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Stiftung Warentest

OTC-Schmerzmittel im Check

12.09.2018
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Von Anna Pannen / Die Verbraucherorganisation Stiftung Warentest hat ihre Steckbriefe zu rezeptfteien Schmerzmitteln überarbeitet. Darin klärt sie über die Wirkweise und Risiken verschiedener Analgetika auf und gibt Empfehlungen, welche Mittel bei welchen Beschwerden geeignet sind.

Als geeignete Schmerzmittel listet die Stiftung neben ASS, Ibuprofen und Paracetamol auch ­Diclofenac und Naproxen. Von Kombinationspräparaten rät sie ab. Schließlich wirkten die Einzelstoffe in Kombination nicht besser oder stärker, es gebe jedoch die Gefahr von mehr Nebenwirkungen. Besonders Kombinationen mit Koffein seien ungeeignet, da sie belebend wirkten und dadurch dazu verleiten könnten, die Mittel häufiger und länger zu nehmen, schreibt die Stiftung.

Zudem empfehlen die Warentest-Experten, ASS nicht gegen Zahnschmerzen einzunehmen, da der Patient bei einer möglicherweise folgenden Zahn-Behandlung dann stärker bluten könne. Dasselbe gelte für die Zeit vor Operationen. Auch wer Gerinnungshemmer einnimmt, solle auf ASS verzichten, schreibt die Verbraucherorganisation.

 

Bei Zahn-, Kopf- und Gliederschmerzen rät die Stiftung zu Par­a­cetamol, bei entzündlichen Gelenkschmerzen zu Ibuprofen oder Diclofenac. Sie weist allerdings darauf hin, dass Ibuprofen die Wirkung von Blutdrucksenkern abschwächen kann und Paracetamol tendenziell leberschädigend ist. Patienten, die vergleichsweise viel Alkohol trinken, sollten deshalb lieber auf ein anderes Mittel zurückgreifen, heißt es im Steckbrief des Medikaments.

 

Generell weist die Stiftung darauf hin, dass keines der bewerteten Präparate risikofrei sei und Patienten sie deshalb ohne ärztlichen Rat nicht länger als vier Tage am Stück und insgesamt höchstens an zehn Tagen im Monat einnehmen sollten. /

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