Pharmazeutische Zeitung online
Schnittstelle zum Großhandel

Bestellungen für Betriebsärzte jetzt nicht mehr per Fax

Bei der dritten Covid-19-Impfstoff-Bestellung der Betriebsärzte gibt es Neuerungen. Apotheken müssen die Bestellung nicht mehr per Fax oder E-Mail an die Großhändler weiterleiten. Die Übermittlung ist nun über die MSV3-Schnittstelle möglich. Zudem gibt es neue Bund-PZN für alle vier zugelassenen Covid-19-Impfstoffe.
Charlotte Kurz
04.06.2021  12:08 Uhr

Ab kommendem Montag werden rund 6000 Betriebsärzte in die Covid-19-Impfkampagne mit eingebunden. Bei der ersten Bestellung der Impfstoffe, die an die Werksmediziner gehen, musste es vor zwei Wochen sehr schnell gehen. Die Betriebsärzte, Apotheken, aber auch Großhändler hatten nur wenige Tage Zeit, um sich auf die Bestellungen einzustellen. Die Folge: Apotheken mussten die Impfstoff-Bestellung per Fax oder E-Mail an die pharmazeutischen Großhändler weitergeben, da die Übermittlung der Daten über die MSV3-Schnittstelle für die Betriebsärzte-Bestellung noch nicht möglich war. Dies soll sich bei der nächsten Bestellung für KW 25 ändern.

Bis zum 10. Juni können Betriebsärzte ihre nächsten Bestellungen an Apotheken weiterleiten, diese ordern am gleichen Tag die Vakzine beim Großhandel. Ab diesem Tag soll auch die Bestellung über MSV3 möglich sein, informiert der Deutsche Apothekerverband (DAV) in einem Rundschreiben vom heutigen Freitag. Damit entfällt künftig die Bestellung per Fax oder E-Mail. Die Apotheker sind nun zudem frei in der Wahl der Großhändler.

Bislang konnten die Betriebsärzte nur einen Impfstoff, Comirnaty® von Biontech/Pfizer, bestellen. Dies könnte sich bei der nächsten Order am 10. Juni ändern. Dann könnten die Werksmediziner auf alle hierzulande zugelassenen Covid-19-Impfstoffe zurückgreifen. Allerdings stehen die hierfür eingeplanten Liefermengen noch nicht fest. Für die vier Impfstoffe gibt es neue Bund-PZN, diese sollen ab dem 15. Juni allgemein zur Verfügung stehen. Sie können laut DAV aber bereits für die nächste Bestellung am 10. Juni verwendet werden, »soweit sie von dem jeweiligen Softwarehaus schon davor in das Warenwirtschaftssystem der Apotheke eingepflegt werden konnten«. Die Bestellung in der nächsten Woche wird dann in KW 25, also ab dem 21. Juni ausgeliefert.

Die neuen PZN für Betriebsärzte:

  • Comirnaty® (Biontech/Pfizer): 17532824 COMIRNATY BIONTECH BUND BA
  • Vaxzevria® (Astra-Zeneca): 17532244 VAXZEVRIA ASTRAZENECA BUND BA
  • Covid-19-Impfstoff von Janssen: 17532215 COVID19 VACCINE JANSSEN BUND BA
  • Covid-19-Impfstoff von Moderna: 17532209 COVID VACCINE MODERNA BUND BA

Der DAV informiert zudem, dass diese PZN bereits am Montag, den 7. Juni, auf den Lieferscheinen der Großhändler für die Covid-19-Impfstoffe für die Betriebsärzte auftauchen könnten.

Gleiche Zweitimpfung-PZN wie bei Vertragsärzten

Die PZN für die Betriebsärzte-Bestellungen gelten aber nur für Erstimpfungen. Denn diese Mediziner können bislang nur für Erstimpfungen bestellen. Für künftige Verordnungen über Zweitimpfungen werden dieselben PZN verwendet, wie bei den Vertrags- und Privatärzten. Hier weist der DAV daraufhin, dass die Zweitimpfungs-PZN keine eigenständigen Artikelnummern sind, sondern ausschließlich zur besseren Zuordnung dienen, wie viele der georderten Vials für die Zweitimpfung benötigt werden.

Künftige PZN für Zweitimpfungen von Betriebsärzten (PZN für Moderna ist noch nicht bekannt):

  • Comirnaty® (Biontech/Pfizer): 17436138 COMIRNATY BIONTECH BUND II
  • Vaxzevria® (Astra-Zeneca): 17491077 VAXZEVRIA ASTRAZENECA BUND II

Liefermengen stehen noch nicht fest

Zu möglichen Liefermengen der nächsten Betriebsärzte-Bestellung für die KW 25 sowie für die Bestellungen für Vertrags- und Privatärzte (KW 24) werde der DAV »in Kürze« gesondert informieren. Klar ist für die Vakzin-Bestellung der Werksmediziner: Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) teilt wöchentlich eine zugesagte Mindestliefermenge mit. Wenn eine Apotheke für mehrere Betriebsärzte bestellt, die mehr als die Mindestmenge geordert haben, müssen die Offizinen gleichmäßig kürzen. Gleichzeitig bedeutet die Regelung auch, dass Betriebsärzte, die unterhalb dieser Mindestmenge bestellen, keine Kürzungen zu erwarten haben, sondern die georderten Impfdosen erhalten. Sollten Covid-19-Impfstoffdosen aus diesen Gründen noch zur Verfügung stehen, sollen Apotheken diese auf Betriebsärzte gleichmäßig verteilen, die wiederum mehr als die Mindestmenge bestellt haben.

Die zugesicherte Mindestmenge bei der ersten Bestellung, die jetzt am Montag ausgeliefert wird, beträgt 102 Dosen je Betriebsmediziner. Bei dieser Größenordnung greift zudem die neu geregelte Apotheken-Vergütung bei der Auslieferung der Impfstoffe. Ab dem 101. Vial gibt es dann statt 6,58 Euro netto nur noch 4,28 Euro. Ab dem 151. Vial erhalten die Apotheken dann noch 2,19 Euro je Durchstechflasche. Das gestaffelte Honorar gilt je beliefertem Werksmediziner.

Mehr von Avoxa