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Leitlinien-News

Drei neue Leitlinien im Zusammenhang mit Covid-19

Auf der Website der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) wurden aktuell drei Leitlinien im Zusammenhang mit Covid-19 publiziert.
Theo Dingermann
21.03.2020
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Die neue S1-Leitlinie 053-054 »Neues Coronavirus – Informationen für die hausärztliche Praxis« der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) wurde am 20. März  publiziert .

Hierzu schreibt das Autorenteam der DEGAM als federführende Fachgesellschaft unter Leitung von Professor  Dr.  Hanna Kaduszkiewicz: »Wir befinden uns in der Anfangsphase der Virusausbreitung und dürften in den kommenden Tagen und Wochen eine Potenzierung der Fallzahlen erleben mit möglicherweise erheblichen Auswirkungen auf das öffentliche Leben und das Gesundheitssystem. Obwohl die überwiegende Mehrheit der Infizierten nur milde erkrankt (oder symptomlos ist), werden wir erst in einigen Monaten die gesamte Bandbreite der Epidemie überblicken können. Angesichts der häufig beobachteten Diskrepanz zwischen behördlichen Empfehlungen und den Realitäten der hausärztlichen Versorgung ist es notwendig, Informationen und Praxishilfen für Hausärztinnen und Hausärzte zur Verfügung zu stellen, die umsetzbar sind und gleichzeitig dem Stand der wissenschaftlichen Evidenz so gut wie möglich entsprechen. Die Dynamik einer Pandemie macht es zudem notwendig, die Handlungsempfehlungen zügig an das Geschehen anzupassen.«

Im Fokus der Leitlinie stehen die Formulierung von Empfehlungen für unterschiedliche Szenarien und Behandlungsanlässe mit Bezug zur SARS-CoV-2-Pandemie (Handlungsempfehlung 1) sowie die Formulierung von Praxishilfen, eines Patientenflyers zur Unterscheidung von Influenza- und Coronavirus-Infektionen und von Fragebögen zur Nutzung bei telefonischer Triage durch MFAs (Handlungsempfehlung 2).

Die DEGAM bietet darüber hinaus auf ihrer Homepage nützliche Materialien, zum Beispiel Patientenflyer mit Informationen zur häuslichen Quarantäne oder zum Selbsttest (Anleitung zur Probenentnahme), allgemeine Patienteninformationen in sieben Sprachen  und Handlungsempfehlungen für zuhause in drei Sprachen. 

Palliativmedizin

Bei der zweiten Leitlinie, die am 19. März publiziert wurde, handelt es sich um die neue S1-Leitlinie 128-002 »Handlungsempfehlung zur Therapie von Patient*innen mit COVID-19 aus palliativmedizinischer Perspektive« (Palliativmedizin).

Hierzu schreibt das Autorenteam der Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) als federführende Fachgesellschaft unter Leitung von Professor Dr. Claudia Bausewein: »Die COVID-19-Pandemie berührt die palliativmedizinische Versorgung an verschiedenen Punkten. Es gilt, auf eine Häufung von Sterbefällen mit den Leitsymptomen Luftnot und Angst im Bereich der Akutmedizin vorbereitet zu sein und die akutmedizinischen Strukturen in ihrer Kompetenz mittels klarer Handlungsempfehlungen und Beratung durch palliativmedizinische Spezialist*innen entsprechend zu stärken (Handlungsempfehlung 1). Zudem muss die palliativmedizinische Versorgung im ambulanten und stationären Sektor trotz erschwerter Rahmenbedingungen aufrechterhalten werden (Handlungsempfehlung 2).«

Ziel dieser Leitlinie ist es, Handlungsempfehlungen zu geben, die zu einer angemessenen palliativmedizinischen Versorgung unter den Bedingungen der Pandemie beitragen.

Hämatologie und Onkologie

Bei der dritten Leitlinie, die am 18. März publiziert wurde, handelt es sich um die neue S1-Leitlnie 018-037 »Corona-Virus 2019 (Covid-19) Informationen für Patienten und Ärzte« (Fokus: Hämatologie und Onkologie).

Hierzu schreibt das Autorenteam der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO) als federführende Fachgesellschaft und der mit-federführenden Arbeitsgemeinschaft Infektionen in der Hämatologie und Onkologie (AGIHO) in der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie unter Leitung von Professor Dr.  Bernhard Wörmann: »Die Zahl der weltweit und der in Deutschland an dem neuen Coronavirus SARS-CoV-2 erkrankten Menschen steigt rasch. Mit Stand vom 12. März 2020 waren in Deutschland über 1.500 Erkrankungsfälle bestätigt. Viele Krebspatienten sind beunruhigt.«

Ziel dieser Leitlinie ist es, Empfehlungen für Krebspatienten und deren Ärzte basierend auf dem aktuellen Stand des medizinischen Wissens zu geben.

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