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Covid-19-Impfungen

BAK und BÄK einigen sich auf Impf-Schulung

Um bundesweit Covid-19-Impfungen in den Vor-Ort-Apotheken anbieten zu können, müssen zunächst viele Pharmazeuten hierfür geschult werden. Die Bundesapothekerkammer (BAK) hat in Abstimmung mit der Bundesärztekammer (BÄK) am Donnerstag ein Schulungskonzept veröffentlicht. Damit soll es mit Impfungen in der Apotheke im Februar losgehen.
Charlotte Kurz
06.01.2022  16:18 Uhr

Dass die Apotheker Teil der Covid-19-Impfkampagne werden, ist bereits seit einigen Wochen beschlossene Sache. Allerdings müssen für die Einbindung der Pharmazeuten einige Details geregelt werden, von der Vergütung und Impfstoffbeschaffung, die über eine Coronavirus-Impfverordnung geregelt werden, bis hin zur Schulung von allen Apothekern, die Lust haben mitzuimpfen.

Für diese Schulungen war die Bundesapothekerkammer (BAK) im Dezember 2021 vom Gesetzgeber dazu beauftragt worden, in Zusammenarbeit mit der Bundesärztekammer (BÄK) ein ärztliches Schulungskonzept auf die Beine zu stellen. Die beiden Kammern hatten hierfür eine Frist bis zum 31. Dezember 2021 einzuhalten und bis dahin gemeinsam ein sogenanntes Mustercurriculum zu entwickeln, das dann von den Landesapothekerkammern in Schulungen umgesetzt werden soll. Nun hat die Zusammenarbeit zwar einige Tage länger gedauert als ursprünglich angedacht, aber am heutigen Donnerstag veröffentlichte die BAK das sechsseitige Mustercurriculum zur Covid-19-Impfung. Das Curriculum ist im geschützten Mitgliederbereich der ABDA zu finden.

»Wer impfen will, muss genau wissen, was er tut – das gilt auch für Apothekerinnen und Apotheker. Wir haben die Inhalte einer bundeseinheitlichen Fortbildung zur Covid-19-Impfung festgelegt und diese mit der Bundesärztekammer abgestimmt«, sagte BAK-Präsident Thomas Benkert am Donnerstag.

Das Curriculum enthält die Vorgaben für die Schulungen, die Apotheker dazu befähigen sollen, Covid-19-Impfungen zu verabreichen. Es soll Apotheker darin schulen, zu entscheiden, welche Personen in der Apotheke geimpft werden können und welchen eine ärztliche Konsultation anzuraten ist. Sie sollen zudem über die Impfung aufklären, die Impfung durchführen und dokumentieren sowie Notfallmaßnahmen bei akuten Impfreaktionen einleiten können.

Teile der Schulung im Selbststudium möglich

Insgesamt soll die Schulung 12 Fortbildungsstunden mit jeweils 45 Minuten beinhalten. Dazu kommt eine Lernerfolgskontrolle, mit der etwa als Multiple-Choice-Test angeeignetes Wissen überprüft wird. Insgesamt müssen Apotheker, die sich bezüglich der Covid-19-Impfugen schulen lassen wollen, also neun Zeitstunden ableisten. Der Theorieteil umfasst dabei sechs Fortbildungsstunden, wobei zwei davon im Selbststudium absolviert werden können. Dazu kommen vier Praxis-Fortbildungsstunden unter ärztlicher Anleitung, in denen das Impfen an sich erlernt wird. Außerdem sind zwei praktische Fortbildungsstunden für Erste-Hilfe-Maßnahmen bei möglichen Impfreaktionen nötig. Wer die Qualifikation eines Ersthelfers hat, muss letzteren Teil nicht belegen. Nach der erfolgreichen Teilnahme der Fortbildung erhalten die geschulten Apotheker eine Bescheinigung. Die Präsenzveranstaltungen der Fortbildungen sollen auf maximal 25 teilnehmende Apothekerinnen und Apotheker pro Schulendem begrenzt werden.

Mit diesem Mustercurriculum sollen die 17 Landesapothekerkammern nun zügig Schulungen anbieten, um vielen Apothekern die Möglichkeiten zu geben, die Verabreichung der Covid-19-Impfungen zu erlernen. »Die theoretischen und praktischen Teile der Schulungen können schon in den nächsten Tagen starten. Die Apothekerkammern der Länder arbeiten bereits daran, schnell viele Berufsangehörige zu schulen. Mit den ersten Corona-Impfungen in Apotheken rechne ich im Februar«, kündigte Benkert an. Alle Pharmazeuten, die sich bereits bezüglich der Modellprojekte zum Grippeimpfen geschult haben, betreffen die Schulungen nicht. Sie dürfen ohne erneute Fortbildung ebenfalls gegen Covid-19 impfen. Hierzu sind bundesweit bereits rund 3000 Pharmazeuten befähigt.

Weiter erklärte Benkert, dass die Schulung der Apotheker die wichtigste Voraussetzung für die Impfungen in Apotheken sei. »Andere Aspekte müssen noch geklärt werden, zum Beispiel das Meldeverfahren für die Impfungen an das RKI und der Bezug der Impfstoffe, die in Apotheken verimpft werden können. Daran arbeiten wir mit Hochdruck.«

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