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Haustiere

Selbstmedikation kann tödlich sein

29.10.2013
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23/18 Informationen der Hersteller: Informationsbrief zu Vectibix® (Panitum

AMK / Die Firma Amgen GmbH informiert in Absprache mit der EMA, dem PEI und der Regierung von Oberbayern über das Risiko defekter Verschlüsse bei 20-ml-Durchstechflaschen Vectibix® (Panitumumab), 20 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung. Bei mehreren Chargen kann es beim Entfernen der Flip-off-Kappe zum gleichzeitigen, unbeabsichtigten Abziehen der Bördelkappe sowie zum Loslösen des Elastomerstopfens von der Durchstechflasche kommen.

Der monoklonale Antikörper hemmt den epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptor (EGFR) Typ 1 und ist indiziert zur Behandlung Erwachsener mit metastasiertem kolorektalem Karzinom mit RAS-Wildtyp.

Die AMK erhielt im Januar 2018 aus einer Apotheke eine Meldung zum Sachverhalt zu einer der betroffenen Chargen des genannten Präparats. Bildmaterial zu defekten Durchstechflaschen und die Liste betroffener Chargen sind dem Informationsschreiben zu entnehmen.

Die Anwendung erfolgt als intravenöse Infusion. Der Zulassungsinhaber gibt an, dass die Unversehrtheit des Behälters trotz des Defekts gewahrt bleibt und sieht keine Bedenken für ein Patientenrisiko.

Zytostatika-herstellende Apotheken werden gebeten, wegen des Erstöffnungsschutzes erst vor Rekonstitution des Lyophilisats die Durchstechflaschen der betroffenen Chargen auf lockere oder schief sitzende Aluminiumverschlüsse und Elastomerstopfen zu prüfen. Die Durchstechflaschen sind nicht zu benutzen, wenn diese defekt sind oder der Elastomerstopfen beim Entfernen der abnehmbaren Plastikkappe abgeht. Defekte Produkte sind zu isolieren und entsprechend den im Informationsschreiben hinterlegten Kontaktdaten über productquality.de@amgen.com anzuzeigen.

Die AMK bittet ApothekerInnen, Arzneimittelrisiken zu Panitumumab unter www.arzneimittelkommission.de zu melden. /

Quellen
Amgen an AMK (Email-Korrespondenz): Vectibix® (Panitumumab) 400 mg/ 20 ml: Berichte über defekte Durchstechflaschen. (04. Juni 2018)

 

 

Zur Kenntnis genommen:

Datum:                     

 

 

 

[Pharm. Ztg. 2018 (163) 23:98]

Dienstag, 5. Juni 2018, 13:37

23/18 Informationen der Hersteller: Informationsbrief zu Vectibix® (Panitum

AMK / Die Firma Amgen GmbH informiert in Absprache mit der EMA, dem PEI und der Regierung von Oberbayern über das Risiko defekter Verschlüsse bei 20-ml-Durchstechflaschen Vectibix® (Panitumumab), 20 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung. Bei mehreren Chargen kann es beim Entfernen der Flip-off-Kappe zum gleichzeitigen, unbeabsichtigten Abziehen der Bördelkappe sowie zum Loslösen des Elastomerstopfens von der Durchstechflasche kommen.

Der monoklonale Antikörper hemmt den epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptor (EGFR) Typ 1 und ist indiziert zur Behandlung Erwachsener mit metastasiertem kolorektalem Karzinom mit RAS-Wildtyp.

Die AMK erhielt im Januar 2018 aus einer Apotheke eine Meldung zum Sachverhalt zu einer der betroffenen Chargen des genannten Präparats. Bildmaterial zu defekten Durchstechflaschen und die Liste betroffener Chargen sind dem Informationsschreiben zu entnehmen.

Die Anwendung erfolgt als intravenöse Infusion. Der Zulassungsinhaber gibt an, dass die Unversehrtheit des Behälters trotz des Defekts gewahrt bleibt und sieht keine Bedenken für ein Patientenrisiko.

Zytostatika-herstellende Apotheken werden gebeten, wegen des Erstöffnungsschutzes erst vor Rekonstitution des Lyophilisats die Durchstechflaschen der betroffenen Chargen auf lockere oder schief sitzende Aluminiumverschlüsse und Elastomerstopfen zu prüfen. Die Durchstechflaschen sind nicht zu benutzen, wenn diese defekt sind oder der Elastomerstopfen beim Entfernen der abnehmbaren Plastikkappe abgeht. Defekte Produkte sind zu isolieren und entsprechend den im Informationsschreiben hinterlegten Kontaktdaten über productquality.de@amgen.com anzuzeigen.

Die AMK bittet ApothekerInnen, Arzneimittelrisiken zu Panitumumab unter www.arzneimittelkommission.de zu melden. /

Quellen
Amgen an AMK (Email-Korrespondenz): Vectibix® (Panitumumab) 400 mg/ 20 ml: Berichte über defekte Durchstechflaschen. (04. Juni 2018)

 

 

Zur Kenntnis genommen:

Datum:                     

 

 

 

[Pharm. Ztg. 2018 (163) 23:98]

Dienstag, 5. Juni 2018, 13:37

Von Brigitte M. Gensthaler, Augsburg / Die Apotheke ist nicht nur erste Anlaufstelle für erkrankte Menschen. Auch Tierhalter fragen hier oft nach einem Medikament für ihr krankes Haustier. Doch Vorsicht: Bei vielen Humanarzneimitteln wird beim Tier die toxische Dosis vor der therapeutischen erreicht.

Auch Wirkstoffe, die für den Menschen relativ gut verträglich sind, und solche, die für Tiere zugelassen sind, können beim Haustier eine Intoxikation auslösen, warnte Privatdozentin Dr. Melanie Hamann vom Institut für Pharmakologie und Toxikologie, Fachbereich Veterinärmedizin der Freien Universität Berlin, kürzlich in einem Seminar der Bayerischen Landesapothekerkammer. So zum Beispiel nicht steroidale Antirheumatika (NSAR). Symptome einer Überdosierung oder Vergiftung sind etwa Appetitlosigkeit, Erbrechen, Hypothermie oder Fieber, Ataxie oder mangelnde Koordination, Schock und Koma.

»Geben Sie Katzen keine NSAR in der Selbstmedikation«, riet Hamann den Apothekern und PTA. Da die Katze nicht oder kaum glukuronidieren kann, werden Acetylsalicylsäure und Paracetamol nicht oder sehr langsam metabolisiert und ausgeschieden. Selbst bei ASS-Dosen ab zweimal täglich 25 mg/kg Körpergewicht sind toxische Akkumulationen und Todesfälle möglich. Die orale letale Dosis von Paracetamol liegt bei 50 mg/kg.

 

Hunde haben einen starken enterohepatischen Kreislauf bei NSAR, daher droht ebenfalls eine Kumulation. Unter Diclofenac kam es – auch in therapeutischen Dosen – zu Blutungen und Todesfällen; unter Ibuprofen können bereits unterhalb der therapeutischen Dosis gastrointestinale Reizungen und Magen-Darm-Blutungen auftreten.

 

Hamanns dringende Empfehlung: grundsätzlich keine NSAR für Hunde und Katzen in der Selbstmedikation! Das Apothekenteam könne eher zu Homöopathika wie Belladonna und Aconitum oder zu homöopathischen Kombinationsarzneimitteln gegen Erkältungskrankheiten raten. Wenn das Tier Schmerzen am Bewegungsapparat hat, könne man ihm spezielle Futtermittel, zum Beispiel mit Chondroitinsulfat oder Grünlippmuschelextrakt, geben. Vorsicht: Teufelskralle-Präparate enthalten Salicylsäure und sind daher ungeeignet. Mehr über das Seminar zur Selbstmedikationen bei Haustieren lesen Sie im Ressort Mitgliedsorganisationen in dieser Ausgabe. /

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