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Beratung

Häufige Beschwerden in Magen und Darm

Neben ihren Schwerpunkten hat die Pharma-World im Rahmen der Expopharm 2018 eine ganze Reihe weiterer Themen zu bieten. Eines davon: Erkrankungen von Magen und Darm. Zu diesen gehören Obstipation, Dyspepsie und Reizdarm. Sie geben in der Apotheke häufig Anlass für Beratungsgespräche.
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Vielfältiger als häufig angenommen ist die Gruppe der Patienten mit Obstipation. So leiden nicht nur Schmerzpatienten, die Opioide anwenden, an Problemen mit der Stuhlentleerung. Bei ihnen hemmen die schmerzlindernden Medikamente auch die Motilität des Darmes. Auch andere, insbesondere neurologische Erkrankungen wie ein Morbus Parkinson können einen geregelten Stuhlgang erschweren. Die Ursachen finden sich sowohl in der Erkrankung selbst als auch in deren Pharmakotherapie. Aber auch Patienten, die beispielsweise Antidepressiva oder Diuretika einnehmen, klagen oft über Obstipation.

Und nicht nur ältere Menschen suchen wegen Obstipation Rat in ihrer Apotheke, sondern auch junge Menschen. Zu geringe Trinkmengen und ein Mangel an Bewegung kennzeichnen den Alltag vieler Berufstätiger und können sich auf den Stuhlgang auswirken. Weitere häufige Ursachen sind Stress und/oder ein Reizdarmsyndrom. Häufig können unter anderem Macrogole, Lein- und Flohsamen oder chemisch definierte Abführmittel die Symptome lindern. Bei dennoch anhaltenden Beschwerden sollte ein Arzt die Ursache der Obstipation klären.

Reizdarm

Mit Obstipation, mit Durchfällen oder mit beiden Beschwerden im Wechsel kann ein Reizdarmsyndrom einhergehen. Daneben treten häufig Blähungen und teils heftige Bauchschmerzen auf. Funktionelle Veränderungen lassen sich nicht finden, auch Biomarker können zur Diagnostik nicht herangezogen werden, doch Lebensqualität und Leistungsfähigkeit der Betroffenen leiden deutlich. Im Beratungsgespräch steht die Linderung der am stärksten belastenden Beschwerden an erster Stelle. Auch hier können unter anderem Macrogole und Floh- oder Leinsamenzubereitungen zum Einsatz kommen, um die Darmtätigkeit zu regulieren. Daneben wirken regelmäßige und ruhige Mahlzeiten, Entspannungsübungen sowie regelmäßige Bewegung ausgleichend auf die Darmfunktion.

Reagiert der Magen gereizt, ohne dass sich dafür funktionelle Veränderungen finden lassen, spricht man von ein Reizmagen. Die Zuordnung, ob die Beschwerden durch einen Reizmagen oder einen Reizdarm verursacht werden, fällt vielen Patienten nicht leicht. So wissen viele Betroffene nicht, dass es auch bei einem Reizmagen zu Blähungsbeschwerden kommen kann. Wie beim Reizdarm kommt auch beim Reizmagen eine multimodale Therapie zum Einsatz.

Vorträge

Mehr zu den Themen rund um Magen und Darm gibt es am Mittwoch in den Vorträgen von Professor Dr. Stefan Müller-Lissner (»Obstipation – Biorhythmus und Behandlung«) und Dr. Mario Wurglics (»Symptom-orientierte Beratung bei funktionellen Magen-Darm-Beschwerden«) und am Samstag im Vortrag von Professor Dr. Paul Enck (»Beeinträchtigung der Lebensqualität durch Darmbeschwerden«) sowie bei den Ausstellern Norgine, Sanofi und Dr. Willmar Schwabe.

Das Vortragsprogramm der Pharma-World wurde von Professor Dr. Manfred Schubert-Zsilavecz und Professor Dr. Theo Dingermann, beide Universität Frankfurt am Main, kuratiert. Fortbildungspunkte für den Besuch der Vorträge sind bei der Bayerischen Landesapothekerkammer beantragt. /