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Krisenmanagement während Pandemie

Ethikrat kündigt Stellungnahme an

Der Deutsche Ethikrat befasst sich derzeit mit den im Kampf gegen das Coronavirus ergriffenen Maßnahmen. »Der Deutsche Ethikrat arbeitet seit einigen Tagen im Auftrag von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn an einer Stellungnahme«, sagte der Vorsitzende Peter Dabrock in einem Interview mit »Focus Online«.
dpa
25.03.2020
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Nach seinen Angaben geht es darum, wie die Gesellschaft mit der Corona-Krise umzugehen habe - auch die Angemessenheit der Maßnahmen ist demnach Thema. »Wir hoffen, sie Ende der Woche veröffentlichen zu können.«

Zu den zur Eindämmung des Virus verhängten Einschränkungen von Freiheitsrechten sagte Dabrock: »Es wird einen Zeitpunkt geben, wo diese Einschnitte enden müssen.« Ein konkretes Datum könne im Augenblick wohl noch nicht festgelegt werden. »Wir warten ja jetzt erst einmal, was diese zwei Wochen Ausgangseinschränkungen bringen.« Dann müsse aber gesagt werden, unter welchen Kriterien welche Lockerungen vorgesehen sind oder ob Einschränkungen nur noch für einzelne Risikogruppen gelten sollen. »Solche Überlegungen müssen bald angestellt werden, damit wir nicht Gefahr laufen, die eindrückliche Solidarität im Lande zu verlieren. Jedenfalls dürfen wir weder nur das gesamte wirtschaftliche Leben bedrohen noch unser Gemeinwesen als Ganzes.«

Als konkrete Beispiele führte der Theologe an: »Wenn in Alten- und Pflegeheimen Menschen lange Zeit von ihren Angehörigen getrennt bleiben oder wenn in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe das Zusammenleben an mangelnder Freizeitmöglichkeit schwer leidet oder viele Menschen psychische Schäden davontragen, weil sie nicht mehr zur Therapie kommen, sehen wir, dass die derzeit aus meiner Sicht gebotenen Maßnahmen nicht ohne Zeitindex einfach so fortgeführt werden können.«

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