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Medizinalcannabis

Erste Ernte in 2020

12.09.2018
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Von Ev Tebroke / Im Jahr 2020 soll erstmals medizinisches Cannabis aus deutschem Anbau zur Verfügung stehen. Davon geht die Bundesregierung aus. Die Aufträge für den Anbau will sie im ersten Quartal 2019 vergeben, wie aus ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion hervorgeht.

 

Um das zuletzt stockende Vergabeverfahren für deutsche Anbau-Lizenzen zu beschleunigen, hat sich das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) entschieden, die erste Ausschreibung aufzuheben und eine neue bekannt zu machen. Diese wurde am 19. Juli dieses Jahres veröffentlicht und präzisiert nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) unter anderem die Mindestbedingungen zur Eignung für die Bewerber. Auch wurde das Gesamtvolumen der ausgeschriebenen Cannabismenge für vier Jahre von bislang 6600 Kilogramm auf 10 400 Kilogramm erhöht. Eine Öffnungsklausel im Vertrag soll zudem im Bedarfsfall eine Aufstockung um bis zu 30 Prozent pro Jahr ermöglichen.

 

Das neue Verfahren ist einphasig: Bieter mit Erfahrungen im Anbau und in der Verarbeitung von Arzneipflanzen haben die gleichen Chancen wie Bieter mit Erfahrungen im Cannabisanbau. Bewerben können sich Anbieter aus der ganzen Welt, es gebe keine Beschränkung auf bestimmte Staaten, so das BMG in der Antwort. Die Vergabe soll in 13 Losen erfolgen. Maximal sollen bis zu 13 Bieter einen Zuschlag erhalten können. Minimum sind mindestens drei Bieter. Um eine breitere Beteiligung zu erreichen und das Ausfallrisiko zu verringern, ist die Anzahl der Lose, die ein Bieter erhalten kann, auf fünf begrenzt.

 

Seit März 2017 ist die Verordnung von Cannabisarzneimitteln in bestimmten Fällen zulasten der Kassen erlaubt. Um die Versorgung sicherzustellen, soll künftig medizinisches Cannabis unter Aufsicht der vom BfArM eingerichteten Cannabis-Agentur in Deutschland angebaut werden. Das erste Ausschreibungsverfahren des BfArM, das den Anbau im Zeitraum von 2019 bis 2022 regeln sollte. war im März vom Oberlandesgericht Düsseldorf aufgrund von Verfahrensfehlern gestoppt worden. /

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