Pharmazeutische Zeitung online
Hilfsorganisationen

Hilfe aus ­Verbundenheit

Von Brigitte M. Gensthaler / Eine Apotheke im tansanischen ­Wasso und ein Sommertour-Bus: Dies können die Besucher an den Ständen von zwei Apotheker-Hilfsorganisationen bei der ­Expopharm 2018 kennenlernen. Dazu gibt es jede Menge Informationen über eine gute und sinnvolle Entwicklungszusammenarbeit.
Datenschutz bei der PZ

Eine langjährige Zusammenarbeit verbindet Apotheker Helfen e. V. (AH) und das Wasso-Hospital im Norden Tansanias. Das aktuelle Projekt – eine neue Apotheke – stellt Apotheker Helfen am Stand (Halle B6, F-19) vor.

Apotheker Helfen in ­Tansania

»Unser Ziel ist es, mit der Apotheke die ambulante Medikamentenversorgung der Bevölkerung in der Siedlung Wasso weiter zu verbessern und die regionalen Gesundheitsstrukturen zu stärken«, erklärt AH-Geschäftsführer Apotheker Dr. Andreas Wiegand. Apotheker Helfen begleitet den Bau finanziell und mit pharmazeutischem Know-how.

Die Apotheke wird neben Lager und Arzneimittelausgabe auch eine Rezeptur sowie ein Beratungszimmer haben. »Der zuständige Distriktapotheker wurde von Anfang an in die Planungen einbezogen, sodass die Apotheke voll den Anforderungen der tansanischen Aufsichtsbehörde entspricht«, betont Wiegand.

Derzeit läuft bereits der Innenausbau. Im nächsten Schritt wird eine funktionale Innenausstattung gekauft. Tische und Stühle, Schränke und Lagerregale werden zum Teil von heimischen Handwerkern angefertigt. So sichert die neue Apotheke ­Arbeitsplätze vor Ort – auch das ist für Apotheker Helfen ein wichtiger Aspekt.

Ob Tansania, Uganda oder Senegal: »Mit unseren Projekten stärken wir nicht nur die Gesundheitsinfrastruktur, sondern fördern konsequent die Vermittlung von Fachwissen und helfen bei Managementaufgaben«, unterstreicht Wiegand. »Unsere Verbundenheit zu unseren Partnern zeigt sich auch darin, dass wir sie mit Respekt in ihrer fachlichen Selbstständigkeit stärken.« Mehr zu aktuellen Projekten, zu Mitgliedschaft und anderen Unterstützungsmöglichkeiten erfahren die Besucher am Stand von Apotheker Helfen.

 

Apotheker ohne Grenzen »on tour«

Mit einem auffallenden Objekt lockt der gemeinnützige Verein Apotheker ohne Grenzen Deutschland e. V. (AoG) die Besucher an. »Mit dem AoG-Sommertour-Bus zeigen wir dieses Jahr wirklich etwas Besonderes auf unserem Stand«, freut sich Geschäftsführerin Eliette Fischbach. Am Stand von AoG (Halle C5/C-05) könne sich jeder Besucher ein persönliches Bild davon machen, wie sehr ehrenamtliches ­Engagement und aktive Beteiligung bei AoG geschätzt werden.

Zwei Monate sind AoG-Mitglieder mit einem VW-Bus quer durch Deutschland gefahren und haben über die weltweiten pharmazeutischen Einsätze des Vereins berichtet, Spenden für neue Projekte gesammelt und viele Menschen über Arzneimittelspenden aufgeklärt. »Bei Apotheker ohne Grenzen kann jeder auf seine Weise aktiv werden. Wir ­laden alle Besucher herzlich zu uns ein, um sich über den Verein und die individuellen Einsatzmöglichkeiten zu informieren«, sagt Fischbach.

Wer wissen möchte, wie ein Einsatz für Apotheker oder PTA im Projektland aussieht und welche Voraussetzungen dafür nötig sind, wie man sich aktiv mit seiner eigenen Apotheke engagieren kann oder Mitglied wird, der kann sich von erfahrenen AoG-Einsatzkräften und Mitgliedern am Stand beraten lassen. Bei ­einem speziellen »Apotheker-Quiz« kann jeder Besucher sein Wissen auf die Probe stellen. Bildcollagen und Videos erzählen eindrucksvoll aus den weltweiten Katastrophen- und Entwicklungseinsätzen, unter anderem auch von der 2018 begonnenen Hilfe für Rohingya-Flüchtlinge in Bangladesch. Fischbach ist überzeugt: »Vorbeischauen lohnt sich definitiv.« /