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Cannabis-Eigenanbau

BfArM geht in Berufung

10.09.2014  09:56 Uhr

Von Anna Hohle / Schwerkranke Menschen dürfen vorerst doch kein Cannabis für den Eigenbedarf anbauen. Zwar hatte das Kölner Verwaltungsgericht im Juli genau dies in bestimmten Fällen erlaubt. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) ist nun jedoch gegen das Urteil in Revision gegangen.

 

Gegner des Eigenanbaus kritisieren immer wieder, dass bei privaten Cannabis-Züchtungen die Qualität und ein gleichbleibender Wirkstoffgehalt der Pflanzen nicht gesichert seien. Patienten könnten sich also nicht darauf verlassen, dass ihnen das Mittel immer gleich gut hilft. Anders sieht es bei medizinischem Cannabis aus der Apotheke aus, das jedoch für die meisten Patienten zu teuer ist, da Krankenkassen die Kosten nur äußerst selten übernehmen. Im Mai dieses Jahres hatten einige prominente Mediziner deshalb eine Petition gestartet, um die Strafverfolgung bei medizinischer Verwendung von Cannabis zu stoppen und die Kostenübernahme gesetzlich festzulegen.

 

Momentan können Patienten Cannabis zu Therapiezwecken nun weiterhin nicht legal anbauen, da das Urteil aus Köln infolge der Revision des BfArM nicht rechtskräftig ist. Die Tatsache, dass mehrere Patienten aus Protest gegen die Berufung einen Hungerstreik angekündigt haben, bedauerte ein Sprecher des BfArM. Er betonte, auch dem Institut sei an einer »schnellen Klärung im Sinne einer medizinisch sinnvollen und qualitätsgesicherten Versorgung der Patienten gelegen«. /

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