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Gesetzliche Krankenversicherung

Ausgaben für Arzneimittel sinken im August leicht

Die abgesenkte Mehrwertsteuer hat im August für leicht fallende Arzneimittelausgaben gesorgt. Zugleich blieb die Zahl der eingelösten Rezepte erneut hinter den Vorjahreswerten zurück.
Stephanie Schersch
05.10.2020  12:30 Uhr

Selten waren die Ausgaben der Krankenkassen für Arzneimittel so schwankend wie in diesem Jahr. So waren sie im Frühjahr zunächst stark angestiegen und anschließend eingebrochen, weil viele Patienten mit Blick auf die Pandemie seltener zum Arzt und in die Apotheke gegangen waren. Erst seit Juni scheint sich die Lage langsam zu entspannen.

Zwar lagen die Ausgaben im August mit minus 0,7 Prozent leicht unter dem Vorjahreswert, wie aus aktuellen Zahlen des Deutschen Apothekerverbands (DAV) hervorgeht. Das allerdings ist vor allem auf die vorübergehend abgesenkte Mehrwertsteuer zurückzuführen. Wären beim Verkauf jeder Packung nicht 16 sondern regulär 19 Prozent an den Staat geflossen, hätten die Kassen rund 2 Prozent mehr für Medikamente ausgeben müssen als im August 2019. Zugleich jedoch landeten 6,7 Prozent weniger Rezepte in den Apotheken als im Vorjahresmonat. Die Tatsache, dass der August in diesem Jahr einen Arbeitstag weniger hatte, kann den Einbruch nicht vollständig erklären.

Zwischen Januar und August ist die Rezeptzahl insgesamt um 3,6 Prozent gefallen, zugleich schnellten die GKV-Arzneimittelausgaben um 5,2 Prozent in die Höhe. Verantwortlich für den Kostenanstieg dürfte zu einem erheblichen Anteil die sogenannten Strukturkomponeten sein, der zufolge Ärzte verstärkt neue, teure Medikamente verschreiben. Der DAV rechnet bis Ende des Jahres mit Nachholeffekten , sodass Patienten wieder mehr Rezepte einlösen werden. Für Impfstoffe mussten die Krankenkassen im August 9,7 Prozent mehr ausgeben, insgesamt lag der Zuwachs in den ersten acht Monaten bei 15,4 Prozent. Die Einsparungen der Kassen aus Rabattverträgen sind aus den Zahlen nicht herausgerechnet worden. Sie lagen allein im ersten Halbjahr 2020 bei 2,3 Milliarden Euro.

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