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Mammografie-Einladung

Informationen künftig ausgewogener

15.11.2017
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Von Anna Pannen / Frauen werden in Deutschland künftig besser über die Vor- und Nachteile des Mammografie-Screenings informiert. Wie der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) mitteilte, hat er das Einladungsscheiben zu dieser Früherkennungs-Untersuchung überarbeitet.

 

Die Einladung zum Mammografie-Screening wird in Deutschland alle zwei Jahre per Post an Frauen zwischen 50 und 69 Jahren versendet. Bei der Untersuchung werden die Brüste mittels Röntgenstrahlung auf Gewebeveränderungen kontrolliert, um Brustkrebs in einem möglichst frühen Stadium zu erkennen. Ob infolge des Screenings die Sterberate durch Brustkrebs allerdings tatsächlich sinkt, ist umstritten.

 

Wissenschaftler und Ärzte hatten deshalb den Text der alten Einladung kritisiert, da er den Nutzen der Mammografie übertreibe und Risiken nicht ausreichend anspreche. Tatsächlich bekommen viele Frauen infolge der Mammografie eine falsche oder unnötige Brustkrebs-Diagnose, bei der eine Behandlung gar nicht erforderlich gewesen wäre.

 

Der neue Flyer beleuchtet dies nun in laienverständlicher Sprache. Anhand von Tabellen und fiktiven Fallgeschichten erfährt die Leserin, dass durch die Mammografie ungefähr 2 bis 6 von 1000 Frauen vor dem Tod bewahrt werden, 9 bis 12 Frauen dagegen behandelt werden, obwohl es nicht nötig gewesen wäre. Eine Checkliste am Ende des Flyers fasst Vor- und Nachteile noch einmal zusammen – die Leserinnen können einzelne Punkte ankreuzen. Dadurch könnten sie »ihre ganz persönlichen Präferenzen hinsichtlich einer Teilnahme gewichten«, sagte der Vorsitzende des GBA-Unterausschusses Methodenbewertung, Harald Deisler. Der neue Flyer wird ab sofort deutschlandweit versendet. /

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