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Joint Venture

Gehe/Alliance legen den Außendienst zusammen

Der Aufbau des neuen Großhandels-Joint Ventures zwischen Gehe und Alliance Healthcare hat begonnen. Dabei kommt es nun zu ersten strukturellen Veränderungen: Die beiden Konzerne legen ihre Vertriebsstrukturen zusammen. Ob sich daraus ein Personalabbau oder sogar Ausdünnungen beim Apotheken-Außendienst ergeben, wollte der Konzern nicht mitteilen. Auch bei den Kooperationen gibt es erste Zusammenlegungen.
Benjamin Rohrer
01.03.2021  13:42 Uhr

Seit dem 1. November gibt es das Joint Venture zwischen Alliance Healthcare Deutschland (AHD) und der Gehe. Mit der Zusammenführung der beiden Unternehmen entsteht ein neuer Großhandelskonzern, der rein rechnerisch zwischen 25 und 30 Prozent des Markts kontrolliert. Die Alliance-Mutter Walgreens Boots Alliance hält an dem Gemeinschaftsunternehmen eine 70-prozentige Mehrheit. Kurz nach Gründung des Joint Ventures verließ Ex-Gehe-Chef Peter Schreiner das Unternehmen, sein Nachfolger ist Andreas Thiede. AHD-Chefin Aline Seifert wurde Anfang November allerdings als Arbeitsdirektorin der Gehe installiert.

Viel wichtiger als die personellen Änderungen an der Spitze des Joint Ventures ist für Apotheker natürlich die Frage, inwiefern sich die Bildung des Gemeinschaftsunternehmens auf die Dienstleistungen von AHD und Gehe auswirkt. Wird es eine Zusammenlegung der Großhandelszentren geben? Könnte daraus vielleicht eine Ausdünnung der Liefertouren resultieren? Wird es Änderungen bei den Bestellungen geben? Auf all diese Fragen gibt es bislang keine Antworten. Berechtigt sind sie aber allemal, schließlich hatten die beiden Konzerne in einem Strategiepapier vor dem Zusammenschluss erklärt, dass die Bildung von gemeinsamen, effizienteren Strukturen eines von mehreren Zielen sei.

Nur noch drei Vertriebsregionen

Und genau solche Zusammenlegungen im operativen Geschäft zeigen sich nun erstmalig. Nach Informationen der PZ hat das neue Joint Venture am heutigen Montag sowohl die eigenen Mitarbeiter als auch die Kunden darüber informiert, dass es zu Änderungen in der Vertriebsstruktur kommen werde. Aus einer Mitteilung geht hervor, dass die regionalen Strukturen vereinfacht und harmonisiert werden sollen. Ab April 2021 soll es für den Großhandelsvertrieb nur noch drei Regionen geben (Nord, Süd-Ost, West), die jeweils von einem Regionalvertriebsleiter verantwortet werden. In diesen drei Regionen soll es insgesamt zwölf Vertriebsgebiete geben, in denen lokal auf die Bedürfnisse der Apotheker eingegangen werde, heißt es weiter.

Wird der Außendienst ausgedünnt?

Dass aufgrund dieser Zusammenlegungen insbesondere auf Ebene der Regionalvertriebsleiter Stellen wegfallen könnten, ist durchaus denkbar. Auf Nachfrage der PZ wollte eine Konzernsprecherin aber nicht näher darauf eingehen. Die Sprecherin wies darauf hin, dass man mit der Harmonisierung der Strukturen mehr Kundennähe schaffe. Dadurch komme es zu Optimierungen in der Führungsstruktur – Gespräche dazu würden derzeit geführt. Die Sprecherin fügte aber hinzu: »An der Gesamtstärke unseres Außendienstteams wird sich nichts ändern.« Auch die für Apotheker wichtige Frage, ob es durch den Zusammenschluss nun zu Ausdünnungen beim Außendienst komme, will der Konzern derzeit nicht klar beantworten. Die Sprecherin sagte dazu: »Uns ist es wichtig, dass jeder unserer Kunden, egal ob bei AHD oder Gehe, optimal und ganz nach seinen Anforderungen betreut werden kann.«

Geschäftsleiter Vertrieb Mark Böhm sagte laut Mitteilung zu den Umbaumaßnahmen: »Die Themen der Digitalisierung und der Ausbau von Serviceleistungen in Apotheken erfordern ein hohes Maß an Wissen und Flexibilität im Außendienst. Deshalb konzentrieren wir uns genau darauf.«

Auch die Kooperationsbeiräte werden zusammengelegt

Erste Veränderungen gibt es auch bei den beiden von den Großhändlern betriebenen Kooperationen gesund leben (Gehe) und Alphega (AHD). Konkret sei zusätzlich zu den die beiden Beiräten der Kooperationen ein neuer, übergreifender Beirat schon im Januar 2021 gebildet worden. Dieser übergreifende Beirat beschäftige sich damit, das zukünftige Serviceportfolio beider Kooperationen zu bewerten, heißt es in der Mitteilung.

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