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Neues E-Angebot

Ghana startet Apotheken-Plattform

Pharmazeutische Dienstleistungen remote – das ist die Idee hinter der pharmazeutischen E-Plattform, die Ghanas Vizepräsident Mahamudu Bawumia kürzlich vorgestellt hat. Zugleich soll sie Arzneimittelfälschungen reduzieren, indem Apotheker die Präparate vor dem Versand kontrollieren.
Jennifer Evans
10.08.2022  11:00 Uhr

Für die Regierung Ghanas bringt die neue Plattform namens National Electronic Pharmacy Platform (NEPP) viele Vorteile mit sich. Sie sei »eine bequeme Möglichkeit, pharmazeutische Dienstleistungen zu erwerben«, so der Vizepräsident des Landes Mahamudu Bawumia zum Start der NEPP. Demnach bieten die dortigen Pharma-Unternehmen darauf ihre Dienste an. Die Ghanaer können also über die E-Plattform ihre Medikamente kaufen und sich diese in alle Teile des Landes liefern lassen. Damit soll eine qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung vom Wohnort unabhängig sein. Der Zugriff ist via Smartphone oder PC möglich, die Registrierung ist kostenfrei.

Wie Vizepräsident Bawumia betonte, hätten der sogenannte Pharmacy Council sowie seine Partner eng zusammengearbeitet, um den Verkauf und Vertrieb von Arzneimitteln in Ghana zu verbessern und gleichzeitig die Verbraucher zu schützen. Beim Pharmacy Council handelt es sich um eine Aufsichtsbehörde, die pharmazeutische Standards im Interesse der Öffentlichkeit überwacht. Im Falle der E-Plattform setzte die Behörde mit verschiedenen Interessensgruppen gemeinsame Ziele um.

Mit Plattform Fälschungen aufspüren

Darüber hinaus soll das neue Plattform-Angebot laut Bawumia auch dabei helfen, »gefälschte und minderwertige Arzneimittel aus dem pharmazeutischen Ökosystem zu entfernen«, wie die »Ghanaian Times« berichtete. Unter anderem, indem die NEPP andere digitale Gesundheitsangebote im Land reguliert.

Dem Vizepräsidenten zufolge war eine der Motivationen, die Plattform ins Leben zu rufen, die Schwierigkeit, in Ghana »effiziente und zuverlässige Apotheken« zu finden. Oft würde die Notlage der Patienten ausgenutzt, um überhöhte Preise zu verlangen oder gefälschte Präparate anzubieten. Wer seine Medikamente über die Plattform ordert, kann nun sicher sein, dass ein Team professioneller Apotheker die Bestellungen vor der Abgabe kontrolliert.

EU fördert afrikanische Arzneimittel-Behörden

Im Februar dieses Jahres hatte die Europäische Union (EU) verkündet, die Arbeit der Entwicklungsagentur der Afrikanischen Union NEPAD (New Partnership for Africa’s Development) zu unterstützen, um regionale und nationale Arzneimittel-Regulierungsbehörden auf dem afrikanischen Kontinent zu stärken und so die Gesundheitssicherheit zu verbessern. Davon profitieren neben Ghana auch Länder wie in Ruanda, Südafrika oder Senegal. Zusammen mit der Europäischen Kommission, der Europäischen Arzneimittelagentur EMA, den EU-Mitgliedstaaten Belgien, Deutschland und Frankreich sowie der Bill & Melinda Gates Foundation (BMGF) stellt die EU dafür in den nächsten fünf Jahren mehr als 100 Millionen Euro bereit. Das Geld soll demnach auch dabei helfen, die »lokale Herstellung von hochwertigen, sicheren, wirksamen und erschwinglichen Arzneimitteln, Impfstoffen und anderen Gesundheitsinstrumenten« auszuweiten.

Ein Schlüsselpartner der EU ist in diesem Zusammenhang die afrikanische Arzneimittelagentur AMA (African Medicines Agency), die seit einiger Zeit den Schutz der öffentlichen Gesundheit in Afrika sowie die hohe Qualität von Arzneistoffen sicherstellt. Die PZ hatte bereits ausführlich darüber berichtet.

 

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