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Infektionsbedingte Tumoren
Impfen gegen Krebs

Therapeutische Impfstoffe

Auch an therapeutischen Vakzinen gegen Krebs werde gearbeitet, berichtete Dingermann. Auf diesem Gebiet seien besonders die Unternehmen BioNTech aus Mainz, CureVac aus Tübingen und Moderna Therapeutics aus Cambridge, USA, aktiv. Alle drei entwickelten Impfstoffe auf Basis von messenger-RNA (mRNA), erklärte der Referent. Statt eines oder mehrerer Antigene enthalten die Vakzine die Bauanleitung für diese. »Die Antigene werden also in vivo im Geimpften produziert.«

Die Firma BioNTech aus Mainz verfolgt dabei verschiedene Ansätze: Bei iNeST-Produkten handelt es sich um auf den Patienten zugeschnittene Vakzinen. Hierfür analysiert das Unternehmen den Tumor des Patienten, sucht nach charakteristischen Neoantigenen und kombiniert die mRNA-Bauanleitung für diese in einem Impfstoff. Bei dem zweiten Ansatz FixVac wird eine fixe Kombination von Neoantigenen für bestimmte Tumoren in einem Impfstoff zusammengefasst.

In der Vakzine liegt die mRNA in Form von Liposomen vor. Diese werden von verschiedenen Zellen aufgenommen, die mRNA wird abgelesen und in Protein übersetzt. »Ein Vorteil der mRNA-Impfstoffe ist, dass die eingebrachte Nukleinsäure sich nicht ins Erbgut integriert«, sagte Dingermann. Außerdem werde sie nur vorübergehend abgelesen, wobei sie – einmal in eine Zelle aufgenommen – eine vernünftige Stabilität aufweise. Eine ganze Reihe von Vakzinen zu unterschiedlichen Tumoren befindet sich bereits in der klinischen Entwicklung, ein Kandidat von BioNTech gegen metastasiertes Melanom bereits in Phase II.

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