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ZB Med

Ein Ende ohne Schrecken

17.08.2016  10:28 Uhr

Ev Tebroke / Die deutsche Zentralbibliothek für Medizin (ZB Med) will sich bis Ende 2019 neu aufstellen. Hintergrund ist das Auslaufen der Bund-Länder-Förderung zum Jahresende. Im Anschluss an die Übergangszeit will die ZB Med wieder in das Fördermodell und die Leibniz-Gesellschaft aufgenommen werden.

»Das Auslaufen der regulären Bund-Länder-Finanzierung zum Ende des Jahres 2016 ist nicht gleichbedeutend mit einer Schließung«, heißt es seitens der ZB Med. Der Erhalt der Stiftung ist demnach zumindest für die folgenden drei Jahre über eine sogenannte Auslauffinanzierung gesichert. 

 

Die Einrichtung will den Zeitraum der Auslauffinanzierung für den Umbau in ein modernes Fachinformationszentrum nutzen. Dieser »Transformationsprozess« soll nun baldmöglich eingeleitet werden. Zuletzt hatte sich die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) Ende Juni gegen eine weitere Bund-Länder-Förderung der ZB Med – Leibniz Informationszentrums Lebenswissenschaften ausgesprochen. Damit folgte sie der Empfehlung des Senats der Leibniz-Gesellschaft, die Förderung zum 31. Dezember 2016 zu beenden, was gleichzeitig das automatische Ausscheiden aus der Leibniz-Gesellschaft bedeutet.

 

Im Rahmen der spätestens alle sieben Jahre erforderlichen Evaluierung des Förderanspruchs hatte der Senat der Leibniz-Gemeinschaft im März gefordert, die Bund-Länder-Förderung einzustellen. Als Grund nannte sie vor allem die schleppende Modernisierung der Informationsinfrastrukturen für eine bessere digitale Nutzung des Angebots.

 

Zahlreiche Proteste

 

Die 1973 gegründete ZB Med mit Sitz in Köln und Bonn wird seit 1977 als Leibniz-Einrichtung von Bund und Ländern finanziert. Sie gilt als die zentrale Fachbibliothek für Medizin, Gesundheitswesen, Ernährungs-, Umwelt- und Agrarwissenschaften und besitzt 38 400 Zeitschriften und 1,6 Millionen Bücher.

 

Die drohende Schließung der Institution hatte zuletzt zu zahlreichen Protesten geführt. Neben einer Online-Petition mit fast 10 000 Unterzeichnern aus der Wissenschaftsgemeinschaft hatten sich auch viele Fachverbände an die Regierung gewandt, wie etwa die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften und der Bundesverband der pharmazeutischen Industrie. Auch das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen hatte sich in einem offenen Brief an die Politik für den Erhalt ausgesprochen. /

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