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Covid-19

Herzmuskelschäden erhöhen Sterblichkeit

Patienten mit kardiovaskulären Erkrankungen haben ein höheres Risiko für einen schweren Verlauf einer SARS-CoV-2-Infektion und eine deutlich höhere Sterblichkeit. Dies wurde am Renmin-Hospital der Universität von Wuhan in China nachgewiesen.
Brigitte M. Gensthaler
26.03.2020
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In ihre Kohortenstudie bezogen die Autoren um Shaobo Shi 416 Patienten mit bestätigter Covid-19-Erkrankung ein. Fast jeder Fünfte (19,7 Prozent) hatte bei Aufnahme in die Klinik eine kardiale Vorschädigung, berichten die Wissenschaftler im Fachjournal »JAMA Cardiology«. Im Vergleich zu herzgesunden Patienten der Kohorte waren die 82 herzkranken Patienten älter (median 74 versus 60 Jahre) und hatten mehr Begleiterkrankungen, zum Beispiel Bluthochdruck, Diabetes, koronare Herzkrankheit, zerebrovaskuläre Erkrankungen und Herzinsuffizienz.

Deutlich mehr Patienten, die herzkrank in die Klinik kamen, hatten einen schweren Krankheitsverlauf und brauchten eine nicht-invasive oder invasive Beatmung. Zudem erlitten die Patienten mit Herzmuskelschäden häufiger Komplikationen wie ein akutes Respiratory Distress Syndrom (ARDS, eine lebensbedrohliche Lungeninsuffizienz), akutes Nierenversagen, Elektrolyt- und Blutgerinnungsstörungen. Zudem starben deutlich mehr Menschen: 42 der 82 herzkranken Patienten (51,2 Prozent) gegenüber 15 der übrigen 334 (4,5 Prozent).

Die Autoren schlussfolgern aus ihre Studie, dass kardiale Schäden ein unabhängiger Risikofaktor für eine erhöhte Sterblichkeit bei einer Covid-19-Erkrankung sind. Die exakten Mechanismen seien unbekannt. Sie weisen aber darauf hin, dass das Coronavirus MERS-CoV eine akute Myokarditis auslösen kann, die zu Herzödemen und akuten Myokardschäden führen kann. Ob auch SARS-CoV-2 direkt das Herz schädigen kann, sei offen.

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