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Anwendungsbeobachtung

Meditonsin bei Erkältung und grippalem Infekt

13.10.2015
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Von Peter Gerke und Michael Schäkermann / Husten, Schnupfen, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Abgeschlagenheit – Erkältungsbeschwerden sind vor allem in den Herbst- und Wintermonaten ein gefragtes Beratungsthema in der Apotheke. Das Komplexhomöopathikum Meditonsin lindert rasch die vielfältigen Symptome und überzeugt dabei durch eine gute Verträglichkeit. Dies bestätigt eine aktuelle apothekenbasierte, nicht-interventionelle Studie mit mehr als 1100 Patienten.

Eine klassische Erkältung verläuft in mehreren Phasen und dauert unbehandelt oft eine Woche oder länger. Im Vordergrund der Beschwerden stehen meist Hals-, Kopf- und Gliederschmerzen sowie allgemeine Abgeschlagenheit. Zur Linderung und Vorbeugung von Erkältungsbeschwerden setzen immer mehr Patienten auf homöopathische Arzneimittel. Das zeigte eine repräsentative Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach (1). Die Meinungsforscher befragten insgesamt 1503 Personen ab 16 Jahren in ganz Deutschland. 60 Prozent der Befragten gaben an, schon einmal ein homöopathisches Arzneimittel eingenommen zu haben – die meisten aufgrund von Erkältungsbeschwerden. Bei einer vergleichbaren Studie im Jahr 2009 waren es 53 Prozent gewesen. Begründet wird die zunehmende Anwendung homöopathischer Arzneimittel mit überwiegend positiven Heilerfahrungen sowie der guten Verträglichkeit.

Meditonsin zählt zu den homöopathischen Erkältungstherapeutika. Das Komplexhomöopathikum enthält Zubereitungen aus dem blauen Eisenhut (Aconitinum), der Tollkirsche (Atropinum sulfuricum) und dem Quecksilbersalz Mercurius cyanatus. Aktuelle Daten sprechen dafür, dass dieser homöopathische Tri-Komplex gegen die typischen Erkältungssymptome wirkt und durch das ganzheitliche homöopathische Wirkprinzip die körpereigenen Abwehr- und Selbstheilungskräfte unterstützt.

 

Eine aktuelle Anwendungsbeobachtung mit 188 Apotheken und mehr als 1100 Teilnehmern untersuchte die Wirksamkeit und Verträglichkeit von Meditonsin in der Therapie von erkältungsbedingten Symptomen unter Alltagsbedingungen. Anwendungsbeobachtungen sind als nicht-interventionelle Studien (NIS) von großer praktischer Bedeutung, da kontrollierte klinische Studien aufgrund rigider Studiendesigns die Wirksamkeit und Verträglichkeit eines Arzneimittels unter Alltagsbedingungen nur in Teilen abbilden können. NIS sind geeignete Instrumente, um die Kenntnisse zur Arzneimittelanwendung, Sicherheit und Wirksamkeit von Medikamenten vor allem im Rahmen der Selbstmedikation zu erfassen.

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Patienten und Methodik

 

Bei der apothekenbasierten Beobachtungsstudie handelte es um eine offene, prospektive und multizentrische NIS. Eingeschlossen wurden Erwachsene, Jugendliche und Kinder (mindestens ein Jahr alt) mit akuten Entzündungen des Hals-, Nasen- und Rachenraumes, die nicht länger als drei Tage bestanden, die eine Behandlung mit Meditonsin wünschten. Gemäß der Gebrauchsinformation sollten Erwachsene und Jugendliche ab zwölf Jahren alle halbe bis ganze Stunde (höchstens sechsmal täglich) je fünf Tropfen des Komplexhomöopathikums einnehmen, Kinder ab einem Jahr bis zu sechsmal täglich je einen Tropfen und Kinder von sechs bis zwölf Jahren bis zu sechsmal täglich einen bis zwei Tropfen (maximal elf Tropfen pro Tag). Die Tropfen sollten unverdünnt eingenommen und einige Zeit im Mund belassen werden.

 

Primäre Studienziele waren die Beurteilung der Wirksamkeit und Verträglichkeit von Meditonsin durch den Patienten anhand der Auswertung anonymisierter Fragebögen.

Studienverlauf

 

Bundesweit wurden insgesamt 1173 Patienten in 188 Apotheken rekrutiert. Davon konnten die Fragebögen von 1115 Patienten ausgewertet werden. Knapp 70 Prozent dieser Patienten waren Frauen, circa 30 Prozent Männer. Das durchschnittliche Alter ± Standardabweichung (SD) betrug 40,2 ± 16,6 Jahre. Der jüngste Studienteilnehmer war ein Jahr alt, der älteste 88 Jahre. Für die meisten Patienten waren die »gute Wirkung« (81,3 Prozent) und die »gute Verträglichkeit« (74,4 Prozent) wichtige Gründe, warum sie sich für die Anwendung des Komplexhomöopathikums entschieden hatten. Insgesamt 723 der 1115 Patienten (64,8 Prozent) gaben an, Meditonsin bereits in der Vergangenheit eingenommen zu haben.

 

Im Durchschnitt nahmen die Studienteilnehmer das Prüfpräparat über 6,4 ± 2,8 Tage ein. Vor allem zu Beginn der Anwendung, das heißt an den Dokumentationstagen 1 bis 3, nahmen die Patienten im Median sechsmal täglich jeweils fünf Tropfen ein, entsprechend einer Tagesdosis von 30 Tropfen. Dies entspricht den Empfehlungen in der Gebrauchsinformation. Im weiteren Verlauf reduzierten die Patienten die Anwendungshäufigkeit von im Median sechs auf fünf Einnahmen an Tag 4 bis auf drei Einnahmen an Tag 7, wobei die mediane Tropfenanzahl mit fünf pro Einnahme jeweils gleich blieb.

 

Als Grund für die Beendigung der Einnahme nannte mehr als die Hälfte der Patienten (n = 589, 52,8 Prozent) eine »ausreichende Besserung der Symptome«. Etwa ein Drittel der Patienten gab als Begründung an, sich »gesund« zu fühlen (n = 373, 33,5 Prozent)

Symptomverlauf

 

Die meisten Patienten hatten die Apotheke sehr früh nach Beginn der aktuellen Beschwerden aufgesucht. Bei 41,6 Prozent hatten die Symptome einen Tag bestanden, bei 31,8 Prozent zwei Tage und bei 24,6 Prozent drei Tage.

 

Vor Therapiebeginn stuften die Patienten die Ausprägung ihrer Beschwerden, wenn vorhanden, in drei Kategorien ein (stark, mäßig, leicht). Als »stark« ausgeprägte Symptome wurden vor allem Halsschmerzen (39,6 Prozent), Schnupfen (27,4 Prozent) und allgemeines Krankheitsgefühl (21,9 Prozent) genannt. Zu den Symptomen, die vor allem leicht bis mäßig ausgeprägt waren, zählten Kopfschmerzen (31,4 Prozent mäßig, 27,2 Prozent leicht), Husten (26,5 Prozent mäßig, 23,8 Prozent leicht) und Gliederschmerzen (mäßig 24,8 Prozent, leicht 26,6 Prozent).

 

Der Vergleich der Patientenbewertungen vor Beginn der Behandlung mit Meditonsin® mit denen der individuell letzten Dokumentation zeigte einen deutlichen Rückgang aller erfassten Erkältungssymptome (Abbildung 1, Seite 45). Die meisten Symptome besserten sich innerhalb von etwa zwei Tagen nach Behandlungsbeginn. Dies galt vor allem für die Leitsymptome Hals-, Kopf- und Gliederschmerzen und das allgemeine Krankheitsgefühl.

 

Der Großteil der Patienten wies am Ende des Beobachtungszeitraums keine oder nur noch leichte Beschwerden auf. Zum Zeitpunkt der letzten Dokumentation hatte sich der Anteil der Patienten, die keine oder nur leichte Halsschmerzen hatten, von 21,2 Prozent vor Therapiebeginn auf 92,7 Prozent erhöht. Der Anteil der Patienten mit keinen oder leichten Kopfschmerzen erhöhte sich von 48,5 Prozent auf 92,7 Prozent. Für Gliederschmerzen zeigte sich ein Anstieg von 59,5 Prozent auf 92,8 Prozent und für allgemeines Krankheitsgefühl von 29,6 Prozent auf 88,8 Prozent (Abbildung 2, Seite 45). Der Anteil der Patienten mit keinem oder leichtem Schnupfen stieg von 34,1 Prozent auf 86,1 Prozent. Bei Husten zeigte sich ein Anstieg von 53,6 Prozent auf 85,5 Prozent. Nur wenige Patienten hatten vor der ersten Einnahme über Ohrenschmerzen geklagt (79,5 Prozent keine oder leichte Ohrenschmerzen). Am Ende des Dokumentationszeitraums hatte sich dieser Anteil auf 94,2 Prozent erhöht.

Eine deutliche Besserung zeigte sich auch in der Gruppe der Studienteilnehmer, die zu Beginn starke Beschwerden aufgewiesen hatten. Insgesamt 39,6 Prozent der Patienten hatten zu Studienbeginn über starke Halsschmerzen geklagt. Am Ende des Dokumentationszeitraums gaben 90,7 Prozent dieser Patienten keine oder leichte Halsschmerzen an. Bei den 17,2 Prozent der Patienten mit initial starken Kopfschmerzen traten am Ende des Dokumentationszeitraums 90,6 Prozent keine oder leichte Kopfschmerzen auf. Für Gliederschmerzen lagen die entsprechenden Anteile bei 12 Prozent und 88,1 Prozent, für das allgemeine Krankheitsgefühl bei 21,9 Prozent und 85,2 Prozent (Abbildung 2). Für Ohrenschmerzen waren es 85,5 Prozent (von 4,9 Prozent starken Beschwerden zu Beginn), für Schnupfen 82,4 Prozent (von 27,4 Prozent) und für Husten 78,4 Prozent (von 16,6 Prozent).

 

Bei insgesamt 73 Patienten (6,5 Prozent) hatte vor der Einnahme der Studienmedikation Fieber bestanden. Bei der letzten Dokumentation war dies noch bei zwei Patienten der Fall. Der Anteil der schul- beziehungsweise arbeitsfähigen Patienten nahm während des Beobachtungszeitraums von 67,4 Prozent auf 74,3 Prozent zu.

Wirksamkeit und Verträglichkeit

 

Die Wirksamkeit der Prüfmedikation wurde von den meisten Patienten positiv beurteilt: 44,1 Prozent der Patienten waren im Hinblick auf die Wirksamkeit »sehr zufrieden« und 45,9 Prozent »zufrieden« (Abbildung 3). Insgesamt 87,4 Prozent der Patienten gaben an, dass die Studienmedikation ihre Erwartungen erfüllt habe, und 90,2 Prozent würden das Komplexhomöopathikum weiterempfehlen. 89,3 Prozent der Patienten würden Meditonsin bei der nächsten Erkältung wieder einnehmen. Die Verträglichkeit des Prüfpräparats wurde ebenfalls von dem Großteil der Patienten als positiv beurteilt: 73,4 Prozent der Patienten waren mit der Verträglichkeit von Meditonsin »sehr zufrieden« und 23,8 Prozent »zufrieden« (Abbildung 4).

 

Ähnlich positiv äußerten sich auch die in der Studie involvierten Apotheken: 95 Prozent würden Meditonsin weiterempfehlen. Als Begründung führten sie neben der Wirksamkeit und Verträglichkeit die gute »Familientauglichkeit« an: Meditonsin ist bereits für Kinder ab 1 Jahr, nach Rücksprache mit dem Arzt sogar schon ab sieben Monaten zugelassen, und somit für die ganze Familie geeignet.

 

Fazit für die Praxis

 

Die apothekenbasierte Beobachtungsstudie bestätigt die gute Wirksamkeit und Verträglichkeit von Meditonsin im Alltag, was sich in einer hohen Patientenzufriedenheit widerspiegelt. Alle Erkältungsbeschwerden zeigten eine deutliche Besserung im Verlauf der Erkrankung. Dabei verbesserten sich die Leitsymptome im Schnitt bereits ab dem zweiten Tag nach Beginn der Behandlung. Das Prüfpräparat wurde durchschnittlich über einen Zeitraum von 6,4 Tagen eingenommen. Die Einnahme wurde meist deshalb beendet, weil die Symptome »ausreichend gebessert« waren oder weil sich die Patienten wieder »gesund« fühlten. Die Studienmedikation war sehr gut verträglich. Es traten keine schwerwiegenden Nebenwirkungen auf.

 

Damit bestätigt die aktuelle NIS die Ergebnisse vorliegender Studien mit mehr als 5000 Patienten, in denen das Komplexhomöopathikum Meditonsin seine Wirksamkeit und Verträglichkeit bei Kindern und Erwachsenen bereits unter Beweis stellte (2, 3, 4, 5, 6). /

Kontakt

Dr. Michael Schäkermann

Medice Arzneimittel Pütter GmbH & Co. KG

Kuhloweg 37

58638 Iserlohn

www.medice.de

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