Pharmazeutische Zeitung online
PDSG

Gehe gegen Ausnahmen beim Makelverbot

Der Großhändler Gehe übt Kritik, nachdem der Gesundheitsausschuss des Bundesrats der Länderkammer empfohlen hatte, das geplante Makelverbot im Patientendaten-Schutzgesetz (PDSG) aufzuweichen. Morgen nimmt der Bundesrat zu den Vorschlägen Stellung.
Jennifer Evans
14.05.2020  16:52 Uhr

Für Sonderfälle hat der Gesundheitsausschuss des Bundesrats mit Blick auf die vorgesehenen Regelungen im PDSG Ausnahmen beim Makelverbot mit E-Rezepten empfohlen. Stimmt der Patient schriftlich zu, sollte es ausnahmsweise möglich sein, dass ein Arzt die elektronische Verordnung an eine Apotheke weiterleitet. Zum Beispiel dann, wenn der Patient kein Smartphone hat. Der Prozess müsse sich aber transparent verfolgen lassen, so der Ausschuss.

Der Vorsitzende der Gehe-Geschäftsführung Peter Schreiner warnt davor, dass solche Ausnahmesituationen in der Versorgung schnell zur Regel werden könnten und befürchtet außerdem Missbrauch. »Das wäre ein Türöffner für die, die gezielt Rezepte lenken möchten, ohne dabei die Wahlfreiheit der Patienten zu beachten.« Das Großhändler spricht sich daher eindeutig für die freie Apothekenwahl aus. »Die Patienten sollen zu jeder Zeit an jeder Stelle selbst entscheiden, in welcher Apotheke sie ihr E-Rezept einlösen wollen«, so Schreiner. Eine Lenkung zu bestimmten Leistungserbringern oder die Steuerung von Rezepten, die nicht unmittelbar vom Patienten selbst ausgelöst werde, lehne er ab.

Grundsätzlich will der Ausschuss zwar an einem Zuweisungsverbot festhalten, aber gewisse Ausnahmesituationen definieren, um den Versorgungsalltag besser abzubilden. Nach Ansicht der Länder sollte der Gemeinsame Bundesausschusses (G-BA) die Richtlinie für solche Sonderfälle definieren.

Mehr von Avoxa