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Zucker, Salz und Fett

Hohe Steuern auf Ungesundes

15.11.2017
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Von Anna Pannen / Eine neu gegründete Initiative will Süßes und Fertiggerichte teurer machen, Obst und Gemüse dagegen billiger. Verbraucher sollen sich so gesünder ernähren und Lebensmittelhersteller ihre Produkte ändern.

Die »Aktion gesunde MwSt.« will ungesunde Lebensmittel stärker besteuern, Obst und Gemüse dagegen gänzlich von Steuern befreien. Das gaben die Initiatoren am Montag in Berlin bekannt. An ihr sind unter anderem die Deutsche Diabetes-Gesellschaft (DDG) und die Deutsche Adipositas-Gesellschaft beteiligt.

Sie fordern, auf Produkte mit viel zugesetztem Zucker, Salz oder Fett 19 statt wie bislang 7 Prozent Mehrwertsteuer aufzuschlagen. Fertiggerichte, Chips und Süßigkeiten würden so deutlich teuer werden. Obst und Gemüse sollen dagegen ganz ohne Mehrwertsteuer verkauft werden. Softdrinks wollen die Experten mit 29 Prozent besteuern.

 

In Deutschland ist jeder Zweite übergewichtig, jeder Vierte adipös. Drei Viertel aller vorzeitigen Todesursachen seien auf einen ungesunden Lebensstil zurückzuführen, sagte Dietrich Garlichs von der DDG. 35 Milliarden Euro gibt Deutschland jedes Jahr allein für die Folgen von Diabetes aus. Seit Jahren versuche man, dem Problem mit Aufklärungskampagnen zu begegnen. Dieser Ansatz sei jedoch gescheitert.

 

Also will man die Bürger beim Geldbeutel packen. Hohe Preise wirkten nämlich bewiesenermaßen, erklärte Garlichs. Nun ist die Idee einer »Zuckersteuer« nicht neu. Immer wieder gab es hierzulande Vorstöße in diese Richtung. Bislang war das Ziel jedoch politisch nicht durchzusetzen. Und mit der FDP in der Bundesregierung dürfte es nicht leichter werden – sie lehnt Marktbeschränkungen bekanntlich ab.

 

Steuern umstritten

 

Kritikern wollen die Initiatoren nun mit Zahlen entgegentreten. Sie haben eine Studie an der Universität Hamburg in Auftrag gegeben, die ergab, dass die Zahl der Adipösen durch die geplanten Änderungen um bis zu 12,5 Prozent sinken würde. Kosteneinsparungen von 7 Milliarden Euro seien die Folge.

 

Fett- und Zuckersteuern sind auch deshalb umstritten, weil sie gerade ärmere Menschen finanziell belasten. Die Initiatoren hoffen jedoch, dass der Druck die Lebensmittelhersteller zwingt, zum gleichen Preis gesündere Produkte auf den Markt zu bringen. In deutschen Geschäften könne man keinen einzigen Fruchtjoghurt kaufen, der weniger als 10 Gramm Zucker pro 100 Gramm enthält, sagte Diabetes-Expertin Gottlobe Fabisch. Man müsse die Firmen zwingen, solche Rezepturen zu ändern. /

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