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Projekt der Unikliniken

Corona-Biobank soll Folgeschäden beobachten

Das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) will eine Corona-Biobank aufbauen. Möglichst alle genesenenen Schleswig-Holsteiner sollen über mindestens zehn Jahre gründlich nachuntersucht werden, um mehr über Langzeitschäden zu erfahren.
dpa
18.04.2020
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Das berichtet das Nachrichtenmagazin «Spiegel» in seiner aktuellen Ausgabe. Die ehemaligen SARS-CoV-2-Infizierten sollen demnach auch regelmäßig Blutproben abgeben. Gefürchtet werden vor allem thromboembolische Ereignisse.

«Wir vermuten, dass Covid-19 nicht nur zu fürchterlichen Akutschäden, sondern auch zu Folgeerkrankungen führt», sagte Joachim Thiery, Vorstand für Forschung und Lehre am UKSH. Befürchtet werde, dass auch Jahre nach einer überstandenen Covid-19-Erkrankung Herzinfarkte und Schlaganfälle auftreten könnten: «Die überschießende Entzündung verursacht bei manchen Patienten schwere Schädigungen der inneren Aderhaut, die Mikrogerinnsel auslösen könnten», sagte Thiery. Auch der Blutdruck und die Funktion der Leber können betroffen werden.

Der Aufbau einer Corona-Biobank ist auch an der Goethe-Universität in Frankfurt/Main geplant. Das schleswig-holsteinische Projekt soll – koordiniert von der Berliner Charité – in enger Zusammenarbeit mit allen deutschen Universitätskliniken laufen. Über die Kosten sagte Joachim Thiery: «Verglichen mit den unübersehbaren Kosten von Corona-Folgeerkrankungen (möglicherweise in Milliardenhöhe, wenn wir zu spät kommen) liegt unser Projekt im Bereich weniger Millionen pro Jahr.»

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