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Krebserregender Unkrautvernichter?
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Bayer schließt Milliardenvergleich im Glyphosat-Streit 

2018 schluckte Bayer den Wettbewerber Monsanto. Die Übernahme enthielt auch den Glyphosat-Rechtsstreit, der den Leverkusenern jahrelang zu schaffen machte. Nun könnte mit einem milliardenschweren Vergleich ein Befreiungsschlag gelungen sein.
AutorKontaktdpa
Datum 18.02.2026  12:20 Uhr
Bayer schließt Milliardenvergleich im Glyphosat-Streit 

Der Pharma- und Agrarchemiekonzern Bayer hat in den USA einen milliardenschweren Sammelvergleich zur Beilegung aktueller und künftiger Klagen zum glyphosathaltigen Unkrautvernichter Roundup geschlossen. Die Zahlungen für den Sammelvergleich umfassten höchstens 7,25 Milliarden US-Dollar über bis zu 21 Jahre, wie der Dax-Konzern mitteilte. Der Sammelvergleich müsse vom Gericht in St. Louis (US-Bundesstaat Missouri) genehmigt werden, hieß es von den Leverkusenern.

»Der heutige Tag markiert einen wichtigen Meilenstein für das Unternehmen«, sagte Konzernchef Bill Anderson. Damit beschleunige man die Lösung eines langwierigen Rechtsstreits und hege ihn zugleich ein. »Rechtsunsicherheit plagt das Unternehmen seit Jahren, und diese Einigung ist für das Unternehmen ein Weg, um damit abzuschließen«, sagte der Manager. »Die vorgeschlagene Einigung hat ihren Preis, aber wir haben einen Plan, sie zu finanzieren, und es wird auf viele Jahre verteilt.«

Nach Darstellung von Anderson wird sich der milliardenschwere Vergleich auch finanziell auszahlen. Dann könne sich Bayer auf sein eigentliches Geschäft konzentrieren, etwa die Entwicklung von Medikamenten und von Saatgut, das Trockenheit besonders lange übersteht. So ein Saatgut wertet Bayer angesichts der steigenden Weltbevölkerung und des Klimawandels als besonders wichtig.

Aktie zieht kräftig an

Anleger reagierten positiv auf die Glyphosat-Vereinbarung. An der Frankfurter Börse legten die Papiere um etwa sieben Prozent zu. Eine Vielzahl an Klagen belastet die Bayer-Bilanz seit Jahren. Dies sind gewissermaßen Altlasten der 2018 abgeschlossenen Übernahme des US-Konkurrenten Monsanto.

In den US-Klagen führten Kläger Krebserkrankungen auf Glyphosat zurück. Die zur Weltgesundheitsorganisation (WHO) gehörende Internationale Krebsforschungsagentur hatte den Wirkstoff, der in dem Unkrautvernichter-Produkt Roundup enthalten ist, als »wahrscheinlich krebserregend beim Menschen« eingestuft; andere Einrichtungen der WHO waren anderer Ansicht, und auch europäische Einrichtungen folgten dieser kritischen Einstufung nicht.

Genauso weist der Glyphosat-Hersteller Bayer den Verdacht zurück, dass der Unkrautvernichter krebserregend sei. Dies betonte Bayer-Chef auch bei der Verkündung des Sammelvergleichs. »Glyphosat ist ein sicheres und wichtiges Werkzeug für Bauern in den USA und überall auf der Welt.« Diese »Wahrheit« hätten Wissenschaftler und Aufsichtsbehörden auf der Welt weiter aufrechterhalten, sagte Anderson.

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