erst wenn der Blister in die richtige Position gedreht wurde, nämlich so, dass die Kapsel vertikal entsprechend den gelben Pfeilen ausgerichtet ist, stimmt die Kapselausrichtung mit der Perforation der Sollbruchstelle des Blisters überein und die Kapsel kann nach hinten herausgedrückt werden (Abbildung 1).

 

Beim so genannten Slide-Pack handelt es sich um die Spezialform eines Wallets. Der Blister ist auf der Oberseite in einer Pappkarte fixiert (Abbildung 2). Auf der Rückseite befindet sich zwischen Blister und Papprückwand eine bewegliche Plastikscheibe (12). In der Plastikscheibe und Papprückwand des Wallets befinden sich vorgestanzte Öffnungen, durch die die Tabletten herausgedrückt werden. Dies ist jedoch nur möglich, wenn die Plastikscheibe mit dem Finger in Pfeilrichtung nach rechts bewegt und während des Herausdrückens in dieser Position gehalten wird, da nur in dieser Position der Tablettennapf, die Öffnung der Plastikscheibe und die des Pappkartons deckungsgleich zum Liegen kommen. In der Grundposition der Plastikscheibe in diese gegen den Blister verschoben und verhindert so ein Herausdrücken der Arzneiform aus dem Blister.

 

Ein Beispiel für eine kindersichere Sekundärverpackung ist die Medi-Lock-Box (Abbildung 3). Durch den benötigten Kraftaufwand und die erforderliche Fingerfertigkeit wird Kindern das Öffnen der Verpackung erschwert (13). Dabei wird zuerst der Druckknopf auf der Frontseite der Box betätigt und der Deckel dabei leicht angehoben, anschließend werden mit Daumen und Zeigefinger zwei weitere Druckpunkte auf den Schmalseiten der Box gedrückt gehalten und der Deckel komplett geöffnet.


Zwar sind die bisher vorgestellten Methoden beziehungsweise Modelle zielführend, jedoch ist der Produktionsprozess relativ kompliziert und demzufolge teuer. Eine wesentlich einfachere und sicherlich praktikablere Variante, den Inhalt von Arzneimittelverpackungen vor dem Zugriff von Kindern zu schützen, sind Blister mit so genannter kindersicherer Deckfolie. Kindersichere Deckmaterialien bestehen aus einer Aluminiumfolie, kaschiert mit einer Reihe anderer Folien. Sorgfältig aufeinander abgestimmte Haftkräfte zwischen den Verbundlagen dienen dazu, die gewünschten, für das Endprodukt notwendigen Eigenschaften wie Peelen/Durchdrücken, Aufpeelen oder Aufreißen, zu erreichen. Häufig handelt es sich dabei um Laminate mit  Polyester- und Polyamidfolien, die den nötigen Druckwiderstand und gute Peelbarkeit liefern, allerdings gibt es eine relativ große Bandbreite kindersicherer Deckfolienverbunde für Blisterpackungen sowohl in der peelbaren als auch in der Peel-Push-Variante (14).



Abbildung 4: Peel-/Durchdrückversion (Peel-Push-Blister).
1. Abtrennen des einzelnen Blisternapfs entlang der Perforation. 2. Abziehen der obersten Schichten (PET oder PET/Papier) an der dafür vorgesehenen Stelle (Peel). 3. Durchdrücken (Push) der Arzneiform durch die Aluminiumfolie.

Foto: Uhlmann Pac-Systeme; Alcan Packaging




Abbildung 5: Aufreißversion (Tear-Blister).
1. Abtrennen des einzelnen Blisternapfs entlang der Perforation. 2. Aufreißen an der dafür vorgesehenen Stelle und Entnahme des Produkts.

Foto: A. Ziegler

Diese drei genannten unterschiedlichen Ausprägungen von Blistern mit kindersicherer Deckfolie unterscheiden sich leicht in den schrittweise aufeinander folgenden Handgriffen zum Öffnen des Blisters:

 

Peel-/Durchdrückversion (Peel-Push-Blister, Abbildung 4)
Aufreißversion (Tear-Blister, Abbildung 5)
Aufpeelversion (Peel-Blister, Abbildung 6)

 

 




Abbildung 6: Aufpeelversion (Peel-Blister) A. Abtrennen des einzelnen Blisternapfs entlang der Perforation. B. Abziehen (Aufpeelen) der Deckfolie und C. Entnahme des Produkts.

Foto: www.drugs.com


Fazit

 

Die Verpackungsindustrie entwickelt gemeinsam mit der Pharmabranche kreative und vor allem zunehmend einfacher herzustellende und handzuhabende Verpackungen. Dies dient zum einen dazu, die rechtlichen Anforderungen zu erfüllen, zum anderen wird damit dem natürlichen Interesse Rechnung getragen, Kinder vor schwerwiegenden oder gar lebensbedrohlichen Vergiftungen zu schützen.


Literatur

  1. Der grüne Saft schmeckt komisch, Vergiftungsunfälle bei Kindern, pressedienst das gesunde Kind pgk, Jg. 39, 5/6 (2005)
  2. Damit kindliche Neugier nicht gefährlich wird. Wirksamer Schutz durch kindergesicherte Pharmaverpackungen Close-up Ausgabe 1/2004
  3. Bundesvereinigung für Gesundheit e. V. und Informationszentrale gegen Vergiftungen, Bonn für die Bundesarbeitsgemeinschaft »Kindersicherheit«
  4. Kindergesicherte und seniorengerechte Verpackung: Zwei Generationen, ein Thema Horst Antoschinski
  5. EU-Richtlinien 1999/45
  6. EU-Richtlinien 1967/548
  7. 14. AMG-Novelle gültig ab 06.09.2005
  8. Kindergesicherte Verpackung für Arzneimittel, Anordnung einer Auflage nach § 28 AMG vom 17.09.1984
  9. www.childproofpackaging.com/seq/[10] DIN Deutsches Institut für Normung e.V. 2004
  10. US Environmentoal Protecting gency: Colbert Packaging Corporation: PharmaDial
  11. US Environmentoal Protecting Agency: Cardinal Health: Slide Pack
  12. US Environmentoal Protecting Agency: Intini Marketing Inc. Medi-Lock
  13. Alcan Packaging Singen GmbH, www.alcanpackaging.com

Anschrift des Verfassers:

Andreas S. Ziegler

Flurstraße 2

90613 Großhabersdorf

andreas.s.ziegler(at)gmx.de


Weitere Themen im Ressort Pharmazie...

Beitrag erschienen in Ausgabe 21/2006

 

Das könnte Sie auch interessieren

 




PHARMAZEUTISCHE ZEITUNG ONLINE IST EINE MARKE DER

 




ARCHIV DER HEFT-PDF

 
PDF der Druckausgabe zum Download
 







DIREKT ZU