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China

Erster Toter durch neues Coronavirus

Dutzende Menschen sind in China an einem neuartigen Coronavirus erkrankt. Sieben sind in einem kritischen Zustand. Als erster stirbt ein 61-jähriger Patient. Chinese Forscher haben die Gensequenz bereits entschlüsselt und an die WHO übergeben.
PZ/dpa
13.01.2020
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Erstmals ist ein Patient an der geheimnisvollen neuen Lungenkrankheit gestorben, die in China ausgebrochen ist. Wie die Gesundheitskommission der zentralchinesischen Metropole Wuhan am Samstag berichtete, sind sieben Patienten in kritischem Zustand. Insgesamt sei bei 41 Erkrankten das neuartige Coronavirus festgestellt worden, das als Auslöser gilt. Andere ähnlich Erreger wie Influenza, SARS und MERS wurden ausgeschlossen. Zwei Patienten seien bereits aus dem Krankenhaus entlassen worden. Seit einer Woche seien keine neue Infektionen mehr entdeckt worden.

Nach offiziell unbestätigten Medienberichten in Hongkong soll es sich bei dem gestorbenen Patienten um einen 61-jährigen Mann handeln, der auch an Krebs und einer chronischen Lebererkrankungen gelitten habe. Er sei am Donnerstagabend gestorben. Der Mann habe wie die meisten anderen Patienten zu den Besuchern des Marktes gehört, der als Ursprungsort der Krankheit gilt. Auf dem Huanan-Markt, der seit 1. Januar geschlossen ist, wurden neben Fischen auch Wildtiere verkauft. Eine Ansteckung unter Menschen ist bislang nicht nachgewiesen worden. «Es sind keine klaren Erkenntnisse für eine Übertragung von Mensch zu Mensch gefunden worden», teilte die Gesundheitskommission der 11-Millionen-Metropole Wuhan mit. Unter den mehr als 750 Personen, darunter mehr als 400 medizinische Mitarbeiter, die Kontakt zu den Patienten gehabt hätten, seien keine Infektionen festgestellt worden.

Chinesische Experten haben als Erreger einen neuen Typ aus der Gruppe der Coronaviren festgestellt. Sie haben die Gensequenz an die Weltgesundheitsorganisation (WHO) übergeben, die damit Vorkehrungen zum Schutz weltweit gegen den Erreger treffen kann. Das neue Virus trägt das Kürzel 2019-nCoV. Coronaviren verursachen oft harmlose Erkrankungen wie Erkältungen, allerdings gehören auch Erreger gefährlicher Atemwegskrankheiten wie SARS und MERS dazu.

Zu Beginn der großen Reisewelle zum chinesischen Neujahrsfest am 25. Januar verwies die Gesundheitskommission darauf, dass sich in dieser Zeit infektiöse Krankheiten leicht verbreiten. Die Menschen sollten immer gut lüften, überfüllte Orte vermeiden und wenn nötig Mundschutz tragen. Wer unter Fieber oder Atemwegserkrankungen leide, solle umgehend zum Arzt gehen, hieß es weiter.

Andere asiatische Staaten haben Vorsichtsmaßnahmen bei der Einreise besonders von Reisenden aus Wuhan verstärkt und Fieberkontrollen eingeführt, um eine befürchtete Ausbreitung zu vermeiden. In Südkorea, Singapur und Hongkong gibt es bereits Verdachtsfälle. Auch in Thailand gibt es einen Verdachtsfall. Ein Reisender aus der zentralchinesischen Metropole Wuhan werde seit dem 8. Januar in einem thailändischen Krankenhaus behandelt, berichtete die WHO am Montag. Die WHO arbeite mit den Behörden in Thailand und China an dem Fall. Die Person erholt sich nach thailändischen Angaben von der Lungenkrankheit. 

Der Zustand der Patienten sowie die Ausbreitung der Krankheit sei gegenwärtig «kontrollierbar», sagte Wang Guangfa, Mitglied des nationalen Expertenteams in Wuhan, nach Angaben der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua. Der Anteil der schweren Fälle sei auch vergleichbar mit gewöhnlichen Fällen von Lungenentzündungen. Die US-Botschaft in Peking gab eine Warnung für Reisende nach Wuhan aus.

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