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Pneumokokken

Kampagne für bezahlbaren Impfstoff

18.11.2015
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Von Stephanie Schersch / Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (ÄoG) drängt auf niedrigere Preise für Pneumo­kokken-Impfstoffe. Vor allem in den ärmeren Regionen der Welt würden immer noch zu viele Kinder an Lungenentzündung sterben, heißt es.

 

»Wir werden nicht aufgeben, bis wir wissen, dass sich alle Länder die Impfstoffe leisten können«, sagte Manica Balasegaram, Chef der ÄoG-Medikamentenkampagne.

Die Hilfsorganisation hat daher eine weltweite Petition gestartet, mit der die Pharmaunternehmen Pfizer und Glaxo-Smith-Kline (GSK) aufgefordert werden, die Preise für ihre Pneumokokken-Impfstoffe zu senken. Bei diesen Präparaten handele es sich um die Vakzine, die sich am besten verkauften, so Balasegaram. »Zusammen haben Pfizer und GSK bereits mehr als 28 Milliarden US-Dollar Umsatzerlöse mit ihren Pneumokokken-Impfstoffen erzielt.« Beide Unternehmen könnten sich Preissenkungen daher durchaus erlauben.

 

Ärzte ohne Grenzen sehen dabei auch die deutsche Bundesregierung in der Pflicht. Diese hatte Anfang 2015 im Rahmen der globalen Impfallianz Gavi ihren Förderbeitrag für die kommenden fünf Jahre auf 600 Millionen Euro aufgestockt. Ziel der Allianz ist ein verbesserter Zugang der Entwicklungsländer zu Impfstoffen gegen vermeidbare lebensbedrohliche Krankheiten. Aus dem Engagement der Regierung ergebe sich eine besondere Verantwortung, heißt es bei ÄoG. Die Koalition müsse sich nun auch für eine möglichst effiziente Verwendung der öffentlichen Mittel einsetzen.

 

In ihrer Petition wendet sich die Hilfsorganisation direkt an Pfizer-Chef Ian Read und Andrew Witty, den Vorstandsvorsitzenden von GSK. Rund 75 Prozent aller Kinder weltweit hätten keinen Zugang zu Impfstoffen gegen Pneumo­kokken, schreiben Ärzte ohne Grenzen. Pfizer und GSK müssten den Preis der Vakzine für ärmere Länder und humanitäre Hilfsorganisationen daher auf 5 US-Dollar (4,66 Euro) pro Kind senken. /

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