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Bundesapothekerkammer

Hoffmann und Siemsen kandidieren für den BAK-Vorstand

Am 26. November wählt die Bundesapothekerkammer einen neuen Geschäftsführenden Vorstand. Inzwischen ist klar, dass es am Wahltag einige spannende Abstimmungen geben wird – auch um die Beisitzerposten im Vorstand. Denn auch Kai-Peter Siemsen, Präsident der Hamburger Kammer, und Armin Hoffmann, Präsident der Kammer Nordrhein bewerben sich für dieses Amt. Für die drei Vorstandsposten könnte es bis zu fünf Bewerber geben.
Benjamin Rohrer
05.11.2020  13:55 Uhr

Aus berufspolitischer Sicht wird es im Jahr 2020 für die Apotheker noch einige wichtige Entscheidungen geben. Denn die Bundesapothekerkammer (26. November), der Deutsche Apothekerverband (2. Dezember) sowie die ABDA (9. Dezember) wählen in ihren Mitgliederversammlungen neue Geschäftsführende Vorstände. Weil viele Spitzenkandidaten nicht erneut kandidieren, werden die Top-Positionen der drei Spitzen-Organisationen der Apotheker einige neue Gesichter bekommen.

Insbesondere in der Bundesapothekerkammer wird es zu einigen Personalumstellungen kommen. Nach dem Tod von Andreas Kiefer (Rheinland Pfalz) will sich Thomas Benkert (Bayern) als neuer BAK-Präsident wählen lassen – Gegenkandidaten für diesen Posten gibt es keine. Für das Amt des/der Vize-Präsident/-in gibt es allerdings zwei Kandidatinnen. Hier hatten Kerstin Kemmritz (Berlin) und Ursula Funke (Hessen) ihre Bewerbung bekanntgegeben. Um Benkerts Stellvertretung wird es am 26. November also eine Kampfabstimmung geben.

Drei Posten als Beisitzer, bis zu fünf Bewerber

Inzwischen ist klar, dass es auch bei der Verteilung der drei Beisitzerposten im Geschäftsführenden Vorstand ein spannendes Rennen geben wird. Dazu jedoch zunächst eine kurze Erklärung zur Struktur dieses Gremiums: Der Geschäftsführende Vorstand der BAK besteht aus fünf Mitgliedern, zwei der Posten entfallen auf den Präsidenten und den Vize-Präsidenten. Es gibt drei Vorstandsbeisitzer. Für die Wahl des Gremiums gibt es die Vorgabe, dass mindestens zwei Mitglieder des Vorstands angestellte Apotheker sind. Derzeit sind dies Hannes Müller (Westfalen-Lippe) und Georg Engel, Krankenhausapotheker und Präsident der Kammer in Mecklenburg-Vorpommern. Die drei Posten für selbstständige Apotheker im BAK-Vorstand wurden in der nun endenden Wahlperiode von Kiefer, Benkert und Funke gehalten.

Für die drei Beisitzerposten gibt es in diesem Jahr vier Bewerber. Engel und Müller treten erneut an. Bekannt wurde nun auch, dass Kai-Peter Siemsen, Präsident der Apothekerkammer Hamburg, und Armin Hoffmann, Präsident der Apothekerkammer Nordrhein (AKNR)einen Posten als Beisitzer haben wollen. Zudem ist derzeit noch offen, ob die Verliererin aus dem Duell Funke-Kemmritz als Beisitzerin kandidiert – dann gäbe es sogar fünf Bewerber um den Beisitz. Sollten Hoffmann, Müller und Engel die meisten Stimmen erhalten, könnten die drei Vorstandsbeisitzer theoretisch auch an drei angestellte Apotheker vergeben werden, denn Hoffmann ist Industrieapotheker.

Hoffmann: Expertise der AKNR sollte im Bund vertreten sein

Gegenüber der PZ erklärte er zu den Beweggründen seiner Kandidatur: »Ich würde mich auf Bundesebene gerne in die Berufspolitik einbringen. Es wäre wichtig, die Expertise der AKNR im Bund einzubringen. Unsere Kammer streitet seit vielen Jahren in vielen wichtigen Gerichtsverfahren für die Öffentliche Apotheke, dabei geht es insbesondere um die Punkte Versorgungsqualität, Gerechtigkeit im Wettbewerb und Versandhandel.« Der gebürtige Franke erklärte zudem, dass er schon seit 20 Jahren in verschiedenen Gremien auf Bundesebene tätig sei, unter anderem in Kommissionen als Vertreter der Industriepharmazie, auch am neuen Berufsbild der Apotheker habe er mitgearbeitet.

Hoffmann weiter: »Ich würde mich ferner dafür einsetzen, dass wir die Novellierung der Approbationsordnung schneller in die Praxis umsetzen.  Die Pharmazie entwickelt sich gerade jetzt sehr schnell weiter – es kann nicht sein, dass die Studieninhalte dieser Entwicklung jahrelang hinterherhinken. Drittens verfügt die AKNR über eine besondere Expertise im Bereich pharmazeutische Dienstleistungen. Unser Fortbildungskonzept Athina wurde inzwischen in 11 weiteren Kammern umgesetzt. Bei der Entwicklung, Etablierung und Weiterentwicklung dieser Dienstleistungen soll auch die BAK eng mitarbeiten, beispielsweise wenn es um Qualitätsleitlinien geht. Grundsätzlich finde ich auch, dass die ABDA immer wieder einen Perspektivwechsel braucht. Ich gehe als Kunde in die Vor-Ort-Apotheke und kann so auch einen Blick von außen anbieten.«

ABDA wieder näher an die Basis rücken

Auch der Hamburger Apotheker Siemsen äußerte sich gegenüber der PZ zu seiner Kandidatur für den BAK-Vorstand. Siemsen ist schon seit einigen Jahren im Haushaltsausschuss der ABDA tätig und will sich nun stärker in die Arbeit der BAK einbringen. »Wir Apotheker stehen vor einer längeren Umbruchzeit. Auch innerhalb unserer Standesvertretung werden sich viele Dinge ändern, beispielsweise stehen in der ABDA-Führung mehrere Wechsel an. Aus meiner Sicht wird es für die neue Führung unserer Standesvertretung wichtig sein, die Standpunkte und Forderungen der Apotheke in der Politik wieder stärker in den Fokus zu rücken«, so Siemsen.

Man müsse sich aber auch darum kümmern, dass das Vertrauen der Basis in ihre eigene Standesvertretung wieder zunehme. »Und gerade bei diesem Punkt kann ich aus meiner Sicht einen wichtigen Teil einbringen. Denn durch meine langjährige Zugehörigkeit zum Haushaltsausschuss der ABDA kenne ich die Probleme in der Struktur und im Hauptamt gut. Bei der anstehenden Strukturuntersuchung der ABDA, die auch die Präsidentschaftskandidatin Gabriele Regina Overwiening unterstützt, ist es wichtig, dass auch haushälterisches Wissen der vergangenen Jahre eingebracht wird.« Er freue sich, dass es eine wirkliche Wahl im BAK-Vorstand geben wird. »Davon lebt die Demokratie! Wenn ich gewählt werde, freue ich mich auf diese neue Herausforderung. Wenn ich bei der Wahl zum Geschäftsführenden Vorstand der Bundesapothekerkammer unterliegen sollte, würde ich gerne wieder als Mitglied des ABDA-Haushaltsausschusses antreten.«

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