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Adalimumab

Erste Biosimilars unter Rabattvertrag

Direkt nach Patentauslauf des Blockbusters Humira® (Adalimumab) gibt es hierzulande bereits erste Rabattverträge für entsprechende Nachfolgeprodukte, die Biosimilars.
Ev Tebroke
08.11.2018
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Wie das Dienstleistungsunternehmen GWQ ServicePlus mitteilte, hat es seit 1. November bereits Rabattverträge mit den Anbietern der neu auf den Markt gekommenen Adalimumab-Biosimilars abgeschlossen. Zunächst bietet demnach das Produkt Imraldi® von Biogen mit bis zu 40 Prozent Preisnachlass gegenüber dem Altoriginal Humira® den größten Preisvorteil.  Neben Imraldi sind für die Betriebskrankenkassen (BKK) auch Hyrimoz® von Hexal sowie Amgevita® von Amgen unter Vertrag, so das von den BKKs gegründete Gemeinschaftsunternehmen. Die beiden Hersteller sind mit ihren Preisnachlässen mittlerweile nachgezogen.

GWQ-Vorstand Johannes Thormählen freut sich über das klare Zeichen, das Biogen zum 1. November und und die weiteren  Anbieter zum 15. November gesetzt haben. Dadurch könnten bei gleicher hoher Qualität enorme Einsparungen in  verordnungsstarken Therapiegebieten realisiert werden, betonte er.

Biogen war von Anfang an mit Preisvorteilen in der genannten Höhe an den Markt gegangen, nachdem am 16. Oktober das Patent für Humira ausgelaufen war. Wie die PZ zuletzt berichtete, haben Hexal und Amgen mittlerweile ihre Preise gesenkt. Hyrimoz bietet ab 15. November ebenfalls Preisvorteile von bis zu 40 Prozent, das Produkt Amgevita ist dann bis zu 39 Prozent günstiger als das Referenzprodukt.

Im Kontext der Rabattverträge betonte GWQ erneut die Qualität der Humira-Nachfolger: Das Europäische Zulassungsverfahren gewährleiste »absolut vergleichbare Qualität, Wirksamkeit und Sicherheit der Biosimilars zum Referenzprodukt«.

Das Arzneimittel mit dem monoklonalen Antikörper Adalimumab wirkt stark entzündungshemmend und wird bei rheumatischen Erkrankungen eingesetzt sowie bei verschiedenen anderen entzündlichen Immunerkrankungen wie Morbus Crohn und Schuppenflechte. Humira gilt als weltweit umsatzstärkstes Medikament.  Vom Zeitpunkt der Markteinführung 2003 bis 2017 konnte Hersteller Abbvie mit dem Präparat allein in Deutschland einen Umsatz von insgesamt 8,1 Milliarden Euro erzielen, so die Angaben des Wissenschaftlichen Instituts der AOK.

Foto: Abbvie Ludwigshafen

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