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Arbeitsverträge

Impfzentren: Apotheker bekommen zwischen 81 und 100 Euro pro Stunde

Die Vertrags- und Arbeitsbedingungen für die Tätigkeit in Impfzentren variieren von Bundesland zu Bundesland sehr stark. Das zeigt eine aktuelle Adexa-Umfrage. Augen auf, rät daher die Apothekengewerkschaft.
Jennifer Evans
01.02.2021  12:50 Uhr

Rund 300 Apotheker und Pharmazeutisch-technische Assistenten (PTA) aus 14 Bundesländern haben sich im Januar 2021 an der Adexa-Umfrage zu den Arbeitsbedingungen in Impfzentren und mobilen Impfteams beteiligt. Demnach bewegt sich der Stundensatz bei den PTA zwischen 20 Euro und 60 Euro. Am häufigsten erhalten sie ein Honorar zwischen 31 und 40 Euro. Bei den befragten Approbierten bekommen rund 78 Prozent eine Vergütung von mehr als 60 Euro pro Stunde. Für die meisten (39 Prozent) liegt diese zwischen 81 Euro und 100 Euro. Und rund 17 Prozent der Apotheker haben sogar einen Stundensatz von bis 140 Euro vereinbart. Die Adexa bemerkt in diesem Zusammenhang, dass auch ein kleinerer Anteil der Apotheker, nämlich insgesamt 22 Prozent, sich in derselben Honorarspanne bewegt wie die PTA.

Insgesamt sehen 61 Prozent der Verträge, die Apotheker oder PTA für ihre Tätigkeit in Impfzentren oder mobilen Impfteams geschlossen haben, eine Arbeitszeit unter 20 Wochenstunden vor. Bei gut 22 Prozent sind es mehr als 40 Stunden pro Woche, bei 9 Prozent 31 bis 40 Stunden und bei 8 Prozent 20 bis 30 Stunden. Die Angaben gelten für jene Teilnehmer, die zum Zeitpunkt der Befragung die Inhalte ihres Arbeitsvertrags bereits kannten. Knapp 13 Prozent waren zum Umfragezeitpunkt bereits in einem Impfzentrum beziehungsweise einem mobilen Impfteam tätig, beworben hatten sich 58 Prozent. Mit 59 Prozent arbeitet der überwiegende Teil der Befragten im Angestelltenverhältnis. 41 Prozent gaben an, auf Honorarbasis tätig zu sein, darunter waren laut Adexa mehr Approbierte als PTA.

Mängel bei der Haftung

Nach Angaben der Gewerkschaft funktioniert es in Sachen Schulungen und Arbeitsschutz für die Beschäftigten in Impfzentren nicht überall. »Nur in knapp der Hälfte der Bewerbungsgespräche wurde das Thema Haftung und Versicherungsschutz überhaupt angesprochen«, heißt es. Und einige der Befragten hätten gesagt, dass für sie keine Versicherung abgeschlossen sei oder werde, um sie bei Unfällen oder Haftungsfällen abzusichern.

Auch Schulungen hätten zum Teil gar nicht oder nur unzureichend stattgefunden, bemängelten die befragten Apotheker und PTA. Adexa zufolge tauchte dabei als ein wichtiges Problem das aseptische Arbeiten bei der Rekonstitution auf. Außerdem beklagten viele Teilnehmer auch organisatorische Probleme und Verzögerung ihres Arbeitsbeginns aufgrund fehlender Impfstoffe.

Minou Hansen, Rechtsanwältin und Leiterin der Adexa-Rechtsberatung, rät daher, Arbeitsverträge für die Tätigkeit in Impfzentren oder mobilen Impfteams unbedingt vor Unterzeichnung rechtlich prüfen zu lassen.

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