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Umfrage

Im Apothekenteam trägt nicht jeder eine Maske

Wie viel Kritik müssen Apothekenmitarbeiter für zu hohe Maskenpreise einstecken und wie hat sich die Nachfrage bei den Dienstleistungen verändert? Unter anderem um diese Fragen ging es in der Erhebung des Informationsdienstleisters Marpinion im Auftrag der PZ.
Jennifer Evans
25.05.2020  16:06 Uhr

Die Nachfrage nach professionellen Schutzmasken ist angesichts der Coronavirus-Pandemie immer mehr gestiegen. Dementsprechend schossen in den vergangenen Monaten auch die Einkaufspreise in die Höhe. Um wirtschaftlich zu kalkulieren, haben die Pharmazeuten daher auch von ihren Kunden mehr Geld für die Masken verlangt. Manchmal stand der Vorwurf des Wuchers im Raum. Mussten die Apotheken sich oft gegen diese Kritik wehren? Unter anderem dieser Fragestellung ist nun die bundesweite Auswertung unter mehr als 1.000 Teilnehmern im Auftrag der PZ nachgegangen. Demnach gaben fast 80 Prozent der Apothekeninhaber an, dass ihre Kunden die aktuellen Maskenpreise akzeptieren. Unter den Apothekern (64 Prozent) und den PTA (gut 63 Prozent) sind etwas weniger dieser Meinung. Für die Analyse befragte der Informationsdienstleister Marpinion im Mai 2020 insgesamt 105 Apothekeninhaber, 247 Apotheker und 675 pharmazeutisch-technische Assistenten (PTA).

Danach gefragt, wie häufig die Kunden Kritik an den Maskenpreisen äußerten, antworteten knapp die Hälfte der befragten Inhaber, entweder selten (etwa 31 Prozent) oder sehr selten (rund 17 Prozent) im Alltag damit konfrontiert zu werden. Den Apothekern und den PTA geht es anders. 134 Personen beider Berufsgruppen gaben an, sich häufig mit Beanstandungen dieser Art auseinandersetzen zu müssen. 59 sagten, dies komme sogar häufig vor.

Mit Blick auf ein mögliches Verkaufsverbot der Filtermasken FFP2/FFP3 in der Apotheke sind die Ansichten eindeutig. Mehr als drei Viertel der Inhaber (gut 78 Prozent) lehnen der Umfrage zufolge ein solches Verbot ab. Bei den PTA sind es mit mehr als 55 Prozent etwas weniger als bei den Apothekern mit mehr als 62 Prozent. Die große Mehrheit der Inhaber (mehr als 73 Prozent) sind außerdem der Meinung, FFP2/FFP3-Masken sollten nicht nur auf Rezept an Risikopatienten abgegeben werden. Dafür sprachen sich auch mehr als 58 Prozent der Apotheker und knapp die Hälfte (49,6 Prozent) der PTA aus.

Welche Maskentypen verwenden Apotheker und PTA?

Wie sieht es in den Offizinen selbst aus? Trägt dort die gesamte Belegschaft eine Maske? Das beantworteten insgesamt 582 Personen mit Ja. Das entspricht gut der Hälfte aller Umfrageteilnehmer. 45 Inhaber, 23 Apotheker und 223 PTA verneinten allerdings diese Frage. Als Maskentyp kommt bei der Arbeit in der Apotheke am häufigsten der Mund-Nasen-Schutz zum Einsatz. Das bestätigten rund 700 aller Befragten, also nahezu drei Viertel. Auch selbstgenähte Schutzmasken nutzen viele, wie bei der möglichen Mehrfachnennung 401 Teilnehmer angaben. Darauf folgen FF2-Masken, wie 327 Personen bestätigen. Andere Maskentypen spielen demnach kaum eine Rolle. Problematisch scheint in der Apotheke offenbar zu sein, den Mindestabstand von 1,5 Metern zu anderen Menschen einzuhalten. Wie 39 Prozent der Inhaber zugeben, klappt das im Arbeitsalltag nicht. Gut 36 Prozent der Apotheker und knapp 42 Prozent der PTA bekräftigen ebenfalls, dass die Umsetzung dieser Vorgabe nicht funktioniert.

In Sachen Dienstleistungsangebote verzeichneten angesichts der Coronavirus-Pandemie mehr als 46 Prozent der Inhaber einen Anstieg was die Nachfrage beim Botendienst betrifft. Gut 26 Prozent von ihnen beobachten sogar einen deutlichen Anstieg in diesem Bereich.  Mehr als 25 Prozent meinen, der Bedarf sei in etwa gleichgeblieben. Dieser Einschätzungen stimmen die Apotheker und PTA im Wesentlichen zu. Seit die sogenannte SARS-CoV-2-Arzneimittelversorgungs-Verordnung des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) in Kraft ist, haben die Apotheker in diesem Bereich mehr Handlungsspielraum. Nicht verstärkt von den Patienten nachgefragt – im Vergleich zu der Zeit vor der Krise – sind hingegen Angebote rund um die Telepharmazie. Darin waren sich Inhaber (80 Prozent), Apotheker (knapp 54 Prozent) und PTA (knapp 47 Prozent) ziemlich einig.

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