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Magen-Darm-Beschwerden

Symptome richtig deuten

20.09.2017  10:26 Uhr

Häufig kommen Kunden in die Apotheke und klagen über Magen-Darm-Beschwerden. Worauf bei der Beratung in der Apotheke zu achten ist, erläuterte Apotheker Dr. Christian Ude bei einem Vortrag in der Pharma-World.

Der Fachapotheker für Arzneimittelinformation empfiehlt, zunächst abzuklären, ob die Beschwerden akut oder wiederkehrend sind. Während akute Probleme meist durch Symptome wie Schmerz, Durchfall und Erbrechen gekennzeichnet sind, stünden bei chronischen Problemen in der Regel undifferenzierte Symptome wie Blähungen, Druck und Völlegefühl im Vordergrund. Zudem sei es wichtig, die Leiden zu lokalisieren: Säurebedingte Beschwerden und Oberbauchschmerzen würden auf eine funktionelle-Dyspepsie hinweisen, Blähungen, Völlegefühl, unregelmäßige oder nicht gewünschte Stuhlkonsistenz auf ein Reizdarm-Syndrom.

 

Grenzen beachten

 

Die Grenzen der Selbstmedikation müssten beachtet werden: Blutiger oder schleimiger Stuhl, ein häufiger Wechsel zwischen Durchfall und Verstopfung oder starke Schmerzen könnten auf andere Erkrankungen hinweisen. Auch wenn die Schmerzen in andere Extremitäten ausstrahlen oder die Probleme vorwiegend in der Nacht in einer bestimmten Liegeposition auftreten würden, müssten die Beschwerden durch einen Arzt abgeklärt werden, so Ude. »Die Qualität der Beratung zeichnet sich auch dadurch aus, dass man nicht um jeden Preis etwas verkauft, sondern in solchen Fällen an den Arzt verweist«, konstatierte der Referent.

 

Prinzipiell kämen bei Magen-Darm-Beschwerden neben chemisch-synthetischen Wirkstoffen pflanzliche Arzneimittel infrage. »Wenn man sich eine rationale Phytotherapie vornimmt, müssen die Präparate allen naturwissenschaftlichen Anforderungen genügen«, betonte Ude. Die Qualität, Wirksamkeit und Unbedenklichkeit müsse bewiesen sein. Zwei gut untersuchte Arzneipflanzen sind Pfefferminze und Kümmel, so Ude. Beide würden zu einer Relaxation der glatten Muskulatur führen, Kümmel reduziere zudem Blähungen und Völlegefühl.

 

Die synergetische Wirkung beider Pflanzen, zum Beispiel in Carmenthin®, sei gut belegt. »In mehreren Studien war Carmenthin Placebo überlegen; Schmerzintensität, Druckgefühl und Völlegefühl konnten signifikant vermindert werden«, berichtete Ude. In einer weiteren Studie reduzierte Carmenthin die Schmerzintensität und Schmerzhäufigkeit vergleichbar gut wie das Prokinetikum Cisaprid.

Auch Iberogast® habe eine sehr gute klinische Datenlage, betonte der Referent. Das Vielstoffgemisch enthalte neben Pfefferminze und Kümmel noch weitere sieben Pflanzen, die synergistisch wirkten. Sowohl in einer Metaanalyse zu funktioneller Dyspepsie, als auch in mehreren Studien zum Reizmagen- und Reizdarmsyndrom weise das Präparat einen hohen Evidenzgrad aus. Die Wirkung von Iberogast sei ebenfalls mit der von Cisaprid vergleichbar.

 

Bei der Vielzahl an Präparaten sei es wichtig, für jeden Kunden das passende Arzneimittel auszuwählen. »Der Mehrwert einer Apotheke, zeichnet sich durch eine gute Beratung aus«, so Ude. Er empfiehlt bei chronischen Darm-Beschwerden mit Krämpfen, Völlegefühl und Blähungen, Carmenthin. Akute Beschwerden des Magens, wie Sodbrennen, Völlegefühl und Magenschmerzen könnten hingegen gut mit Iberogast behandelt werden. Auch die chemisch-synthetischen Arzneimittel hätten ihre Berechtigung. So lindere Butylscopolamin (Buscopan®) zuverlässig Krämpfe. Bei akuten säurebedingten Beschwerden seien Antacida und bei chronischen Problemen Protonenpumpenhemmer oder H2-Antagonisten Mittel der Wahl. /

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