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Lungenfibrose

Nintedanib und Pirfenidon positiv eingestuft

12.07.2017
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Von Brigitte M. Gensthaler / Kürzlich wurden die deutschen Empfehlungen zur medikamentösen Behandlung der idiopathischen Lungenfibrose (IPF) überarbeitet. Eindeutig positiv fiel das Votum für Nintedanib und Pirfenidon aus, während andere Medikamente nicht mehr empfohlen werden. Das Update basiert auf einer Reihe neuer Therapiestudien.

 

Die Dreifachtherapie aus Prednisolon, Azathioprin und Acetylcystein stufen die Autoren als nicht geeignet ein. Vielmehr schließen sie aus den Studienergebnissen sogar, dass diese eher schädlich und nicht effektiv ist, meldet der Lungeninformationsdienst des Helmholtz-Zentrums München. IPF-Patienten sollten auch keine Vitamin-K-Antagonisten, Imatinib, Abrisentan, Bosentan oder Macitentan bekommen, da in den Studien keine eindeutigen positiven Effekte gegenüber Placebo gezeigt wurden. Weniger eindeutig, aber ebenfalls negativ bewertet werden Sildenafil und die Acetylcystein-Monotherapie. Sildenafil zeigte zwar zum Teil deutliche Verbesserungen, die Autoren kritisieren jedoch einige methodische Aspekte der Studie.

 

Zur Behandlung von Refluxerkrankungen erhalten viele Lungenfibrose-Patienten Antazida zur Neutralisierung der Magensäure. Damit verbunden waren sowohl positive als auch negative Effekte auf den Krankheitsverlauf. Da die Datenlage widersprüchlich ist, empfehlen die Autoren Antazida nicht generell zur Behandlung der IPF. In diesem Punkt weicht die deutsche Leitlinie deutlich von der internationalen ab.

 

Nintedanib und Pirfenidon werden auf Basis neuerer Studien eindeutig positiv eingestuft. Der Tyrosinkinase-Inhibitor Nintedanib beeinflusst den Krankheitsverlauf der IPF demnach günstig. So verlängere sich die Zeit bis zur ersten akuten Verschlimmerung und die Abnahme des Ausatemvolumens verlangsame sich, schreibt der Informationsdienst. Patienten mit leichter und mittelschwerer IPF zeigten unter Pirfenidon ebenfalls eine geringere Abnahme der Vitalkapazität und der Sechs-Minuten-Gehstrecke.

 

Die IPF-Leitlinie stammt aus dem Jahr 2013 und wird durch das Update ergänzt. /

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