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Apotheker ohne Grenzen

Im Einsatz nach Flut, Erdbeben und Tropensturm

Trotz Coronavirus-Pandemie wagte sich Apotheker ohne Grenzen (AoG) auch im Jahr 2021 in Krisengebiete, um dort anzupacken, wo Hilfe dringend benötigt wird. Dieses Jahr auch in einen Nothilfeeinsatz vor der eigenen Haustür.
Laura Rudolph
30.12.2021  18:00 Uhr
Im Einsatz nach Flut, Erdbeben und Tropensturm

»Corona prägt die ganze Welt und natürlich auch den Verein. Aber wir haben uns sehr gut darauf eingestellt«, berichtet Kira Morandin, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit und Fundraising von AoG, im Gespräch mit der Pharmazeutischen Zeitung.

Das erste inländische Großprojekt, die Versorgung Bedürftiger mit Hygieneartikeln, entstand aus einem kleinen, aber zündenden Impuls im Dezember 2020: Ein Obdachloser bat eine AoG-Projektkoordinatorin in Mainz um einen Mund-Nasen-Schutz, mit dem Zusatz, sich sonst eine liegengebliebene Maske von der Straße beschaffen zu müssen. Morandin betont: »Das hat uns sehr bewegt. Im Verein diskutierten wir gemeinsam die Möglichkeiten, wie wir den Schwächsten in dieser gewaltigen Krise helfen können.«

Aus dieser anfänglich kleinen Idee entstand ein Mammut-Projekt – mit mehr als 10.000 Hygiene-Tüten für Bedürftige in ganz Deutschland. Besonders die zu dieser Zeit geltenden Kontaktbeschränkungen machten diese Aufgabe zu einer logistisch großen Herausforderung. Die Helfenden sammelten viele Geld- und Sachspenden, verpackten die palettenweise gelieferten Masken, Seifen und Co. in Tüten ab und verteilten diese anschließend an die Bedürftigen.

Helfen nach der Flut

Im Juli folgte eine noch größere Hilfsaktion im Inland: Die Flutkatastrophe im Westen Deutschlands erschütterte die gesamte Nation. »Normalerweise sind wir mit unseren Nothilfeeinsätzen im Ausland. Wir waren sehr erschüttert über das Ausmaß dieser Katastrophe im eigenen Land«, berichtet Morandin.

Sehr schnell startete AoG eine Nothilfeaktion zur Sicherstellung der Arzneimittelversorgung der Bevölkerung. Zunächst beginnend Einsätzen, die schnellstmöglich die pharmazeutische Infrastruktur wiederherstellen sollten. Medikamentenbeschaffung und Beschaffung von Verbandsmitteln für die vielen Helfer, personelle Aushilfe in betroffenen Apotheken, Lagermanagement in den Nothilfelagern. Es folgten zwei längerfristige Projekte, unter anderem in Zusammenarbeit mit dem Projektpartner action medeor e.V. , in denen Container zur medizinischen Versorgung aufgestellt wurden. Zudem half AoG betroffenen Apotheken ohne ausreichender Versicherung, zerstörte Einrichtungsgegenstände und Geräte zu ersetzen, damit diese ihren Betrieb möglichst schnell wiederaufnehmen konnten.

»Uns erreichten viele Spendengelder und wir sind dafür sehr dankbar. Es gibt noch viel zu tun und wir von Apotheker ohne Grenzen bleiben dran, den Menschen in den betroffenen Regionen zu helfen«, betont Morandin

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