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Reserve-Antibiotika

Gezielt gegen Multiresistenz

Gruppe 5: Ceftarolin und Ceftobiprol

Das Wirkspektrum von Ceftarolin entspricht dem der Gruppe 3a. Hinzu kommt eine sehr hohe Aktivität gegen Methicillin-resistente Staphylokokken (MRSA) sowie Penicillin- und Ceftriaxon-resistente Pneumokokken. Zugelassene Indikationen sind komplizierte Haut- und Weichgewebeinfektionen sowie die ambulant erworbene Pneumonie.

Ceftobiprol hat eine der Gruppe 4 vergleichbare Aktivität gegen gram­negative Erreger. Im grampositiven ­Bereich ist es hochwirksam gegen MRSA sowie Penicillin- und Ceftriaxon-resistente Pneumokokken, analog zu Ceftarolin. Im Gegensatz zu diesem ist Ceftobiprol auch bei Enterococcus ­faecalis in vitro aktiv; das bedeutet, dass die klassische Enterokokken-Lücke der Cephalosporine für diese Substanz nicht zutrifft.

Ceftobiprol sollte allenfalls bei ­Mischinfektionen in Betracht gezogen werden. Für schwere Infektionen mit E. faecalis kommt die Substanz aus ­derzeitiger Sicht nicht infrage, da die Hemmwirkung nur in vitro nachgewiesen ist. Ceftobiprol ist für die Behandlung von schweren Haut- und Weichgewebeinfektionen sowie nosokomialen Pneumonien (außer Beatmungspneumonie) zugelassen.

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