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Blutkrebs

CAR-T-Zelltherapeutika kommen

12.09.2018
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Von Sven Siebenand / Die erste sogenannte CAR-T-Zelltherapie für zwei Arten des aggressiven Non-Hodgkin-Lymphoms hat von der EU-Kommission die Zulassung erhalten. Das meldet Kite Pharma, der Hersteller des Axicabtagen Ciloleucel-haltigen Medikaments Yescarta®.

 

Vorgesehen ist das Präparat für die Behandlung erwachsener Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem diffus großzelligem B-Zell-Lymphom (DLBCL) beziehungsweise primär mediastinalem B-Zell-Lymphom (PMBCL), die zwei oder mehrere systemische Vorbehandlungen erhalten haben. Der Marktzulassung liegen die Daten aus der ZUMA-1-Studie zugrunde. In der einarmigen Studie sprachen 72 Prozent der Patienten, die eine einmalige Infusion von Axicabtagen Ciloleucel erhielten, auf die Therapie an, 51 Prozent zeigten ein komplettes Ansprechen.

Neben Yescarta hat noch ein zweites CAR-T-Zelltherapeutikum die EU-Zulassung bereits in der Tasche: Tisagenlecleucel (Kymriah®) von Novartis Pharma. Dieses Präparat ist zur ­Behandlung der akuten lymphatischen B-Zell-Leukämie (ALL) bei Patienten bis 25 Jahren und – wie Yescarta – zur ­DLBCL-Therapie bei Erwachsenen nach zwei oder mehr Linien einer systemischen Therapie zugelassen.

 

»Die Zulassungen markieren einen weiteren Meilenstein in der Entwicklung eines völlig neuen, immunologischen Therapieansatzes für die Behandlung schwerer Krankheiten. In nur wenigen Jahrzehnten hat sich die Gentherapie von einem vielversprechenden Konzept zu einer realen Therapieoption für weitgehend unbehandelbare Stadien bestimmter Krebsformen entwickelt«, sagt Professor Dr. Klaus Cichutek, Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts, in einer Pressemeldung des Instituts.

 

Für die Herstellung von CAR-T-Zellen werden dem Patienten T-Zellen entnommen, außerhalb des Körpers mithilfe eines viralen Gentransfervektors mit dem Gen eines chimären Antigenrezeptors (CAR) ausgestattet, anschließend vermehrt und dann intravenös verabreicht. Die so modifizierten Immunzellen können Krebszellen im Körper gezielt abtöten.

 

Die häufigsten und schwerwiegendsten Nebenwirkungen sind ein ­Zytokinfreisetzungs-Syndrom mit Fieber und Blutdruckabfall sowie eine vorübergehende Beeinträchtigung des zentralen Nerven­systems. Diese unter Umständen lebensbedrohlichen Nebenwirkungen können durch medizinische Maßnahmen kontrolliert werden. /

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