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Quartalszahlen

Bayer trotzt Corona-Krise und steigert Gewinn

Bayer hat im ersten Quartal dank der Erholung des Agrargeschäfts und einer starken Nachfrage nach rezeptfreien Medikamenten der Corona-Krise getrotzt. Die Mediation im US-Glyphosat-Streit ist wegen der Krise allerdings in Stocken geraten und der zu erwartende Vergleich steht noch im Raum. 
dpa/PZ
27.04.2020  14:32 Uhr

Der Umsatz stieg um 4,8 Prozent auf rund 12,85 Milliarden Euro, wie der Agrarchemie- und Pharmakonzern am Montag in Leverkusen mitteilte. Aus eigener Kraft, Wechselkurseffekte sowie Zu- und Verkäufe herausgerechnet, war es ein Plus von 6 Prozent. Der um Sondereffekte bereinigte Betriebsgewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen legte um rund 10 Prozent auf knapp 4,4 Milliarden Euro zu. Unter dem Strich blieb ein Konzerngewinn von 1,49 Milliarden Euro - ein Plus von 20 Prozent gemessen am Vorjahreszeitraum.

Den Ausblick für 2020 bestätigte Konzernchef Werner Baumann. Allerdings sind darin weiterhin keine Folgen der Coronavirus-Pandemie enthalten. Mit Blick auf die Entwicklung des freien Mittelflusses (Free Cashflow) verzeichnete Bayer im ersten Quartal derweil einen Abfluss von fast 800 Millionen Euro. Das begründete der Konzern unter anderem mit Rechnungslegungsgegebenheiten in der Agrarsparte, wo unter anderem im ersten Quartal vergleichsweise mehr Rechnungen bezahlt worden seien. Zudem kostete der im Vorjahr geschlossenen Vergleich in einem Rechtsstreit um den Blutgerinnungshemmer Xarelto nun Geld.

Premiere im Dax: Als erster Konzern aus dem deutschen Aktien-Leitindex führt der Leverkusener Pharma- und Agrarchemiekonzern Bayer seine Hauptversammlung am Dienstag um 10.00 Uhr komplett online durch. Grund dafür ist die Corona-Pandemie, die ein klassisches Aktionärstreffen unmöglich macht.

Corona-Ausbruch verlangsamt Glyphosat-Mediation in den USA

Die Corona-Krise verzögert die Suche nach einer Einigung im US-Glyphosat-Streit bei Bayer. Der Pharma- und Agrarchemiekonzern beteilige sich weiter konstruktiv an der Mediation und habe Fortschritte erzielt, bis der Ausbruch der Lungenkrankheit Covid-19 das Verfahren erheblich verlangsamt habe, erklärte Bayer am Montag. Das hatte sich allerdings zuletzt schon so abgezeichnet.

Ursprünglich hatte Bayer in dem Rechtsstreit um angebliche Krebsrisiken glyphosathaltiger Unkrautvernichter des 2018 übernommenen Saatgutherstellers Monsanto dem Vernehmen nach eine Einigung bis zur Hauptversammlung an diesem Dienstag angestrebt. Derweil stieg die Zahl der Klagen gegen Bayer weiter. Bis zum 14. April wurden laut Mitteilung Klagen von etwa 52.500 Klägern zugestellt. Das ist ein Plus von rund acht Prozent im Vergleich zu Anfang Februar. Investoren setzen darauf, dass Bayer den Rechtsstreit um die Produkte des 2018 übernommenen US-Saatgutherstellers Monsanto zeitnah mit einem groß angelegten Vergleich beilegt. Schätzungen zufolge könnte Bayer das um die 10 Milliarden US-Dollar (9,22 Milliarden Euro) kosten. Entscheidend sei allerdings, dass ein nicht zu schmerzhafter Vergleich kommt, nicht wann er kommt, erklärte kürzlich Marc Tüngler von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz.

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